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Mitteilung der hiesigen Ortsgruppen des Bauernverbandes

Landwirtschaft im Fokus: Podiumsdiskussion in Reichenhofen



Foto: Bauernverband
Gut besucht war die Bauernversammlung im Pfarrstadel Reichenhofen.

Reichenhofen – Im gut besuchten Pfarrstadel Reichenhofen trafen sich am Dienstagabend (3.3.) Vertreter der Landwirtschaft und der Politik zur Winterversammlung der Bauernortsgruppen Leutkirch, Bad Wurzach, Aichstetten und Aitrach. Nachstehend der Bericht von Seiten der Veranstalter:

Ortsobmann Alois Peter begrüßte im gut gefüllten Pfarrstadel die Gäste und Mitglieder des Bauernverbandes Allgäu-Oberschwaben. Bei der Versammlung wurden vom Landwirtschaftsamt dem Veterinäramt die Änderungen für 2026 vorgetragen.

In seinem Grußwort unterstreicht Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle die Bedeutung der Landwirtschaft vor Ort und einer guten Zusammenarbeit von Landwirtschaft und Stadt. Gerade bei uns sichern die Betriebe nicht nur die Versorgung mit regionalen Lebensmitteln, sondern erhalten auch die charakteristische Kulturlandschaft, die für unsere Region unverzichtbar ist.

Ein kritisches Thema brachte Frau Andrea Gmeinder (Landwirtschaftsamt) zur Sprache: Aktuell ist es kaum möglich, Stallbauprojekte genehmigt zu bekommen. Die Folge: Landwirte können nicht in moderne, luftigere Ställe investieren, die eigentlich für mehr Tierwohl gefordert werden.

Beim Agrarförderprogramm fällt die Basisförderung für Stallbauten weg. Die Prosperitätsgrenze ist zukünftig bei Alleinstehenden mit 210.000 Euro und Verheirateten mit 250.000 Euro festgesetzt.  Die Förderobergrenze bei der Agrarförderung (AFP) liegt bei 2 Millionen Euro. Besonders im Fokus steht die fachgerechte Dokumentation der Gülleverdünnung, die bei einer Vorortkontrolle detailliert erläutert werden muss.

Frau Geßler weist darauf hin, was Antragsteller zu beachten haben, vor allem sollten sie ihr Postfach immer wieder ansehen. Die Förderung kleiner Strukturen und der Nachweis Kennarten sollen 2026 über die App erfolgen, Frau Geßler weist darauf, dass Anträge frühzeitig zu stellen sind, letztes Jahr sind 1500 Anträge in den letzten zehn Tagen gestellt worden, was die Bearbeitung der Anträge erschwert.

Im Sachvortrag von Herrn Simon Bayer (Landwirtschaftsamt) wurde das Thema bodennahe Gülleausbringung behandelt. In Baden-Württemberg wurden rote Gebiete im Gegensatz zu Bayern nicht außer Kraft gesetzt. Die Gülleverdünnung muss bei einer Vorortkontrolle erläutert und durch gezogene Gülleproben nachgewiesen werden. Der Lagerraum muss nachgewiesen werden und woher das Wasser für die Gülleverdünnung kommt. Im Landkreis Ravensburg gelten noch die Regeln von 2025, ab 2027 wird davon ausgegangen, dass jeder Landwirt für eine Befreiung einen Antrag stellen muss, danach wird über die Genehmigung entschieden, ob eine Befreiung erteilt wird.

Herr Reitmayer vom Veterinäramt berichtet, dass berichtet, dass es bislang 26 Fälle von BTV8 gab, deshalb gibt es keine Veränderungen bei der Verbringungsregelung. Eine Neuerung steht ab dem 15. Juli 2026 bevor, da wird die Blauzungenkrankheit im EU-Recht nur noch als D+E-Seuche geführt. Es wird aber auf Grund der Krankheitsverläufe weiterhin zur Impfung geraten.

