Skip to main content
Unser Reporter Peter Lutz war beim Info-Spaziergang mit OB Henne dabei

Bad Waldsees Potenzial für eine Landesgartenschau



Foto: Peter Lutz
Abschluss am Neuen Rathaus.

Bad Waldsee – Oberbürgermeister Matthias Henne bat am vergangenen Samstag (20.9.) zum Bürgerspaziergang über ein mögliches Gartenschaugelände der Kurstadt. Bekanntlich beschloss der Gemeinderat Ende vergangenen Jahres einstimmig, sich um die Durchführung einer Landesgartenschau zu bewerben. An den ersten Zukunftstagen der Stadt (19. bis 21. September) war Auftakt des hierfür vorgesehenen Beteiligungsprozesses. Vor gut 80 Interessierten gab es in der Stadthalle Impulsreferate durch den OB und durch drei Vertreter des Büros „Planstatt Senner“. Dieses Team beriet sehr erfolgreich bisherige Gartenschaustandorte wie beispielsweise Wangen, Überlingen, Heidenheim, Balingen, Freudenstadt-Baiersbronn etc. Die Kurstadt sei damit in besten Händen, ist sich Henne sicher.

Information in der Stadthalle

Zum Auftakt gab es Informationen in der Stadthalle. OB Henne (Bild) freute sich über das Interesse der Bürger an diesem Zukunftsprojekt gleich von Anfang an. Er sehe darin beste Chancen für die weitere Entwicklung der Stadt, für die Verbesserung ihrer Lebensqualität bei gleichzeitigem nachhaltigem Fortschritt. Eine Gartenschau sei gewiss mehr als bunte Blumenbeete, sie habe Einfluss auf Infrastruktur, Ökologie, Mobilität und Klimafreundlichkeit in der Kernstadt und in den Ortschaften. Über Landesfördermittel würden auch Wirtschaft und Tourismus dauerhaft profitieren. Eine Landesgartenschau wäre eine einmalige Chance für das gesamte Gemeinwesen, so der OB. Auch alle vier Ortschaftsräte bestätigten diese Sichtweise (gute Verkehrsanbindungen an die Kernstadt). Ideen und Gedanken von Bürgern sollen das Projekt mittragen, wodurch Miteinander, Bürgersinn und gemeinsames Erlebnis gedeihen könnten. Ein solches Ereignis wäre entscheidender Impulsgeber für unsere Zukunft. Lassen Sie uns diese Chance nutzen, appellierte der OB abschließend.

Starke Konkurrenz

Johann Senner (Bild), freier Landschaftsarchitekt und Chef des Beraterbüros, dankte Oberbürgermeister Henne für die konstruktive und interessante Zusammenarbeit. Er versprach, sehr große Ohren zu haben für die Ideen der Waldseer zur Gestaltung ihres Projektes Landesgartenschau. Immerhin gebe es ein stattliches Bewerberfeld von wohl 10 bis 15 baden-württembergischen Kommunen, denn eine Landesgartenschau ziehe langfristig hohe öffentliche Fördermittel bzw. Drittmittel aus Land, Bund und EU nach sich. Ehemalige Landesgartenschaustandorte würden dabei stets bevorzugt, weiß Senner. Gartenschauen seien eine Art Lokomotive für weitere Entwicklungen. Bei Gartenschauen entstünden heute vermehrt Daueranlagen ohne Rückbau und sie seien auch ein dauerhaftes Fest mit sozialen Aspekten, großem Miteinander und Zusammenrücken. An bisherigen Standorten seien auch effiziente Fördervereine für weitere Projekte entstanden.

Wenn der Zuschlag kommt, seien vor allem die Bürger gefordert. Bad Waldsee habe wohl gute Aussichten nach Abschluss des erfolgreichen Großprojekts „Altstadt für Alle“ geschaffen. Die Altstadt selbst mit Park und Seen sei Herzstück einer Planung mit historisch kundigen und  kulturschaffenden Bürgern oder mit Vereinen und Verbänden;  Roland Umbrecht vom BUND war ja unter den Besuchern. Auch die vielen Quellen, die Seen und die Fließgewässer seien von großem Vorteil bei einer Bewerbung.

