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Eine geschichtliche Einordnung durch den Chronisten der Narrengilde Reute

Die Goiß und der Bahnhof Durlesbach



Foto: Narrengilde Schussentäler e.V. Reute

Reute – Wenn die Reutener Goiß in diesem Jahr ihr 55-jähriges Jubiläum feiert, dann blickt sie auf eine Entstehungsgeschichte zurück, die tief in der regionalen Kultur verwurzelt ist. Ihren Ursprung hat die erste Reutener Holzmaske aus dem Jahr 1971 nicht nur im örtlichen Vereinsleben, sondern auch in einem Ort, der weit über Oberschwaben hinaus bekannt wurde: dem Bahnhof Durlesbach. Michael Oberhofer, Chronist der Narrengilde Schussentäler, gibt Erläuterungen zur Entstehungsgeschichte:

Jahr für Jahr fuhren die Bewohner aus Kümmerazhofen mit einem kleinen „Bähnle“ nach Reute zum Fasnetsumzug. Die Nähe zum Bahnhof und seine Rolle im berühmten Volkslied „Auf de schwäbsche Eisebahne“ lieferten schließlich die Idee für eine neue Maske. Die Reutener Narren gehen davon aus, dass der legendäre Goißbock vor seinem „seligen End“ noch für reichlich Nachwuchs gesorgt habe. Die Maske trägt ein echtes Ziegenfell, das braune Häs wird von einem Gürtel mit fünf Glocken gehalten und durch Halstuch, Handschuhe mit Fellbesatz und braune Schuhe ergänzt. Jede Maske wird bis heute von Hand geschnitzt, weshalb jeder Goißkopf ein unverwechselbares Gesicht erhält. Lebhaft, verspielt und immer zu einem Streich bereit, begeistert die Goiß gemeinsam mit ihrem Narrensamen die Zuschauer entlang der Umzugsstrecken.

Bahnhof Durlesbach

Nur wenige hundert Meter von Reute entfernt liegt der Bahnhof Durlesbach, der 1849 eröffnet und 1984 stillgelegt wurde. Er gehörte zur Königlich Württembergischen Staats-Eisenbahn und lag an der Südbahn zwischen Ulm und Friedrichshafen. Das ursprüngliche Bahnhofsgebäude von 1849 wurde 1911 abgerissen und im Ortsteil Reute wieder aufgebaut. Der Neubau von 1911 beherbergte im Erdgeschoss vier Diensträume – Wartezimmer, Kassenraum, Gepäckaufgabe und Telegraphenraum – während im Obergeschoss der Stationsvorsteher wohnte und in einer Dachkammer der Weichenwärter.

Weil die Eisenbahnverwaltung dem Bahnhof schon früh keine große Zukunft mehr zutraute, blieben die Investitionen stets auf das Nötigste beschränkt. Heute existiert das Bahnhofsgebäude in zweifacher Form: als ursprünglicher Bau von 1849, der nun als Wohnhaus in Reute steht, und als Neubau von 1911. Und natürlich als kulturelles Denkmal – denn ohne Durlesbach gäbe es weder das berühmte Lied noch die Reutener Goiß in ihrer heutigen Form.

Auf de schwäbsche Eisebahne…

Das Volkslied „Auf dr schwäbsche Eisenbahne“, erstmals um 1853 schriftlich erwähnt, entstand als humorvolles Spottlied auf die neue Eisenbahn. Es ist vollständig im schwäbischen Dialekt verfasst und greift reale Orte wie Stuttgart, Ulm, Biberach, Meckenbeuren und eben Durlesbach auf. Die Melodie geht vermutlich auf ein Basler Soldatenlied zurück. In der bekanntesten Strophe bindet ein Bauer seinen Geißbock hinten an den Zug – und findet später nur noch den Kopf. Bis heute gilt das Lied als fester Bestandteil der oberschwäbischen Kultur. In Durlesbach erinnert ein Denkmal mit Figuren aus dem Lied daran – und in Reute lebt die Geschichte in der Goiß weiter, die seit 55 Jahren ein Stück Eisenbahnromantik, Volksliedtradition und Fasnetsfreude miteinander verbindet.

Fasnetsumzug in Reute

Zahlreiche große und kleine Goißa werden beim großen Narrensprung am Sonntag, 8. Februar, zu sehen sein. Anlässlich des Jubiläums ziert ein Goißakopf den Umzugspin. Die Plaketten können während des Umzugs entlang der Umzugstrecke erworben werden.




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