Kißlegg – “Wir sind mit der Straßenplanung weit durch.” So Bürgermeister Dieter Krattenmacher (CDU) bei der Gemeinderatssitzung am Mittwochabend im Neuen Schloss Kisslegg. Da erntete der Rathauschef breite Zustimmung. Etwa von CDU-Fraktionschef Christoph Dürr. Aber auch vom SPD-Fraktionshäuptling Josef Kunz: “Wir freuen uns auf den ersten Spatenstich.”
KIßlegg – Der markante ehemalige Gasthof “Löwen” mitten in Kisslegg. Mit ihm hat das Rathaus Großes vor. Direkt nebenan: das Haus Dr. Franz-Reich-Straße 11. Das alte Haus sei “so marode, dass wir uns dazu entschließen mussten, dieses Gebäude abzubrechen”, sagte Bau- und Umwelt-Amtsleiter Manfred Rommel am Mittwochabend bei der Gemeinderatssitzung im Neuen Schloss. Außerdem werde so mehr Platz frei, um auf den “Löwen” leichter zuzugehen – oder etwa auch Fahrräder abzustellen. “Ich kann da überhaupt nicht mitgehen”, hielt SPD-Fraktionschef Josef Kunz dagegen – und räumte enttäuscht ein: “Ich sehe schon, ich stehe da allein da.”
KIßlegg – “Das Nachhaltigste ist es eigentlich, ein Gebäude zu erhalten.” Unter diesem Grundsatz zeigte Architekt Wolff Stottele seine Ideen, Planungen und Vorschläge zum denkmalgeschützten ehemaligen “Löwen” am Mittwochabend dem Gemeinderat Kisslegg. Da “wir hier ein Denkmal betreiben in Verbindung mit Nachhaltigkeit”, bringe dies dem Gebäude “nochmal einen ganz anderen Schliff – über Kisslegg raus”. Bürgermeister Dieter Krattenmacher (CDU) nannte Gesamtkosten von 3,7 Millionen Euro. Da das ganze Vorhaben als sozial gelte (Altenbetreuung), seien dafür 2 Millionen Euro an Zuwendungen von außen zu erwarten, ergänzte Kämmerer Roland Kant. Also zum Beispiel vom Land Baden-Württemberg.
Denkmalschutz. Die Grundmauern des ehemaligen Gasthofes “Löwen” gehen auf das Jahr 1696 zurück. Aber auch sonst wirkt das Gebäude vergleichsweise gut erhalten. Deshalb: Denkmalschutz. Er hindert allerdings nicht dran, im Bereich der ehemaligen Wirtsstube einen Versammlungsraum und im Obergeschoss Wohnräume für alte Leute mit insgesamt neun Betten einzurichten. Vor allem für solche Menschen, die zu verarmen oder zu vereinsamen drohen. Zum Thema Denkmalschutz erläuterte Architekt Wolff Stottele vom Büro “EUS Architekten” Ravensburg: “Denkmalpflege und Nachhaltigkeit wird allgemein als Widerspruch bezeichnet.” Am “Löwen”-Haus lasse sich künftig das Gegenteil beweisen. Nämlich gründlicher Erhalt eines Baues, das dann “nachhaltig” betrieben wird.
Architekt Wolff Stottele erläutert sein Nachhaltigkeitskonzept
Wie? Stottele ist bei der Architektenkammer Baden-Württemberg für die “Qualität nachhaltiger Gebäude” zuständig. Und so hält es der Fachmann für denkbar, den “Löwen” “nachhaltig” mit Holzpellets zu beheizen. Stottele machte dabei auf den LNB aufmerksam. Also auf den “Leitfaden nachhaltiges Bauen” von 2019. Dieser geht offenbar auf Anregungen aus dem Landratsamt Ravensburg zurück. Die Behörde sei wiederum von Vorbildern aus Vorarlberg mit angeregt worden. So entsteht etwa die Sporthalle Wangen weniger aus Beton als “nachhaltig” mit Holz. Außerdem sei es Stottele gelungen, den richtigen Mann bei der “Deutschen Stiftung Denkmalschutz” (Bonn) auf den Kisslegger “Löwen” neugierig zu machen. Stottele über den Ansprechpartner in Bonn: “Der fand das interessant.” Im neuen Jahr wisse man, ob die die Stiftung die “nachhaltige” “Löwen”-Sanierung unterstützt. Falls ja, werde sich der neu belebte “Löwen” als “Vorzeigeprojekt im Kreis Ravensburg” erweisen.
