Skip to main content
Mit einer großen Gala in der Stadthalle Biberach gingen die 47. Biberacher Filmfestspiele zu Ende. Im festlichen Rahmen wurden die besten Werke des Festivals ausgezeichnet. Mehr als 50 Filme stellten sich dabei dem Urteil der Fach-, Publikums- und Schülerjury. Foto: Patrick Vögele

Biberach – In den vergangenen Jahren erlebten die Biberacher Filmfestspiele mehr Tiefen als Höhen. Seit dem letzten Jahr erfährt das Festival aber eine positive Weiterentwicklung. Ein gelungener Auftakt für die neue Vorsitzende Carolin Bock.

Carolin Bock ist Steuerberaterin. Die gebürtige Biberacherin ist seit Jahren im Ensemble des Dramatischen Vereins: 2024 verkörperte sie dort eindrucksvoll die Estelle in Jean-Paul Sartres „Geschlossene Gesellschaft“, derzeit spielt sie in der Komödie „Die Niere“. Ab dem nächsten Jahr engagiert sie sich auch in der Leitung des Schützentheaters. 

ANZEIGE

Eine Woche nach Ende der 47. Biberacher Filmfestspiele sitzt Carolin Bock ganz entspannt in ihrem Büro in der Gymnasiumstraße im Haus der Urgroßeltern. Seit Juni ist sie neue Vorsitzende des Vereins Biberacher Filmfestspiele. Nach ihrem BWL-Studium in Ravensburg und der Spezialisierung als Steuerberaterin lebte sie ein paar Jahre in Hamburg. 2013 kehrte sie zurück nach Biberach, wo sie ihren Mann kennenlernte. Nach der Anonymität der Großstadt genießt sie die gewachsenen Strukturen ihrer Heimatstadt. In Biberach war sie traditionsgemäß mehrere Jahre ein „Schützentheaterkind“. Die sportliche Fünfundvierzigjährige liebte schon als Schülerin neben der Schauspielerei Tanz, Akrobatik und das Voltigieren. Zwar arbeitet sie gerne als Steuerberaterin, gestand sich aber irgendwann ein, dass ihr das nicht reicht. Sie besucht noch bis 2027 eine berufsbegleitende Schauspielschule in München mit Blockseminaren und online-Unterricht. „Schauspielen ist ein Handwerk“, lacht sie. „Es muss immer Spaß und Euphorie dabei sein, aber es gibt auch erlernbare Techniken.“ Spannend findet sie, dass bei der Ausbildung auch Filme analysiert werden, ist doch Kino eine weitere Leidenschaft. „Ich habe früher schon im Kino im Kiosk gearbeitet, damit ich mir die Filme möglichst oft anschauen konnte“, erinnert sich die Cineastin.

Carolin Bock ist neue Vorsitzende des Vereins Biberacher Filmfestspiele. Foto: Andrea Reck

„Absolute Highlights in Biberach sind für mich die Filmfestspiele und natürlich das Schützenfest. Wenn ich in München schon wegen der schwäbischen Sprachfärbung auf meine Heimat angesprochen werde, kennt man außer Wieland meist noch die Filmfestspiele.“ Im Vorjahr erlebte sie das Event als Mitglied der Publikumsjury erstmals auch hinter den Kulissen. „Das war super, wir haben so viel diskutiert und ich konnte das Team kennenlernen. Erstmals war Douglas Wolfsperger der Künstlerische Leiter.“ Als im Frühjahr Harald Heigel das Amt des Vorsitzenden des Vereins Biberacher Filmfestspiele niederlegte, wurde Carolin Bock gefragt. Nach reiflicher Überlegung gemeinsam mit ihrem Mann hat sie zugesagt und wurde Anfang Juni einstimmig gewählt.

ANZEIGE

Sie schwärmt geradezu von ihren Erfahrungen zum Einstand, vom funktionierenden Team und dem wertschätzenden Publikum. „Die Ausgangslage des Filmfestvereins hat mir den Einstieg wirklich leicht gemacht – alle sind unglaublich engagiert“, sagt Carolin Bock. „Mit Douglas Wolfsperger haben wir einen professionellen künstlerischen Leiter, der das Biberacher Publikum bestens kennt. Dorothea Weing, als Vertreterin der Stadt Biberach, bringt ihre Erfahrung als Veranstaltungs- und Kulturmanagerin ein, Tamara Föhr ist eine echte Marketingexpertin. Stefan Birkenmaier kümmert sich nicht nur als Schriftführer, sondern auch als Pädagoge hervorragend um die jährliche Schülerjury. Und mit dem Bankkaufmann Thomas Weber habe ich einen verlässlichen Partner in Finanzfragen. Die Festivalleiterin Anika Butz sorgt als Veranstaltungsmanagerin für die ganzheitliche Organisation, während Gloria Robenek uns in der Vereinsverwaltung und Geschäftsstelle unterstützt. Mein eigener Anteil erscheint mir da fast klein“, schmunzelt die sympathische Teamplayerin.