An der Podiumsdiskussion nahmen teil (von links): Daniel Derscheid (FDP), Petra Krebs (Die Grünen) und Raimund Haser (CDU). Vertreter der AfD und der SPD, die ebenfalls eingeladen waren, hatten abgesagt. Die Podiumsdiskussion leitete der Vorsitzende des Bauernverbandes Allgäu-Oberschwaben, Franz Schönberger.

Ein Hauptthema der Bauernversammlung war die Politische Podiumdiskussion mit dem Fokus der Landwirtschaft. Wenige Tage vor der Landtagswahl standen vor allem die Themen Biberverordnung, Hochwasserschutz und Ernährungssicherheit. Der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Allgäu Oberschwaben Franz Schönberger leitet die Diskussion:

Gibt es bereits Beschlüsse zur Eindämmung von Schäden durch den Biber?

MdL Raimund Haser, CDU (Umweltpolitischer Sprecher) hatte sich massiv für die neue Verordnung eingesetzt. Er begrüßt, dass nun unter bestimmten Bedingungen – etwa bei Gefahr für die öffentliche Infrastruktur oder erheblichen wirtschaftlichen Schäden – Biber schneller entnommen (gefangen oder getötet) werden dürfen. Ein zentraler Punkt ist die Verlagerung der Entscheidungskompetenz. Statt zentraler Steuerung aus Stuttgart entscheiden nun die Landratsämter mittels Allgemeinverfügung über Ausnahmen vom Tötungsverbot. Eine Forderung wird von MdL Haser unterstützt: die Aufnahme in das Jagdgesetz, um eine dauerhafte und rechtssichere Bestandsregulierung zu ermöglichen.

Auch MdL Petra Krebs (Grüne) begrüßt diese Dezentralisierung ausdrücklich, da sie schnellere, praxisnahe Lösungen in Konfliktfällen verspricht.

Daniel Derscheid FDP will die Aufnahme des Bibers und Wolfs in das Jagd- und Wildtiermanagmentgesetz (JWMG) anstatt der Regelung über Allgemeinverfügungen.

Hochwasserschutz:

Gibt es bereits Beschlüsse zur Eindämmung von Schäden?

MdL Raimund Haser, CDU: Die Mittel für den Hochwasserschutz wurden erhöht, der Biber steht dem Hochwasserschutz entgegen.

MdL Petra Krebs, Grüne: Flächen müssen so gestaltet werden, dass sie mehr Wasser aufnehmen. Finanzieller Anreiz, indem Flächen mit Kompensationspunkten aufgewertet werden. Dies dient nicht nur dem Naturschutz, sondern dient als natürlicher Rückhalt.

Daniel Derscheid FDP: Die Entschädigung für Überflutungen muss schneller und unkomplizierter erfolgen.

Ernährungssicherheit:

Nahrungsmittelsituation in Europa ist relativ stabil, Zulieferprodukte stellen eher ein Problem dar, es gibt zu viele Verwaltungsbeamte.

MdL Petra Krebs, Grüne, einen Engpass gibt es lediglich bei Obst und Gemüse

MdL Raimund Haser, CDU, wir haben unterschiedliche Selbstversorgungsgrade, z.B. Milch ist stabil, Getreide macht da schon eher Sorgen. Bei Sonderkulturen haben wir jetzt schon nur noch 40 % und wird immer weniger. Für die Landwirtschaft wurde extra nachverhandelt und vieles erreicht.

Daniel Derscheid, FDP: Wir bekennen uns klar zum Freihandelsabkommen, da der Freihandel Wohlstand bedeutet.

Zum Schluss bedankt sich Ortsobmann Alois Peter bei allen Akteuren, den ehrenamtlichen Helfer*innen für das gute Gelingen.

Anm. d. DBSZ-Red.: Stellungnahmen von Akteuren mit zielgerichteter Interessenslage – wie im vorliegenden Fall – enthalten in aller Regel Meinungsbestandteile. Wir gestalten im Hinblick auf die anstehende Wahl Berichte von politischen Akteuren in der Optik von Leserbriefen, also mit kursiv gesetztem Titel. 




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