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Gschwind-Nachfolger Axel Musch stellte sich vor

Jahresauftakt in der Kleinen Galerie mit Rosemarie Vollmer



Foto: Peter Lutz
Unwetter in Gondelsheim; Titel: “Tag x”.

Bad Waldsee – Die Kleine Galerie im Haus am Stadtsee unter Leitung von Axel Otterbach wird auch in diesem Jahr wieder sechs Kunstschaffende präsentieren. Erstes Projekt im neuen Jahr sind Werke von Rosemarie Vollmer aus dem südbadischen Gondelsheim. Sie zeigt ihre gefalteten Sichtweisen, in denen sie Bezug nimmt auf aktuelle Themen und Ereignisse. Zur Vernissage erschien neben sehr zahlreichen Besuchern auch der Nachfolger von Walter Gschwind, Axel Musch, der neue Leiter des städtischen Fachbereichs Wirtschaft, Tourismus und Kultur, der sich denn auch selbst vorstellte.

Axel Otterbach (Bild) begrüßte die Gäste mit einem herzlichen Neujahrswunsch zum noch jungen 2025. Er kündigte ein wieder spannendes Ausstellungsjahr an. Außer den sechs Ausstellungen werde es eine ganz besondere Veranstaltung geben, nämlich am 29. Juni. An diesem Tag darf die Kleine Galerie ihr 60. Bestehen feiern, zu dem er alle herzlich einlud! Darüber hinaus werde es im Kornhaus von Mai bis Juli ein besonderes Kunsterlebnis geben. Der international tätige und in Waldsee nicht unbekannte Bildhauer Johannes Pfeiffer wird seine Installation „Im Atem der Freiheit’ vorstellen, in der er sich mit den barocken Werken und der Architektur des Kornhauses auseinandersetzen wird. Es werde eine subjektive Auseinandersetzung nicht nur mit der Geschichte des Hauses, sondern mit der Menschheit.

Nach Bemerkungen zum kürzlich stattgefundenen städtischen Neujahrsempfang und zur leider oft zu knappen finanziellen Ausstattung ehrenamtlicher Aktivitäten wandte er sich Rosemarie Vollmers „gefalteten Einsichten“ zu. Ihre aktuelle Ausstellung zeige Arbeiten der Jahre 2020 bis 2024. Gerade in diesem Zeitraum gab es einschneidende,die Gesellschaft und die Ökologie prägende Ereignisse. Daraus schöpfend befasse sich Vollmer mit „Fledertieren“ und mit unterschiedlichen Materialien, auch filigran mit textilen, wohl im Kontrast zur problematischen textilen Massenproduktion, dazu aber mehr vom Laudator Clemens Ottnad. Zuerst erteilte Otterbach Axel Musch das Wort.

Axel Musch

Axel Musch (Bild), der neue 36-jährige Fachbereichsleiter, stellte sich vor und wies auf seine Kompetenzen und bisherigen beruflichen Erfahrungen in der Landeshauptstadt und als hiesiger Citymanager hin. Als in der Kurstadt Aufgewachsener freue er sich, dem Gemeinwesen Impulse, insbesondere auch für jüngere Zielgruppen geben zu dürfen. Zunächst werde er sich mit dem Kennenlernen der Mitarbeiter seines Fachbereichs und dessen Ablaufprozessen befassen, beginnend mit der naheliegenden Touristinformation und dem Freibad. Er werde dann eine zukunftsorientierte Strategie für alle ihm unterstehenden Bereiche entwickeln, in kreativem Austausch mit allen betroffenen Akteuren. Dazu hoffe er auf interne und externe Unterstützung. Er sehe dabei erhebliche Schnittmengen zwischen den drei Gebieten seines Fachbereichs (neben den genannten noch die Kulturförderung). Abschließend wies er auf bereits bestehende Leistungen der Kurstadt hin, wie etwa die Kleine Galerie, Kultur am See, Künstlernächte und Kultursonntage.

Die Laudatio

Clemens Ottnad (Bild), Kunsthistoriker und Geschäftsführer des Künstlerbundes Baden-Württemberg in Stuttgart, begann mit dem Satz, „Rosemarie Vollmer schreckt vor nichts zurück, kein Medium, kein Material, kein Werkstoff ist vor ihr sicher (…)“ und zitierte aus einer 2021 verfassten Publikation Helmut Schütz’ über Vollmer: „Ob Sars-Cov-2 von Fledermäusen auf Menschen übersprungen ist oder bei einem Laborunfall freigesetzt wurden, wen interessiert das heute noch? Längst haben beide Thesen sich zu Mythen gewandelt. Die Vorstellung der Fledermaus als einem dämonischen Wesen ist seit Jahrtausenden in westlichem Denken tief verwurzelt, Rosemarie Vollmer malt, zeichnet und modelliert Fledermäuse in einer schier unermesslichen Vielfalt.“ In der Waldseer Ausstellung sei zu sehen, dass Fledertiere ihre Bildarbeiten „bevölkern“, aber wohl das ihnen nachgesagte Dämonische verlieren und gar ihre Nützlichkeit deutlich werde.

Vollmer be- und überarbeite ihre Werke in einer Art Brainstorming, indem sie ihre Zeichnungen entwickelt, aber auch vorhandene überarbeitet und mit neu hinzugewonnenen Erkenntnissen gar in Frage stellt. Die ursprünglichen „Flügelwesen“ seien mal noch zu erkennen, mal seien sie versteckt in Verfaltungen und Bruchkanten ihres „Papierreichs“ wiederzufinden. Ottnad bezeichnete die Waldseer Ausstellung als „Bildlabor“, in dem sie mit ganz unterschiedlichen Versuchsanordnungen arbeite. Die verwendeten transparenten Papiere mit ihren Faltungen zeigten nämlich, dass es immer auch zweite bzw. mehrere Meinungen oder Inhalte in unserer gesellschaftlichen Existenz gebe, die oft verdeckt oder nicht gleich wahrnehmbar sind.

Der Laudator und die Künstlerin: Clemens Ottnad und Rosemarie Vollmer.

In einigen ausgestellten Arbeiten werden Vollmers Reflexionen zu einem über ihrem Wohnort Gondelsheim hereingebrochenen Unwetter dargestellt. Das tut sie mit mächtigen vom Himmel stürzenden „Linienstürmen“, die in der unteren Bildhälfte sich zu einer alles verschlingenden Flut vereinen. Ottnad sieht darin auch eine Ursachenforschung der Künstlerin zu solchen auch von Menschen verursachten Katastrophen. Vollmers gefaltete Einsichten böten Gelegenheit, „sich in den behutsamen und vielfältigen Seismografien der Wirklichkeit visuell voranzutasten“.

Bis 23. Februar

In voller Wandbreite; Titel: “wieso warum”.

Wohl mit ihren Faltungen stelle sie die Welt auch auf den Kopf, gelegentlich auch von hinten lesbar. In der die gesamte Wandbreite des Waldseer Ausstellungs-U einnehmende Arbeit mache Vollmers Ansichten recht deutlich. Diese erste Ausstellung der Kleinen Galerie in 2025 ist bis 23. Februar zu sehen.

Gefaltete Sichten, teilweise von hinten lesbar; Titel: “Sie sind alle blind”.

Textile Nähzeichnung mit handgeschöpftem Papier.

Unwetter; Titel: “Heb’s auf”.
Text und Fotos: Peter Lutz   




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