“Es wird ein Bürgerhaus”
CDU-Ratsmitglied Dr. Friedrich Rockhoff fragte nach einzelnen Kostenpunkten der Planungsarbeiten und wollte wissen: “Wer überwacht das Ganze?”. Auf Stotteles Antwort, “das ist unsere Aufgabe”, versicherte Rockhoff: “Wir nehmen Sie beim Wort.” Der SPD-Fraktionsvorsitzende Josef Kunz halt den Kostenrahmen für akzeptabel: “Das ist ganz normal, dass das so viel Geld kostet.” Für welchen Bedarf? Bürgermeister Krattenmacher betonte, beim “Löwen” gehe es um weit mehr als ein Einfamilienhaus “mit vielleicht 100 Quadratmetern” – eher schon um die dreifache Fläche. Krattenmacher: “Es wird ein Bürgerhaus.” Und zwar mit “sozialer Zusatznutzung für kommende Generationen”. Dafür könne das Rathaus besonders Großzügigen aus der Bürgerschaft “auch Spendenquittungen ausstellen”. Wer also etwas für den Nutzen vieler und fürs eigene Seelenheil tun wolle, solle sich da nicht bremsen.
Dem Rathaus-Chef schwebt “ein Begleit-Arbeitskreis, ein “Löwen’-Arbeitskreis” vor. In ihm solle jede Gemeinderatsfraktion mit einer Person vertreten sein. Ebenso die “Bürger für Bürger” – und dann noch eine Person aus der Einwohnerschaft Kissleggs; möglichst eine fachlich kundige. Dieter Krattenmacher bat am Mittwochabend darum, “dass der Gemeinderat den Sachstand zur Kenntnis nimmt”, damit das Rathaus die Planungen fortsetzen kann. Dem stimmten alle Ratsmitglieder zu – außer Hubert Braun von der Grün-offenen Liste (GOL). Er äußerte Bedenken wegen der Kosten.
Längsschnitt Umbauplanung “Löwen”. Zeichnung: EUS Architekten
Aichstetten (rei) – Die Theatergruppe Aichstetten führt heuer die Komödie „Diese Kunstbanausen“ auf. Premiere war am Freitag, 10. November (20.00 Uhr). Das Stück wird im Pfarrstadel aufgeführt.
Aitrach – Aufgrund Glätte ist am Mittwoch kurz nach 21.30 Uhr ein 21-jähriger Ford-Fahrer auf der A 96 im Bereich der Autobahnauffahrt im Bereich der Anschlussstelle Aitrach von der Fahrbahn abgekommen und mit einem Verkehrszeichen kollidiert. Der Sachschaden beträgt insgesamt rund 3.000 Euro, verletzt wurde niemand.
Leutkirch – Alle drei Fahrstreifen inklusive des Standstreifens hat am Mittwoch kurz nach 9 Uhr ein 25-jähriger Autofahrer benötigt, der zwischen den Anschlussstellen Leutkirch-West und Aichstetten durch seine Fahrweise die Aufmerksamkeit einer Polizeistreife geweckt hat.
Kißlegg – Mutmaßlich aufgrund Unachtsamkeit ist eine 23 Jahre alte Renault-Fahrerin am Mittwoch gegen 7.45 Uhr auf der L 265 zwischen Immenried und Rempertshofen auf Höhe Staighof nach rechts ins Bankett gekommen.
Amtzell – Nach dem Brand eines landwirtschaftlichen Gehöfts in Untermatzen am vergangenen Freitag (wir berichteten: https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/138081/5641376) ermittelt die Polizei wegen des Verdachts der fahrlässigen Brandstiftung. Erkenntnissen der Beamten zufolge dürften am Nachmittag zwei Buben im Bereich des Heulagers mit Streichhölzern gespielt und dadurch den Brand verursacht haben. Die Ermittlungen dauern an.
Bad Waldsee – Mutmaßlich aufgrund eines technischen Defekts ist am Mittwoch kurz nach 19.30 Uhr ein Gefrierschrank in einem Wohnhaus in der Probst-Kügelin-Straße in Brand geraten. Die Freiwillige Feuerwehr konnte die Flammen rasch löschen, weshalb nur geringer Sachschaden entstand. Verletzt wurde niemand.
Gospoldshofen – Am Dienstag, 14. November, findet um 20.00 Uhr eine öffentliche Sitzung des Ortschaftsrates Gospoldshofen im Rathaus Gospoldshofen, Gottesbergweg 1, statt.
