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Leutkircher stürmten die Dreifaltigkeitskirche zum Gospel-Benefiz-Konzert

Hunderte spenden dem Gospelchor Aitrach viel Beifall und eine schöne Summe für „Familien in Not“



Foto: Carmen Notz
Der Aitracher Gospel-Chor in der Dreifaltigkeitskirche in Leutkirch.

Leutkirch – Man traute seinen Augen kaum: Schon eine Stunde vor Konzertbeginn standen gut 50 Personen vor dem Eingang der Evangelischen Kirche, als ob es was umsonst gäbe oder wie bei einem bekannten Bazar, wo jeder der Erste sein möchte.

Angespannte Minuten und dann stürmte man den Saal, Mäntel, Schals und Handschuhe flogen nur so auf die Stühle, um für spätere Gäste schon mal zu reservieren. In 20 Minuten waren auch die letzten Stehplätze belegt und keiner weiß, wieviel Leute keine Chance hatten, das Benefizkonzert des Gospelchors Aitrach zu erleben.

„Vor fünf Jahren, auf den Tag genau, sind wir zum letzten Mal hier in der Evangelischen Kirche in Leutkirch aufgetreten. Dann gab es eine lange Pause, und wir dachten schon, die Leutkircher hätten uns vielleicht vergessen und nun ist die Kirche doch sooo voll geworden. Herzlichen Dank für ihr Kommen“, freute sich nicht nur Chor-Vorstand Peter Litzbarski über den großen Publikumsandrang. Alle Anwesenden staunten nur so über die vielen Gäste, unten und auf der Empore, wie eingerahmt vom stehenden Publikum. Auch Rudi Patzelt vom Kirchengemeinderat war sehr angetan bei seiner Begrüßung, und es passe bestens zum 3. Advent: Gaudete – Freuet Euch!

Richtig schön weihnachtlich und besinnlich

Es begann weihnachtlich mit einer Instrumental-Darbietung der Band inklusive Oboe, mit 35 kräftigen oder zarten Stimmen des Gospelchors Aitrach und noch mehr Stimmung im Saal. Wer träumt nicht Jahr für Jahr von weißen Weihnachten, ein sehnsüchtiger Wunsch vieler, der im weltbekannten englischen Stück aus dem Jahr 1942 „Dreaming of a white christmas“ musikalisch verarbeitet wurde. Solistisch wunderschön dargebracht von der Dirigentin und Solistin Tanja Scheuch, zusammen mit Klaus Bodenmüller.

Birgit Werner und Tanja Scheuch

Das Besondere am Gospelchor Aitrach ist nicht nur die große Professionalität, mit der unter Leitung der beiden Dirigentinnen Birgit Werner und Tanja Scheuch die rund 35 SängerInnen aufwarten, sondern auch die wechselnden Solisten, Chorleiterinnen und sogar Moderatoren, die die Titel mit Inhalt erklärten und „aufklärten“, wo und wie diese Stücke überhaupt entstanden sind.

Thomas Eisele, Thomas Hertel, Wolfgang Heinl und Martin Speckle

Die eigene Band mit dem herausragenden Pianospieler Thomas Eisele, Thomas Hertel am Bass, Wolfgang Heinl an der Gitarre und Martin Speckle am Schlagzeug unterstrich die einzelnen Stücke sehr intuitiv, stimmig und harmonisch.

Alexandra Eisele und Patrick Vöhringer

Nicht zuletzt trug Alexandra Eisele an der Oboe erstmals zur schönen adventlichen Atmosphäre bei, Patrick Vöhringer aus Memmingen sorgte für die richtige Technik zur richtigen Zeit. So konnten sich die unzähligen Zuhörer wirklich fallen lassen, um sich auf die einmalige Stimmung einer „Gospel-Weihnacht“ einzulassen.

Perfekte Akustik und frenetischer Beifall

„People get ready“ – Leute, macht Euch bereit für die kommenden Feiertage, für die Geburt des Gottessohnes Jesus Christus, denn auch der tief religiöse Aspekt des christlichen Glaubens kam bei der Moderation zur Sprache und bei den Gospelsongs zum unvergesslichen Aus- und Eindruck. 35 Stimmen vermögen einen Saal wie den der Dreifaltigkeitskirche vollkommen auszufüllen, die Akustik perfekt, das Publikum staunte und genoss. Nach jedem Stück gab es frenetischen Beifall und so mancher summte oder wippte mit.