Mit über 8.500 verkauften Tickets, konnte das Festival seine Verkaufszahlen im Vergleich zum Vorjahr nochmals steigern. Bock freut sich, dass alle Vorstellungen großen Zuspruch fanden und die Kinosäle nahezu durchgehend voll waren. „Man will ein volles Kino, aber die Leute sollen auch nicht enttäuscht sein, dass alles bereits ausverkauft ist.“ Auch die Abschluss-Gala kam gut an, Nastassja Kinski erhielt einen Ehren-Biber für ihr Lebenswerk. Bemerkenswert sei, wie sich die Filmschaffenden für die gute Organisation und das tolle Publikum bedankt haben. „In den letzten Tagen bekamen wir einige Mails von den Profis“, „diese Dankbarkeit gibt mir noch mehr Energie. Ich schwebe noch ein bisschen auf Wolke sieben. Einen schöneren Einstand hätte ich mir nicht vorstellen können. Jetzt genießen wir den Rest des Monats, feiern unser Helferfest und dann geht’s schon wieder los für 2026. Wir hatten dieses Jahr einen Biber ohne Patenschaft bei der Preisverleihung. Es wäre schön, wenn wir für die Zukunft noch weitere Sponsoren gewinnen könnten“, ist ihr am Schluss noch eine ergänzende Anmerkung mit Augenzwinkern wert. www.biberacherfilmfestspiele.de

Autorin: Andrea Reck



NEUESTE BLIX-BEITRÄGE

Editorial BLIX März 2026

Liebe Leserinnen, liebe Leser, vor einem Jahr war die Wahl zum Bundestag. Heraus kam die Schwarz-Rote-Koalition mit Kanzler Merz (CDU) an der Spitze. Sie quält sich über die Runden, hat man den Eindruck. Wenngleich sie mit einem Paukenschlag begann.

„Liebe oberschwäbische Landsleute“

Biberach – Jede Menge Prominenz trat beim 30. Politischen Aschermittwoch der Grünen auf die Bühne. Special Guest war Ex-Außenminister Joschka Fischer, der schon 1996 mit seinem Auftritt in der Biberacher Stadthalle Furore machte.

Was bleibt?

Die Grünen mit ihrem Frontmann Winfried Kretschmann sind dabei, die Sensation perfekt zu machen: an Ostern 2011 verhandeln die Ökos mit den Sozis über einen Koalitionsvertrag, der zur ersten Grün-Roten-Landesregierung in Baden-Württemberg führen wird und beendet damit die unendlich scheinende Nachkriegsära der CDU. Heute wissen wir, dass damit die Ära von Winfried Kretschmann und seinen Grünen begann. 15 Jahre und damit länger als jeder seiner Amtsvorgänger regierte der grüne Realo völlig ska…

Wahl im Umbruch

Wenn in Baden‑Württemberg am 8. März ein neuer Landtag gewählt wird, entscheidet sich mehr als nur die politische Richtung der kommenden fünf Jahre. Es ist die erste Wahl nach einer umfassenden Reform des Landeswahlrechts – ein Systemwechsel, der das politische Gefüge im Südwesten spürbar verändern dürfte.

Wald in Frauenhänden

Kreis Biberach – Der Wald ist für viele ein Sehnsuchtsort mit vielen Ansprüchen, das bringt auch Konflikte mit sich. Beispielhaft im Altdorfer Wald, wo ökonomische Interessen mit ökologischem Schutz kollidieren, wo es neben Kiesabbau auch um Windkraft geht, wo es um Wasser- und Klimaschutz geht. BLIX hat schon häufig darüber berichtet, weil Wald ein Gradmesser für das Befinden von Natur und Umwelt und damit existenziell wichtig ist. Frauen sind die Hälfte, nicht so in der Forstwirtschaft, dor…

Drei gegen einen

Ravensburg – Vier Bewerber dürfen offiziell für das Oberbürger­meisteramt in Ravensburg kandidieren. Der Gemeindewahlausschuss hat für die Wahl am Sonntag, 8. März, die Bewerber Daniel Rapp, Roman Urban, Umut Bulut und Samuel Bosch zugelassen. Wahlberechtigt sind am Sonntag, 8. März, rund 39.000 RavensburgerInnen. Gewählt ist, wer mehr als die Hälfte der gültigen abgegebenen Stimmen auf sich vereinigen kann. Sollte dies keinem Bewerber gelingen, wird am 22. März erneut gewählt. Auf den Stimmz…

Nicht jammern

Aulendorf – Aufbruch statt Resignation war die Haltung  der Teilnehmenden einer „Post-Biosphärenkonferenz“, die auf Einladung des BUND am 7. Februar in Aulendorf stattfand. Der Kreis, rund 30 Personen, bestand aus „einer Koalition der Willigen“ aus dem gescheiterten Biosphärenprozess, erklärten Martin Bachhofer, Landesgeschäftsführer des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, und Maike Hauser, Regionalgeschäftsführerin BUND Bodensee-Oberschwaben, bei der abschließenden Pressekonferenz.