Fünf Schlüssel

Fünf sogenannte Keypoints hat Planstatt Senner herausgearbeitet:

  • historische Altstadt mit Klosterhof und Hasenwinkel
  • Stadtsee und Healing-Park (Gesundheits-Park)
  • Wasserschloss im Dornröschenschlaf und verwunschener Landschaftspark
  • Hangpark rauf zum Frauenberg mit Aussichtsturm
  • Bahngelände mit BAG-Green Tower

Die fünf Entwicklungsgebiete für eine Landesgartenschau. Grafik: Planstatt Senner

Die Gewässer sollen erlebbar werden.

Zeitplan

Das Senner-Team stellte einen möglichen Zeitplan vor: 2025-26 Bewerbung, Zuschlag 2027, Rahmenplan 2028-29, Wettbewerb Freiraum und Städtebau 2030, Ausführungsplanung und Umsetzung 2031-36 und Eröffnung 2037. Die beiden Mitarbeiterinnen erläuterten im Detail verschiedene Möglichkeiten in den Keypoints, auch an Projektbeispielen ihres Büros im In- und Ausland. Auch Ideen für die Ortschaften wurden angedacht.

Tina Mühlbeck vom Senner-Team.

Der Bürgerspaziergang

Am Bürgerspaziergang nahmen zwei Gruppen mit etwa je 40 Personen teil. Gruppe I führte OB Henne gemeinsam mit Kerstin Wilandi und Tina Mühlbeck von Planstatt Senner. Gruppe II führte Bürgermeisterin Monika Ludy gemeinsam mit Johann Senner. Am Ausgang der Stadthalle erklärte Henne seine persönliche und langfristige Sicht des schon länger bestehenden Städtischen Rahmenplans.

Neue Stadthalle?

Demnach sollte es eine neue und moderne multifunktionelle Stadthalle geben (Standort auf Kiesrücken oder Krankenhaus?), die Blechlawinen auf der Bleiche sollten gegebenfalls in ein Haus oder unter die Erde, sogar ein Fahrradhaus wünscht der OB, die Festwiese sei Bedarf und die Tennisanlage sollte Richtung Skateranlage gehen. Beide Planerinnen stimmten dem zu, womit ein wirklicher Hangpark zur Geltung käme.

Der Döchtbühlturm

Den alten Aussichtsturm auf dem Döchtbühl aus dem Jahr 1888 (Kaiser-Friedrich-Turm) könnte man wiederbeleben, indem man ihn sinnvoll umgibt, beispeislweise mit einem Kletterpark. Der Stationenweg müsste barriereärmer werden, womit auch die Schulwege zeitgemäßer würden. Der grüne Ring um die Altstadt müsste weiter ertüchtigt werden.

Der leise Teil der Gartenschau

Am Schlosssee-Ufer hinter dem Hofgarten sollte es eine Wiederbelebung einschließlich der Quellen geben, beispielsweise durch eine behutsame Wegführung durch den Baumbestand mit Ruhebänken. Hier im „leisen Teil“ einer Gartenschau solle viel Platz für Mensch und Natur sein. Früher war dort übrigens ein Cricketplatz, heute ist es eine klimatische Idylle der Kurstadt. Zu denken wäre hier am Ausgang auch an eine Art Künstler-Café mit kreativen Treffs. Auch am 2018 abgebrannten Kavaliershaus und am Hühnerstall im verwunschenen Schlosspark wären heimelige Gestaltungsmöglichkeiten. Eine Teilnehmerin brachte auch eine Konzertmuschel ins Spiel. Ob damit der gewünschte leisere Teil der Gartenschau bewahrt sei, bezweifelt der Verfasser!

Im Klosterhof. Am Mikro Florian Becker.

Gondolettas

Nächste Halts des Spaziergangs waren der Klosterhof und der Steg am Bootsverleih. Der bisherige Boule-Platz solle auf jeden Fall bleiben, aber über die Parkmöglichkeiten müsse im Sinne eines architektonischen Ensembles zwischen Altstadt und Wasser (Stadtsee) diskutiert werden, was im Hasenwinkel weniger der Fall sei, weil es sich dort um einen Hinterhof handele. Am Steg wurde über den BAG-Green-Tower diskutiert, wäre das doch ein idealer Aussichtsplatz über den See zur Altstadt-Silhouette? Auch Wege- oder Wasserverbindungen Altstadt-Bahnhofgelände für Gartenschaubesucher war Thema (Gondolettas? Laut Wikipedia ein Bootsbetrieb, bei dem die Boote mit einem unter der Wasseroberfläche geführten Seil über einen vorgegebenen Kurs gezogen werden). Statt des Treppenaufgangs vom See zum Bahnhof wäre ein Aufzug denkbar.