Bad Waldsee – Die Stadt Bad Waldsee sowie die Jahrmarktbeschicker laden alle Bürgerinnen und Bürger sowie Gäste herzlich am Dienstag, 14. November, von 7.00 bis 17.30 Uhr in die Innenstadt zum traditionellen Martinimarkt ein.
Bad Wurzach – Gemeinsam mit dem Vorstufenorchester und der Jugendkapelle hatten viele junge Talente mit den verschiedenen Instrumentengattungen mal Solo, im Duett, im Trio und auch mal im Quartett im vollbesetzten Kursaal am Sonntagnachmittag ihren großen Auftritt.
Bad Wurzach – „Essen für alle“ ist eine ökumenische Aktion der evangelischen und katholischen Kirchengemeinden gemeinsam mit der Verallia Deutschland AG, die zu Beginn des Ukraine-Krieges ins Leben gerufen worden war. Die damit gesammelten Spenden belaufen sich inzwischen auf 1.928,01 €, die nun in einem feierlichen Akt im evangelischen Gemeindezentrum dem Tafelladen zur Verfügung gestellt wurden.
Aulendorf – Am Eingang begrüßen “Gräfin Paula” und ihre “Zofe” die Gäste. Erstmals hatte die Stadt Aulendorf zu einem Herbstfest für Seniorinnen und Senioren im Alter von 70 plus in die Stadthalle eingeladen. 400 Bürgerinnen und Bürger diese Altersgruppe hatten sich angemeldet: Einige mehr waren gekommen und hatten die Stadthalle bis auf den letzten Platz gefüllt.
Reute-Gaisbeuren – Die Landfrauen Reute-Gaisbeuren hielten ihre jährliche Mitgliederversammlung am 2. November im Gasthaus “Adler” in Gaisbeuren ab. Auf dem Programm standen Anpassung der Satzung, Wahlen der 1. Vorsitzenden, der Schriftführerin und einer Beisitzerin. Die anderen Ämter wurden letztes Jahr gewählt. Somit ist die Vorstandschaft wieder komplett neu in ihren Ämtern bestätigt.
Bad Waldsee – Der Niederlassungsleiter der Firma Ernst Granzow GmbH & Co. KG, Peter Maucher, sowie die Ausbildungsleiterin Sandra Dehm boten ihren Gästen aus der Stadtverwaltung – Oberbürgermeister Matthias Henne, Bürgermeisterin Monika Ludy und der Wirtschaftsförderin der Stadt, Shqipe Karagja – interessante Einblicke in ein zukunftsorientiertes Unternehmen.
Aitrach – Eine Bandansage am Telefon ist einer 44-Jährigen zum Verhängnis geworden. Nachdem der Frau in der Ansage suggeriert wurde, dass ihr Konto gehackt worden sei und sie knapp 1.000 Euro verloren hätte, ging sie weiter auf das Gespräch ein.
Kißlegg – An einem Pkw, der am Dienstag zwischen 10.30 Uhr und 12.20 Uhr auf einem Waldweg entlang der K 7937 zwischen Holdenreute und Rempertshofen abgestellt war, hat ein Unbekannter fast alle Scheiben eingeschlagen und die Kennzeichen gestohlen. Der Sachschaden wird auf rund 3.000 Euro beziffert. Sachdienliche Hinweise zu Tat und Täter nimmt der Polizeiposten Vogt unter Tel. 07529/97156-0 entgegen.
Bad Waldsee – In der Urbachstraße in Mittelurbach hat ein unbekannter Täter in der Nacht von Montag auf Dienstag einen Schachtdeckel entfernt. Der Polizeiposten Bad Waldsee ermittelt wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und bittet unter Tel. 07524/4043-0 um sachdienliche Hinweise zu Tat und Täter.
Ravensburg – Nach dem Tötungsdelikt an einem 39-Jährigen in Ravensburg (wir berichteten) dauern die Ermittlungen der Kriminalpolizei Friedrichshafen noch immer an. Die eigens mit über 30 Beamten eingerichtete Sonderkommission arbeitet derzeit weit über 200 Spuren ab.
Bad Waldsee – Die Bildschirmzeitung berichtete schon ausgiebig über die Bebauung des ehemaligen Hymer-Areals am Rädlesbachweg. Die i+R Wohnbau Lindau beabsichtigt, dort auf einer von ca 50.000 qm ca. 500 Wohneinheiten zu errichten. Am Montag wurden die Planer des städtebaulichen Siegerentwurfes geehrt.
