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Das Werk ist vollbracht, die “Wasserhüterin Hagar” wurde am 18. Oktober im Beisein der Künstlerin Theresia Moosherr sowie des Vorsitzenden des Fördervereins Piela-Bilanga Erwin Wiest und Bürgermeisters Philipp Bürkle (rechts) enthüllt. Foto: Reck

Ochsenhausen – Seit 18. Oktober schmückt eine „Wasserhüterin“ die Rottuminsel in Ochsenhausen. Die Dame heißt Hagar. Mitten im Ort, wo der Bachlauf renaturiert am neuen Wohnpark vorbeifließt, steht die mehrere Meter hohe Skulptur aus Eichenholz und mahnt die BetrachterInnen: „Wasser ist ein Menschenrecht“.

Es war die Idee der Künstlerin Theresia Moosherr, die dafür Erwin Wiest vom Förderverein Piela-Bilanga sowie Bürgermeister Philipp Bürkle und last but not least den örtlichen Unternehmer Rainer Utz als  Sponsor gewinnen konnte. Aber das ist nur die Hälfte des Projekts, die andere Hälfte findet sich im westafrikanischen Burkina Faso, wo der Förderverein schon seit über 40 Jahren in der Region Piela-Bilanga den Bau von Schulen und Brunnen fördert. Ein weiterer Schulbrunnen kommt nun hinzu – ermöglicht durch ein Kunstprojekt mit vielen Förderern. Moosherr schuf und stiftete eine „Wasserhüterin“, das Markenzeichen der Künstlerin, die Stadt als Unterstützerin des Fördervereins sorgte für Ort und Logistik, der Sponsor spendete dem Förderverein eine fünfstellige Summe, die dieser in den Brunnenbau investieren wird.

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Vor einem Jahr: Theresia Moosherr gibt in ihrem Freiluftatelier auf der Atzenberger Höhe dem wuchtigen Eichenstamm aus Ochsenhausen die Figur einer „Wasserhüterin“, indem sie aus dem Stamm, seinem Wuchs folgend, mit der Motorsäge eine Frauenfigur modelliert. So entsteht eine Kunstform, die die enge Verbindung von Frauen mit dem Lebenselixier Wasser zum Ausdruck bringt, die bis heute in Afrika sich darin zeigt, dass Frauen und Mädchen zum Brunnen gehen, um das lebensnotwendige und kostbare Wasser nach Hause zu tragen. Eine Schwerstarbeit. 

Erwin Wiest ging bei der Enthüllung der „Wasserhüterin“ auf die Hintergründe ein. Was hierzulande (noch) selbstverständlich ist, Wasser ist immer und überall verfügbar, gilt nicht für die zu trockene Region Piela/Bilanga in Burkina Faso, mit der Ochsenhausen seit vielen Jahren partnerschaftlich verbunden ist. Dank des Vereins, der seit über 40 Jahren gemeinsam mit einer afrikanischen Partnerorganisation in dem westafrikanischen Land Schulen und Brunnen baut, sich im Gartenbau und in vielen kleinen Projekten, die insbesondere Frauen fördern, engagiert und darin auch von der Stadt Ochsenhausen seit Jahrzehnten unterstützt wird. Über all dieses und noch viel mehr berichtete BLIX wiederholt und ließ bei der Malerin und Bildhauerin den Gedanken reifen. Erwin Wiest betonte: Das tagtägliche Wasserholen ist Frauen- und Mädchenarbeit und vor allem Schwerstarbeit. Jeder Meter weniger bis zum nächsten Brunnen sei deshalb eine große Erleichterung. Und ein Schulbrunnen sorge nicht nur für sauberes Wasser für die Kinder, sondern ermögliche auch die Bewässerung eines Schulgartens.

Die tägliche Sorge um das lebenswichtige Wasser ist Frauenarbeit.

Aber wer ist Hagar? Der Name der „Wasserhüterin“ stammt aus der Bibel, wie der Laudator Günter Brutscher erklärt. Hagar ist in der Bibel die ägyptische Sklavin Saras’, der Frau Abrahams, die kinderlos war. Weshalb Hagar mit Einverständnisses Saras’ von Abraham schwanger wurde und einen Sohn, Ismael, gebar. Aufgrund von Eifersucht zwischen Sara und Hagar wurde Hagar später mit Ismael aus Abrahams Haushalt in die Wüste verstoßen, wo sie Gott begegnete und an einer Quelle durch einen Engel gerettet wurde. Die Geschichte von Hagar wird in der Genesis erzählt und hat sowohl in der jüdischen und christlichen als auch in der islamischen Theologie Bedeutung, da sie die Themen von Flucht, Vertreibung und göttlicher Fürsorge behandelt. Und eben auch von der Bedeutung des Wassers als Lebenselixier.

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Hier auf der „Rottuminsel“ im Zentrum von Ochsenhausen hat die „Wasserhüterin“ ihren Platz gefunden. Fotos: privat

Womit wir wieder bei der „Wasserhüterin Hagar” auf der Rottuminsel in Ochsenhausen sind und von dort auch am neuen Schulbrunnen in Burkina Faso in einem kleinen Dorf bei Piela, wo es die meiste Zeit im Jahr „furztrocken“ sei, wie Erwin Wiest die Notwendigkeit der Hilfe betont und inständig um weitere Spenden bittet.

Autor: Roland Reck

Spenden willkommen! 
Spendenkonto: 
Kreissparkasse Biberach 
IBAN: DE 95 6545 0070 0000 6230 85 
Bemerkung: Spende Brunnen – Wasserhüterin 



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