Kosten-Szenarien: Großer privater Hebel

Abschließend wurde über die Kosten einer Gartenschau gesprochen. Henne erhielt von OB Michael Lang aus Wangen die Information, es seien dort 330 Millionen Euro eingesetzt worden, davon nahmen private Investoren 310 Millionen Euro in die Hand, womit der Stadt selbst 20 Millionen  Euro blieben, allerdings für eine Jahrzehnte währende nachhaltige Infrastruktur. Henne bot an, bis zum Bewerbungsschluss noch viele Spaziergänge zu führen! Angekommen am Neuen Rathaus gab es Getränke und Häppchen. Gleichzeitig hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, Ideen und Vorschläge auf Zetteln an einer Pinnwand anzubringen.
Text und Fotos: Peter Lutz

Weitere Bilder in der Galerie



Fotos: Peter Lutz

NEUESTE BEITRÄGE

Bad Waldsee
Am Samstag, 23. Mai

Ehrentag 2026 – Für dich. Für uns. Für alle.

Bad Waldsee – Am 23. Mai wird erstmals bundesweit der „Ehrentag – Für dich. Für uns. Für alle.“ begangen. Der neue Mitmachtag wurde von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ausgerufen und rückt das Ehrenamt sowie den gesellschaftlichen Zusammenhalt in den Mittelpunkt.
Hast Du Lust mit uns zu singen?

Der Männerchor Haisterkirch sucht Mitsänger für Projektchor

Haisterkirch – Auch für dieses Jahr ist der Männerchor Haisterkirch wieder in den Planungen für einen Sängerabend am Samstag, 27. Juni. Zum Konzert soll, wie bereits in den vergangenen Jahren, ein Projektchor mitwirken.
Tag der offenen Tür am 21. März: jetzt ein Blasinstrument lernen!

Jugendmusikschule Bad Waldsee bietet neue Einstiegsmöglichkeiten

Bad Waldsee – Zum Halbjahreswechsel am 1. April bietet die Jugendmusikschule Bad Waldsee e.V. wieder neue Einstiegsmöglichkeiten in den Instrumentalunterricht an. Besonders gesucht sind junge Musikerinnen und Musiker, die ein Blasinstrument erlernen möchten. Blasinstrumente bilden die Grundlage vieler Musikgruppen, Ensembles und Orchester. Ohne Trompeten, Hörner oder Posaunen ist ein vollständiges Zusammenspiel kaum möglich. Deshalb möchte die Jugendmusikschule gezielt Kinder und Jugendliche …
Sonntag, 15. März, 10.30 Uhr

Kirchengemeinde St. Peter hat Gemeindeversammlung

Bad Waldsee – Das Thema „Fusion von Kirchengemeinden zu Raumschaften“ treibt viele Gläubige um. Wie wird die seelsorgerliche Versorgung künftig vonstatten gehen? Auch der „Gebäudeprozess“ ist ein Thema, das vielen unter den Nägeln brennt. Die Kirche muss sich aufgrund schwindender Mitgliedzahlen und abnehmender finanzieller Ressourcen von einem Teil ihrer nichtsakralen Gebäude trennen. Um diese Fragen geht es bei der Gemeindeversammlung der Kirchengemeinde St. Peter am Sonntag, 15. März, um 1…
Daniel Lämmle und Thomas Högg

Zwei Stadtjäger für Bad Waldsee

Bad Waldsee – Die Stadt Bad Waldsee hat früh erkannt, dass Begegnungen zwischen Mensch und Wildtier im urbanen Raum (Siedlungs- und Wohnbereich) zunehmen und neue Lösungsansätze erfordern. Statt erst bei akuten Problemen zu reagieren, haben sich die Verantwortlichen der Stadt rechtzeitig mit der Thematik des urbanen Wildtiermanagements (Umgang mit Wildtieren in der Stadt und im Wohngebiet) auseinandergesetzt und ein strukturiertes Angebot geschaffen.
ANZEIGE

