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In der Pfarrkirche Wuchzenhofen

Viele Dankesworte für Pfarrer Dr. Marc Grießer zum Abschied



Foto: Carmen Notz
Pfarrer Marc Grießer bei seinem Abschiedsgottesdienst in Wuchzenhofen.

Wuchzenhofen – Kürzlich fand der Abschiedsgottesdienst für Pfarrer Grießer in der Pfarrkirche Wuchzenhofen statt. Feierlich betraten 13 Ministranten mit den Seelsorgern Pfarrer Andreas Braun, Pater Hubertus und Pfarrer Marc Grießer den Kirchenraum. Es gab viele Dankesworte und ein Geschenk für den scheidenden Pfarrer, der nach erfolgreichem Abschluss seiner theologischen Promotion nun eine Aufgabe als Administrator in der Seelsorgeeinheit Ulrika Nisch im Dekanat Biberach übernehmen wird.

Konzelebranten beim feierlichen Abschiedsgottesdienst von Pfarrer Marc Grießer waren Pfarrer Andreas Braun und Pater Hubertus Freyberg.

„Schön, dass so viele gekommen sind, dass der Kirchenchor Hofs unter Leitung von Rita Kämmerle, Organist Reinfried Musch und Sänger Bernhard Theinert diese Heilige Messe mitgestalten wird“, freute sich Pfarrer Marc Grießer sichtlich. Alle Musikstücke und Lieder waren anspruchsvoll und wurden sehr gut präsentiert. Bernhard Theinert ist ein Sänger der Gregorianik mit entsprechender Ausbildung.

Die Predigt von Pfarrer Grießer

Die letzte Predigt von Grießer war wie immer sehr gehaltvoll, treffend und zum Nachdenken, wie immer frei gehalten, gerade aus dem Herzen heraus, bezugnehmend auf die aktuelle Zeit. Gemäß dem Evangelium „Ihr seid das Salz der Erde“ und „Das Licht nicht unter den Scheffel stellen“ interpretierte er, dass Christen die Würze im Leben der Mitmenschen sein sollen, helfen, beistehen, aufrichten. „Unsere Welt ist voll mit Worten, hinter denen keine Wirklichkeit steht“, mahnte Grießer. Nur der Glaube an Gott führe den Menschen zu sich selbst. Man solle zu seinem Glauben stehen, gerade in der heutigen Zeit. Ein selbstbestimmtes Leben, nur machen, was man persönlich richtig findet, sei letztendlich auch nur eine Abhängigkeit von anderen. „Gott hat die Welt und die Menschen erschaffen, es ist sein Geschenk an uns, das dürfen wir glauben“, schloss der leidenschaftliche Prediger.

Pfarrer Grießer trägt das Evangelium vor.

Carolin Scheerer und Monika Echteler dankten für die acht Jahre

Vor dem Segen folgten zwei Lob- und Dankreden. Carolin Scheerer vom KGR Wuchzenhofen und Monika Echteler vom KGR Hofs berichteten von acht Jahren Zusammenarbeit, was ursprünglich nur für vier Jahre geplant war. Es waren gute, aber auch schwierige Zeiten dabei, wie die Corona-Krise. Vieles habe man zusammen gemeistert, auch 2025 die Zusammenlegung von der SE Alpenblick mit der Pfarrei St. Martin. „Dankeschön für alles, für Gottesdienste, Feierlichkeiten, Vorträge, Gespräche und viel Glück für den neuen Lebensabschnitt“, wünschten die Frauen und überreichten einen Gutschein und ein großes Nutella-Glas als Geschenk.

Pastoralreferentin Sofia Kirchschlager aus Urlau dankte Pfarrer Grießer für seine Arbeit und besonders für seine Predigten mit Gedanken und Impulsen, die neugierig machen. Sein Studium über Romano Guardini habe viel Zeit gebraucht, dennoch habe Pfarrer Grießer immer so gut wie möglich seinen Dienst in der SE getan. Er habe ein besonderes Talent, die Liturgie zu erklären.

