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Immer ein Erlebnis: Cúl na Mara lassen die Bühne beben.

Aulendorf – Es gibt Traditionalisten, die nehmen einem die Luft zum Atmen. Auch in der Musik. Der Folk (das Wort Volksmusik trifft das Genre nicht richtig) wirkt dann puritanisch, erstarrt. Die Aulendorfer Band Cúl na Mara ist das erfreuliche Gegenteil. Seit vielen Jahren inspiriert Sonja Bumiller, Martin J. Waibel, Eckhard Lehmann und nun den neu hinzugekommenen Tobias Allgaier die traditionelle keltische Musik.

Deren musikalische und instrumentale Elemente – Whistles, Highlandpipe, Uillean Pipes – mischen sich mit Gitarren, Mandoline, mit Schlagzeug und Akkordeon. Das hat ein wenig die Atmosphäre eines englischen, eines irischen Pubs, wo der schwere dunkle Stout, das Guiness draft, frisch gezapft, fließt, gebraut seit 1759 nach demselben Rezept. Aber man redet nicht nur über das „Empire“ von gestern, sondern über den Irrsinn des Brexit, über die unsäglichen Apanagen an die notleidende royal family wie über Arbeitslosigkeit und Rassismus.

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Und da sind wir bei der neuen CD „Best of Times – Worst of Times“ von Cúl na Mara. Sie ist ganz im Heute. Generationen von Schotten, von Iren entflohen der Armut mit Arbeit in anderen Ländern, wo sie einen Irish Pub eröffneten, in dem ihr kantiges Irisch gesprochen wurde. Der Titel „Ev’rywhere an Irish Pub“ gibt diese ganz eigene Stimmung musikalisch wieder, wenn die Pipes wie Solostimmen den Chorus der Band durchdringen. Und „Back on St. Patricks Day“ hat etwas von Sehnsucht und Heimat, von der notwendigen Mobilität der „roadies“. Der satte Sound im Titel „The last of the Mohicans“ reisst einen mit, so wie einen „A Gentle Wind of Death“, den Martin Waibel seinem verstorbenen Sohn widmete, in seiner Traurigkeit, die auch lyrische Schönheit hat in der Erinnerung an ein Kind, berührt. Diese Band hat ihr langes politisches Engagement bewahrt: in „The Torch“, in der „Fackel“, wird sie punkig-hart, in ihrer Empörung über die Wiederbelebung der braunen Geister von Gestern. In der Bearbeitung von Martin Waibel wird aus einem alten amerikanischen Folk-Song der Anti-Kriegs-Titel „Bring em home“, „holt eure Soldaten aus fremden Ländern zurück“. Die Kompositionen, die Arrangements der Band sind transparent in ihren musikalischen Strukturen, sie lassen Platz für bretonische Liedkunst, und für die wundervoll gespielten irischen Pipes. Die elektronischen Verstärkungen sind immer dezent.

Diese mit Lebensfreude pralle CD ist im Direktvertrieb bei Fruitgarden Records oder über www.culnamara.com zu beziehen.

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Autor: Wolfram Frommlet



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