MEISTGELESEN

Bad Waldsee
Sängerabend am Samstag, 20. April

Männerchor Haisterkirch sucht Mitsänger für Projektchor

Haisterkirch – Auch für dieses Jahr ist der Männerchor Haisterkirch wieder in den Planungen für einen Sängerabend am Samstag, 20. April. Zum Konzert soll, wie bereits in den vergangenen Jahren, ein Projektchor mitwirken. Hierzu sind alle sangesfreudigen Männer jeder Altersstufe herzlich eingeladen.
Sieben Neuzertifizierungen im Landkreis Ravensburg

58 Handwerksbetriebe aus der Region sind TOP-Ausbilder

Ulm – In der Region gibt es viele Handwerksbetriebe, denen die Ausbildung junger Menschen besonders am Herzen liegt und die sich maßgeblich engagieren. Über das Qualitätssiegel „TOP-Ausbilder“ der Handwerkskammer Ulm können sie sich das hohe Engagement in Sachen Nachwuchsfachkräfte zertifizieren lassen. Ganz aktuell haben im Kammergebiet weitere 19 Ausbildungsbetriebe das Zertifikat erhalten: davon befinden sich sieben im Kreis Ravensburg, vier im Landkreis Biberach, drei im Bodenseekreis, zw…
Unterstützung jenseits der Fallpauschalen

Geburtshilfen in Wangen und Ravensburg erhalten Bundesmittel

Stuttgart / Wangen / Ravensburg – Die geburtshilfliche Versorgung in den Krankenhäusern in Baden-Württemberg wird, wie bereits im Vorjahr, mit rund 15,65 Millionen Euro aus Bundesmittel gefördert. Dies soll die Geburtshilfe unabhängig von der leistungsorientierten Fallkostenpauschale finanziell absichern und die Fachabteilungen für Geburtshilfe in den Krankenhäusern unterstützen. Dies teilte Landes-Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) am Dienstag (2. April) in Stuttgart mit. Die Geburtshil…
Erstmals mit Audioguide – An vielen Tagen auch Liveprogramm

1. Mai: Saisonstart bei der Moorbahn

Aulendorf – Bad Waldsee – Bad Wurzach – Die Ausflugszüge der Moorbahn starten am 1. Mai in die neue Saison. Immer sonn- und feiertags bis zum 20. Oktober fahren sie auf der Strecke Aulendorf – Bad Waldsee – Bad Wurzach durch die schöne Landschaft zwischen Oberschwaben und Allgäu. Viele spannende Ziele warten darauf, entdeckt zu werden. In den Zügen gibt es gute Unterhaltung – live und jetzt erstmals mit einem Audioguide.
Auf dem Freigelände der Viehversteigerungshalle Bad Waldsee

Am 3. Mai ein groß angelegter Fahrsicherheitstag für E-Bikes und Fahrräder

Bad Waldsee – Am 3. Mai findet auf dem Freigelände der Viehversteigerungshalle Bad Waldsee ein groß angelegter Fahrsicherheitstag für E-Bikes und Fahrräder statt. Die sehr erfreuliche Anzahl von Verkehrsteilnehmern, welche mit E-Bike (Pedelec) und Fahrräder unterwegs sind, haben zu einem starken Anstieg von Radunfällen geführt. Hierfür gibt es sicherlich verschiedene Gründe, wie mangelnde Fahrpraxis, überhöhte Geschwindigkeit oder Überforderung. Die Verkehrswacht Ravensburg e.V und das Polize…

TOP-THEMEN

Bad Waldsee
Haisterkirch / Osterhofen – Am 19. Februar 2025 gründete sich die Bürgerrunde Haistergau mit diesem, von ihr so formu…
Ulm / Bad Waldsee – Mehr Zeit für die Bildung der neuen Groß-Pfarreien war eine Forderung beim Austausch zum diözesan…
Bad Waldsee – Der 73. Begegnungstag der Landfrauen fand unter dem Motto statt: „Steh auf, fass Mut und handle“. Wie i…

Einzelhandel, Dienstleistungen und Handwerk in Allgäu-Oberschwaben

VERANSTALTUNGEN

Bad Waldsee