Es gab viel Beifall für die Reden, dann folgte der Segen. Zum Schluss erklang das Lied „Der Herr segne dich“, mit dem Kirchenchor Hofs und den Gläubigen zusammen. Pfarrer Grießer bedankte sich herzlich bei den Sängern, beim Organisten und für alles Gute, das er im Allgäu erfahren durfte.

Der Kirchenchor Hofs, vorne Mitte Chorleiterin Rita Kämmerle.

Nach dem Gottesdienst kamen viele zum Stehempfang in die Alte Schule, um miteinander ins Gespräch zu kommen und Häppchen zu genießen.  

Ein Guardini-Kenner

Am 17. September 2017 war Marc Grießers Investitur in der Seelsorgeeinheit „Alpenblick“ mit den Pfarrgemeinden Hofs, Ottmannshofen, Wuchzenhofen, Friesenhofen, Urlau und Hinznang. Dr. Marc Grießer im Rückblick: „Es war für mich ein Neuanfang im ländlichen Allgäu mit ganz anderen Strukturen als im Großraum Stuttgart, wo ich vorher tätig war. Wichtig war mir die Guardini-Arbeit, die Promotion in Regensburg und die Mitarbeit im Freundeskreis in Mooshausen, wo ich Vorträge, Studientage und Führungen im Pfarrhaus anbot. Als etwas Besonderes empfand ich Kontakte mit Guardini-Interessierten im Wohnort der Familie Guardini in der Stadt Isola Vicentina (Nähe Vicenza).“ Dort gab es 2019 und 2023 Kongresse mit jeweils rund 300 Teilnehmern überden großen Theologen Romano Guardini (1885 – 1968). 2019 nahm auch Kardinal Marx teil. Bei den Studientagen in Mooshausen sowie beim Kongress 2019 in Italien war auch die Schola Cantorum Lorchensis unter der Leitung von Bernhard Theinert dabei, der jetzt beim Abschiedsgottesdienst in Wuchzenhofen gesungen hat. Im Rahmen der Studientage hat diese Schola mehrfach in der Hofser Kirche gesungen. „Ihr bin ich sehr verbunden, weil ich den Gregorianischen Gesang so schätze“, erzählt Pfarrer Grießer und weiter: „Ein besonderer Einschnitt war natürlich die Corona-Pandemie. Ich war erst 2,5 Jahre im Allgäu, war also noch nicht so intensiv mit den Pfarreien vertraut. Wir haben versucht, das Beste draus zu machen. Wöchentlich ein geistliches Wort veröffentlicht, Briefe zu Geburtstagen verschickt, Palmzweige gesegnt, die dann in der Kirche abgeholt werden konnte usw. Schließlich kam die Wiederaufnahme der Gottesdienste, allerdings mit strengen Auflagen. Letztlich kann man natürlich viele äußere Ereignisse aufzählen, aber – wie ich schon bei der Verabschiedung in meiner früheren SE sagte — das Entscheidende ist das, was man in den Menschen hinterlässt. Gerade auch in einer Zeit, in der sich Strukturen in der Seelsorge verändern. Als Christen sind wir berufen, Salz der Erde zu sein.“  Und weiter: „Wenn man aus eigener Kraft ein individuelles Leben führen will, kann man das nur durch Abgrenzung von anderen versuchen — und bleibt so doch von ihnen bestimmt. Mein eigenes Selbst finde ich nur als Gottes Geschenk, alles andere ist Wort ohne Wirklichkeit dahinter.“

Nun in der SE „Ulrika Nisch” tätig

Marc Grießer ist nun Pfarrer in der Seelsorgeeinheit „Ulrika Nisch” mit  Gemeinden Rupertshofen, Ahlen, Attenweiler und Oggelsbeuren. In Stuttgart geboren, studierte Grießer in Tübingen und Rom Theologie und erhielt 2002 in Weingarten die Priesterweihe. Nach Vikarsjahren in Friedrichshafen und Schorndorf trat er 2006 seine erste Pfarrstelle in Lorch-Alfdorf im Dekanat Ostalb an, bevor er 2017 ins Allgäu wechselte.
Text und Fotos: Carmen Notz

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Fotos: Carmen Notz

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