Ravensburg – Markus F. Strieder stellt vom 13. November bis 5. Januar 2024 in der Sparkassengalerie Ravensburg aus. Die Vernissage findet am Montag, 13. November, um 19.00 Uhr statt. Der Kunsthistoriker und Leiter des Kunstmuseums Singen Christoph Bauer führt in das künstlerische Werk ein.
Kißlegg – Nicht schlecht gestaunt haben Polizeibeamte des Verkehrsdienstes Kißlegg, als am Montag kurz vor 10.30 Uhr ein 50-Jähriger mit dem Auto zu einer Vernehmung auf die Dienststelle gekommen ist.
Kißlegg – Bislang unbekannte Täter haben am vergangenen Wochenende jeweils ein Ortsschild in der Le Pouliguen-Straßen und in der Sebastian-Kneipp-Straße entwendet. Sachdienliche Hinweise zu Tat und Tätern nimmt der Polizeiposten Vogt unter Tel. 07529/97156-0 entgegen.
Baindt – Ermittlungen wegen Verkehrsunfallflucht haben Beamte des Polizeipostens Bad Waldsee eingeleitet, nachdem ein Sattelzuglenker am Montag gegen 11.45 Uhr auf der B 30 von einem bislang unbekannten Lkw-Fahrer beim Wiedereinscheren geschnitten wurde und dabei mit der Leitplanke kollidiert ist.
KIßlegg – Vor kurzem fanden in Kißlegg zwei Projekteröffnungen statt, die die Gemeinde positiv beeinflussen und die Gemeinschaft fördern: zum einen das Projekt in der „Herrenstraße 7 – Shop und Begegnung“ und zum anderen das Café HEIMAT als Teil des Projekts „Heimat Bärenweiler“.
Am 28. Oktober öffnete die Herrenstraße 7 ihre Türen und verwandelte sich in einen Treffpunkt für Menschen jeden Alters und Herkunft. Das Projekt bietet eine einladende Atmosphäre für Begegnungen, Innovation und soziales Miteinander. Besucher können sich bei einer Tasse Kaffee auf lokale Produkte von Start-ups, Künstlern und Kreativen freuen. Dieses einzigartige Konzept schafft nicht nur eine Plattform für lokale Unternehmer, sondern bietet auch einen Einblick in die Kißlegger Geschäftswelt.
Eine Initiative des VGV
Die zentrale Lage im Herzen des Ortskerns trägt positiv zur Gemeindeentwicklung bei. Dank erschwinglicher Mieten haben lokale Talente die Gelegenheit, ihre Produkte anzubieten. Der Verkehrs- und Gewerbeverein Kißlegg e.V. (VGV) hat mit diesem Projekt einen wichtigen Schritt unternommen, um die Gemeinschaft zu stärken und die lokale Wirtschaft zu fördern. Die Herrenstraße 7 schafft einen Ort der Begegnung, der Innovation und des sozialen Miteinanders in Kißlegg. Sie zeigt, wie eine lebendige Gemeinschaft durch eine offene und integrative Kultur entstehen kann. Das Projekt wurde durch das Förderprogramm „Regionalbudget“ gefördert, finanziert mit Mitteln aus der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes in der LEADER-Region Württembergisches Allgäu.
In Bärenweiler
Ebenfalls am Samstag wurde das Café HEIMAT in Bärenweiler eröffnet. Das Café ist Teil eines LEADER-Projekts, das durch Gelder aus dem EU-Förderprogramm LEADER unterstützt wird. Das Café “Heimat” wird von der Familie Rübsam betrieben und serviert regionale Produkte. Der zweite Teil des Projekts sind zwei private Wohngemeinschaften für Senioren, in denen die Bewohner in einer familiären Atmosphäre selbstbestimmt und selbstverwaltet leben. Dies fördert die gesellschaftliche Teilhabe und schafft ein friedliches und vorurteilsfreies Miteinander. Die ersten beiden Bauabschnitte sind nun abgeschlossen. Seit Juli sind die ersten Bewohner eingezogen und ab November werden alle 16 Zimmer belegt sein.
Bürgermeister Dieter Krattenmacher und Maria Rigal (links; Regionalentwicklung Württembergisches Allgäu / LEADER) dankten den Inititiatoren des Projektes “Herrenstraße 7”. Foto: Rewa
Haben Sie eine Projektidee? Ein erster Aufruf in der neuen Förderperiode ist im Frühjahr 2024 geplant. Ideen können aber jederzeit an die Geschäftsstelle gerichtet werden per E-Mail an info@re-wa.eu oder telefonisch unter 07563 63149-40.