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Gelungener Fasnetsauftakt an Dreikönig

Gschellabstauben im Haus am Stadtsee



Foto: Erwin Linder
Sie ist da, die glückselige Fasnetszeit. An Dreikönig zeigten sich die Narren erstmals im Häs.

Bad Waldsee – Das Gschellabstauben an Dreikönig ist traditionell der Auftakt zur Waldseer Fasnet. Dieses Jahr im Haus am Stadtsee. Unser Reporter Erwin Linder, der einst als Kind selbst der Narrentruhe entstiegen war, berichtet:

Das Haus am Stadtsee ist ein prima Rahmen für das Gschellabstauben. So früh im Jahr ist es schwierig, eine Stadthalle mit Ballbesuchern voll zu bekommen und so verloren sich die Besucher immer ein wenig in der großen Halle. Ganz anders im Haus am Stadtsee. Geschätzte dreihundert gutgelaunte Fasnetsfans bevölkerten den Saal und schufen eine fröhlich-ausgelassene Atmosphäre.

Den Auftakt des Abends bildete das Sammlervölkle, das, von seiner Musik angeführt, mit Narrenmarsch und Sammlermarsch in den Saal kam. Sammlerkönig Berthe enterte Bühne und Mikrofon und lud alle wortgewaltig zum Mitmachen ein. Die Sammler hatten vor der Fasnet eine Singstunde eingerichtet und König Berthe konnte mit Gattin Sigrid ihre  Gesangstalente aus vollem Herzen ausleben.

Zunftrat, Garde und die Kanoniere übernahmen dann das Geschehen. Zunftmeister Roland Haag begrüßte die Gäste, darunter OB Matthias Henne. Auch Abordnungen befreundeter Zünfte konnte er willkommen heißen. Die Aulendorfer mit einem dreifachen „Eckhex hui“, den Zunftrat aus Weingarten, die trotz ihrer Riesenaktion, das 100-jährige Jubiläum der VSAN auszurichten, die Zeit fanden, sich nach Waldsee aufzumachen. „Breisgau-Ofaloch“. Auch die älteste Närrin konnte er mit einem dreifachen AHA herzlich begrüßen.

Das Abstauben erfolgte mit großer Akribie

Nach seiner Begrüßung sandte er die Sammlerinnen und Sammler zum Abstauben in den Saal. Das erledigte die Sammlerschar mit große Akribie und holte unter manchem Dachauer Staub und Spinnennetz hervor.

Raus aus der Narrentruhe

Nachdem aller Staub des Jahres entfernt war, öffneten die Kanoniere die Waldseer Narrentruhe. Als erstes erblickte der Trompeter der Prinzengruppe das Licht der neuen Fasnet. Und wie verstopft auch seine Trompete war. Da konnte vor lauter Staub kein Ton herauskommen. Blasen, ausschütteln und dann, ja dann ging’s. Auch der Narr war vom Licht geblendet, doch schnell hatte er einen kecken Spruch auf den Lippen. Der Hofmarschall hatte in der Narrentruhe weder an Witz noch Fülle verloren und spießte gekonnt wie immer die Missetaten der Waldseer auf.

Mit tiefem Knicks begrüßten die Hofdamen ihren Prinzen Paul Lukas Michael den Ersten, der auch alsbald das Wort an sein Narrenvolk richtete.

Die Bühne im Haus am Stadtsee war mit allen Narren gut belegt und es war ein schönes bunt es Bild, als sie sich einhängten zum Schunkelwalzer „und zum Schluss einen Kuss“ ganz getreulich ausführten.

Souverän zwischen Spaß und Ernst gewechselt

Dann kam die Stunde des Hofnarrren. Kinder und Narren tun die Wahrheit kund, sagt der Volksmund, und nur der Hofnarr kann seinem Souverän ungeschminkt die Wahrheit ins Gesicht sagen. Maximilian Klingele meisterte seinen Part sehr souverän. Chapeau für dieses Gedicht, das im Versmaß stimmig und vom Inhalt zwischen lustig und grimmig von Anfang bis zum Ende die Zuhörer in seinen Bann schlug. Der Narr fand die richtige Balance zwischen Witz (über sein neues Häs für vollschlanke Männer und die Reproduktion der Prinzengruppe) und Ernst mit seinem Ausblick auf die unfriedliche Welt und wurde mit seinem Appell an die Demokraten recht politisch. Er fand dann auch wieder zurück ins Lokale und nahm genüsslich die Fehler und Versäumnisse im Städtle aufs Korn.

Wenn das kleine Mäschkerle aus der Kiste steigt …

Dann, ein berührender Moment, wenn das kleine Mäschkerle aus seiner Kiste steigt, mit zarter Kinderstimme sein AHA ruft. Darauf der Büttel von der kleinsten, aber sympathischsten Randgruppe der Waldseer Fasnet. Von Franz Müller, stimm- und wortgewaltig, wird ausgeschellt, was die Waldseer angestellt. Dann dürfen die Masken aus der Truhe. Das Federle macht den Anfang, gefolgt von Narro und Faselhannes, Schorrenweible und zum guten Schluss das Schrättele. Jetzt ist alles auf der Bühne, was Waldsee an Narren aufzubieten hat.

Kurzweiliger Ehrungsblock

Nach ein paar Schunklern kommt der große Augenblick für Elmar Kibler, den Ordenskanzler. Er macht seine Sache gut und bringt mit seiner witzigen Moderation die Orden an Mann und Frau. So kurzweilig wie in diesem Jahr war die Ehrung selten. Nur das Sammlervölkle musste etwas darben. Denn laut Regieanweisung müssen die Sammlerinnen und Sammler als bunte Staffage völlig trocken rechts vor der Bühne stehen.

Die Geehrten

Den Zunftorden erhielten Karl Dangel, Kim Pfeilsticker, Thomas Matuscheck, Jürgen Knaus, Barbara Birk, Erhard Bachmann und Tobias Leicher.
Den Zunftorden in Silber gab’s für Joe Schorpp, Andrea Sonntag, Markus Sonntag, Frank Meisl, Anton Sproll, Johannes Wiest.
Den Zunftorden in Gold erhielt Harald Sinzig.
Das Zunftabzeichen bekam Edgar Kümmerle.
Freundschaftssterne gab es für die Mitglieder der Mords-Comedia Franz Daiber, Sybille Daiber, Johannes Frick, Tina Frick, Axel Frick, Christoph Mayer, Moni Mayer, Ralph Zell, Anita Hepp, Thomas Jans, Roland Haag, Jacky Wieland, Birgit Sonntag, Hans Ehinger, Ulrike Kibler und Elmar Kibler.
VSAN-Ehrennadeln bekamen in Bronze Jürgen Wirth und Tobias Klöckler, in Silber Thomas Hörmann und in Gold Karl-Heinz Lamperle und Theo Egle.

Der letzte Auftritt

Die Mords-Comedia hatte nach ihrer Ehrung noch ihren allerletzten Auftritt mit fetzigen Liedern.

Das Gschellabstauben 2024 – ein  gelungener und fröhlicher Fasnetsauftakt.
Erwin Linder

Viele Bilder vom Waldseer Fasnetsauftakt in der Galerie



Fotos: Erwin Linder

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