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Der seitherige Vorstand forderte mit Verweis auf Überalterung eine Neuaufstellung

Museums- und Heimatverein erhielt Übergangsvorstand



Foto: MHV
Bürgermeisterin Monika Ludy leitet übergangsweise den Museums- und Heimatverein. Rechts Stadtarchivar Michael Tassilo Wild.

Bad Waldsee – Vor Zeiten übertrug die Stadt dem Museums- und Heimatverein die Führung des Museums im geschichtsträchtigen Kornhaus. Seither organisiert der Verein alljährlich Ausstellungen in der Pfeilerhalle, deren öffentliches Interesse oft weit über die Stadtgrenzen und in die oberschwäbische Region hinausreicht. Im ersten Stock wird die Kulturgeschichte der Stadt gezeigt und im zweiten Stock findet das heimatliche Werden der Stadt seinen Platz. Allein im laufenden Jahr gab es vier bedeutende Ausstellungen und mehrere Einzelveranstaltungen, beispielsweise anlässlich des vor 500 Jahren stattgefundenen Bauernkrieges, zum Ende des Zweiten Weltkriegs vor 80 Jahren, auch musikalische Angebote und Vorträge. Mindestens 4000 Besucher durfte das Museum bisher zählen. Leider übersteigen die damit verbundenen Belastungen die noch vorhandenen Möglichkeiten des Vereins.

Der Museums- und Heimatverein signalisierte der Stadtverwaltung bereits im Frühjahr die schon seit längerer Zeit schwierig gewordene Situation und sandte einen deutlichen Hilferuf an die Stadt. Die augenblickliche Situation erinnert den Verfasser an ein Gedicht Ludwig Uhlands, wo es unter anderem heißt: „Die Mauern liegen nieder, die Hallen sind zerstört, noch eine hohe Säule, zeugt von verschwundner Pracht; Auch diese schon geborsten, kann stürzen über Nacht“! Es ist das Gedicht „Des Sängers Fluch“. Damit dieser Fluch nicht auch unsere Stadt ereilt, bot der gesamte Vorstand, einschließlich Beirat an, sich bei der fälligen Neuwahl geschlossen nicht mehr zur Verfügung zu stellen. Diesen Hilferuf hat die Stadt engagiert zur Kenntnis genommen und möchte sowohl eine Fortführung der Museumsaktivitäten als auch eine Neuaufstellung des Vereins bewirken.

Der Interimsvorstand

Dies soll unter ehrenamtlicher Führung von Bürgermeisterin Monika Ludy erfolgen. Sie selbst wird daher für ein Jahr den Vorsitz des Vereins übernehmen. Ihr zur Seite stehen ausschließlich Mitarbeiter der Stadt, als Stellvertreter Christoph Liebmann (Fachbereichsleiter Zentrales, Ehrenamt und Öffentlichkeitsarbeit), als Schatzmeister Markus Mohr (Fachbereichsleiter Finanzen), als Schriftführerin Tina Deiss, persönliche Referentin bei Monika Ludy und als Leiterin Geschäftsstelle und ehrenamtliche Aufsicht Lena Maucher, die in der Stadtverwaltung im IT-Bereich tätig ist. Der so konzipierte Interimsvorstand wurde von den zahlreich anwesenden Mitgliedern jeweils einstimmig gewählt. Als Kassenprüfer bleiben Hiltrud Wiedmann und Hans Grimm im Amt.

Monika Ludy schilderte ihr Konzept bis zum Neustart im  Herbst 2026

Ludy bedankte sich sehr für das ihr selbst und ihrem Team entgegengebrachte Vertrauen und betonte, ihr sei es aus städtischer Sicht äußerst wichtig, dass es im Museum weitergeht und kündigte an, bis Herbst 2026 einen neuen Vorstand zu präsentieren, der bis dahin ein völlig neues Konzept erarbeitet haben wird. Ludy stelle derzeit ein Aufsichtsteam für die im Kornhaus geplanten Aktivitäten des kommenden Jubiläumsjahrs zusammen. Dieses Team werde natürlich intensiv zur Stadtgeschichte geschult. 2026 feiert Bad Waldsee nämlich gleich dreifach: 1100 Jahre urkundliche Erwähnung, 600 Jahre historisches Rathaus und 70 Jahre Prädikat „Bad“. Dazu werde es Ausstellungen und Aktionen geben und das Museum werde daher in einer „Kornhaus-Offensive“ täglich geöffnet sein. Die Jubiläumsveranstaltungen und Ausstellungen werden vom Stadtarchiv konzipiert. Der offizielle Neustart des Museums- und Heimatvereins solle dann im Herbst 2026 erfolgen, so die Bürgermeisterin.

Hubert Leißles Rückblick

Die üblichen Regularien einer Jahreshauptversammlung fanden ordnungsgemäß statt. Noch-Vorsitzender Hubert Leißle gab einen ausführlichen Bericht über die erfolgreichen Aktivitäten des Vereins im laufenden Jahr. Besondere Erwähnung fanden die Ausstellungen „Im Atem der Freiheit“ (Johannes Pfeiffer), „Freiheit so nah, so fern“ (Todesmärsche durch Waldsee), „Flowers for Friends“ (Ebell-Preisträger Leandro Cultraro) und 125 Jahre Ruderverein Waldsee. Leissle betonte die abnehmenden Kapazitäten des Vereins und das hohe Durchschnittsalter der Aktiven. Auch über die Umgestaltungen im ersten OG berichtete er und über die Erfassungsarbeiten im Depot bzw. über dessen „Entrümpelung“ und erwähnte die Neuerwerbungen für das Haus. Er dankte der Stadt für die Unterstützung des Vereins und sehe zuversichtlich einen geordneten Übergang.

Ausblick

Abschließend kamen noch die im laufenden Jahr stattfindende Aktivitäten zur Sprache: Vorstellung des neuen Waldseebuchs, Kornhausadvent mit den Salteries und Vortrag Professor Lehmanns aus Schmalkaden zum Thema „Der Henker des Herzogs“ am 13. November. Brigitte Hecht-Lang, die bisherige stellvertretende Vereinsvorsitzende, ergänzte, wie sehr allen der Verein und das Kornhaus am Herzen liege, wie schwer allen die Entscheidung gefallen sei und mit welch großem Herzblut diese Aufgabe wahrgenommen worden sei. Auch sie freute sich, dass der Verein weiter existieren werde und versprach mitzuhelfen, solange man noch fit sei! Die bisherige Schatzmeisterin Maria Dobler verlas den Kassenbericht, zu dem es, wie immer bei ihr, nicht die geringste Beanstandung gab.

Einstimmige Entlastung

Die fällige Entlastung des scheidenden Vorstands erfolgte einstimmig. Bürgermeisterin Ludy dankte dem bisherigen Vorstand sehr herzlich und forderte die fast 60 anwesenden Mitglieder zu Standing Ovations auf.
Peter Lutz




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