Mit Freude am Schaffen

Riedlingen/Ehingen – Rebecca Harnau erzählt begeistert von ihrer Kindheit auf dem Land, geprägt von Familie und Freunden, vom Heimwerken und der Hobby-Landwirtschaft mit familieneigenem Traktor. 2022 folgte das Abitur am Kreisgymnasium Riedlingen mit sprachlichem Profil, Spanisch – nicht etwa Naturwissenschaft und Technik. Das erstaunt, denn die Riedlingerin wurde im Dezember 2025 zur besten Industriemechanikerin Deutschlands gekürt. Grund genug, die 23-Jährige an ihrem Arbeitsplatz bei Liebh…

„Da ist Leben in der Bude“

Ulm – Das kleine Naturmuseum Ulm und das große Museum Ulm wachsen zusammen. Hochmotivierte Teams wollen noch mehr Menschen jeden Alters Natur erlebbar machen. 

Göttinnen-Dämmerung im Kloster

Bad Schussenried – Aus ihrem reichen Fundus zeigt die Sammlerin Hansi Schmehle-Knöpfler Frauenfiguren und weibliche Darstellungen aus vielen Epochen. Und sie erläutert in der Sonderausstellung, wie Rollenbilder sich geändert haben. 

Musik für alle

Biberach – Unbestritten: Musizieren aktiviert das Gehirn, fördert die Koordination und schafft Gemeinschaft. Dies gilt auch für Menschen mit Behinderung. Für sie ist in Musikgruppen und Vereinen aber meist kein Platz, es bedarf spezieller Angebote. Ganz besonders, wenn sie dem Schulalter entwachsen sind. 

Schneiden und säen im Frühjahr

Der Gehölzschnitt sollte erledigt sein, schon damit brütende Vögel nicht gestört werden. Doch die alte Faustregel gilt noch: Sobald die Forsythien ihre gelben Blüten zeigen, können die Rosen geschnitten werden. Was wiederum nicht so einfach ist. Verlangen doch Beetrosen einen anderen Schnitt als Kletterrosen oder Strauchrosen. Auch Rosensorten, die nur einmal im Jahr blühen, werden anders geschnitten als solche, die mehrmals blühen.

Achtsam sein

Wie oft sind wir wirklich voll und ganz im Moment? Nehmen bewusst wahr, was gerade um uns herum ist, ohne schon in Gedanken bei der nächsten Aufgabe zu sein? Und brauchen wir dafür die Hilfe der Künstlichen Intelligenz?

Kaffeeklatsch mit Künstlicher Intelligenz

Bücher für Senioren wecken gerne sentimentale Erinnerungen an alte Zeiten. Manche ermutigen aber auch, sich mit der Zukunft auseinanderzusetzen.

Riedlingen is(s)t gesund

Riedlingen – In der Donaustadt dreht sich vom 9. bis 15. März alles um die Gesundheit. Unter dem Motto „Riedlingen is(s)t gesund – Gesund leben, lecker genießen!“ steht die Stadt ganz im Zeichen von Ernährung, Bewegung, Achtsamkeit und Gemeinschaft. Die 7. Riedlinger Gesundheitstage bieten ein pralles Programm: Von praktischen Mitmachaktionen über fachliche Vorträge bis hin zu einem verkaufsoffenen Sonntag mit großer Gesundheitsmesse in der Stadthalle. Ein Überblick.

ANZEIGEN

BLIX-NEWSLETTER

VERANSTALTUNGEN

ALLGÄU-OBERSCHWABEN

Wangen – Abschalten vom täglichen Zeit- und Termindruck, zur Ruhe und in Einklang kommen, sich Energie holen für die …
Aulendotf / Wilhelmsdorf – “Häckmäck”, das aktuelle Programm des Kleinkunstvereins Aulendorf, wird in diesem Frühjahr…
Waldburg – Die Waldburg startet früh in die Saison 2026. Das Team hat sich viele tolle Neuerungen für 2026 einfallen …
Marl / Zussdorf (rei/FR) – Die oberschwäbische Kult-Serie „Tschappel“ hat den renommierten Grimme-Preis erhalten. Der…
Waldburg – Das Schloss Waldburg startet in die Saison 2026 und lädt Besucherinnen und Besucher ein, einen der geschic…