Auch die Gründerin war gekommen

Unter den VIP-Gästen natürlich auch Angelika Maier aus Aitrach, die vor über 30 Jahren diesen Gospelchor gründete und lange leitete. Und viele der Gründungsmitglieder seien noch dabei, im „Gospelchor-Boot“, betonte sie.

„Stand up“ – Steh auf, raus in die Freiheit, mach Dich auf, beweg Dich, ein typischer Gospel aus der längst vergangenen Sklavenzeit in Amerika, mitreißend, fast dramatisch, stark rhythmisch und sehr authentisch dargebracht von einem starken Chor, der nie still steht, der in Bewegung ist und das Publikum immer mitnimmt auf eine Reise durch vergangene und aktuelle Zeiten, durch Träume und Räume.

Andrea Baumgärtner und Klaus Bodenmüller

„Gänsehaut auf dem Trommelfell“ – sowas hört man nicht oft von Moderatoren, doch so sollte es ja sein, wenn der Gospelchor die zarten, feinen Töne anstimmt wie bei „Savior“, der Retter der Welt ist geboren, wunderbar intoniert von den langjährigen Solisten Andrea Baumgärtner und Klaus Bodenmüller.

Isabel Cirillo, Karin Gregg, Susanne Kaynak, Sara-Maria Lappich, Hugo Seitz

Aber auch Isabel Cirillo, Karin Gregg, Susanne Kaynak, Sara-Maria Lappich, Hugo Seitz und Peter Barensteiner sowie die Chorleiterin Birgit Werner übertrafen sich selbst bei ihren Solo-Parts. Mucksmäuschenstill war es bei den sehr besinnlichen Stücken, die an diesem Abend vermutlich unvergesslich in die Herzen der Zuhörer eingebrannt wurden.

Eine führende Stimme im Gospelchor: Peter Barensteiner.

„Die gute Nachricht“, das heißt Gospel übersetzt, und die kam exzellent und locker-leicht-beschwingt rüber, mit neuen und bekannten Liedern, mit dem „Ruf nach Freiheit“ der damaligen Sklaven beim Stück „Freedom“, mit dem christlichen „Holy holy“ oder dem weltlichen Weihnachtslied „Happy X-mas“ mit leichtem Schunkel-Rhythmus. Ein Highlight für alle war zum Abschluss „Stille Nacht“, auch wenn sie erst noch kommt. Neben Solisten und der Band durfte auch das Publikum mitsingen.

Spenden für „Familien in Not“, für Arme und Obdachlose

„Halleluja“ ertönte laut und bestimmt, der Gospelchor Aitrach als „Medium voller Lebensfreude“ zog alle Register seiner großen Kunst; 35 Stimmem verzauberten auch ohne Band-Begleitung die Gäste und zogen sie in den Bann der geheimnisvollen „Heiligen Zeit“, die bald ganz nahe ist. Das Wichtigste an diesem Konzertabend war nicht der lange Beifall, sondern die Dringlichkeit der Spenden, die nach Abzug der Nebenkosten in das Projekt „Familien in Not“ des Landes Baden-Württemberg beziehungsweise der Evangelischen Kirchengemeinde Leutkirch–Aichstetten fließen werden. „Es gibt hier in der Region Menschen in Not, Familien, die sich keine Geschenke leisten können, Obdachlose, die froh an einem Lebensmittel-Gutschein sind, dafür singen wir, dafür sollten Sie spenden“, hieß es eindrücklich.

Herzliche Dankesworte wurden verteilt, der Band und den beiden Chorleiterinnen, für ihre aufopfernde Tätigkeit, die dennoch unter dem Motto steht: Es macht Freude zu singen, eine Botschaft musikalisch weiterzugeben, eine frohe Botschaft: Es wird Weihnachten, der Erlöser der Welt kommt auf die Erde. Voll erfüllt von schönen Klängen, besinnlicher Musik und wohltuenden Stimmen, gingen die Konzertgäste hinaus in die kalte Winternacht, erleichtert um Münzen und Scheine für Menschen, die ungewollt Not und Armut in Allgäu empfinden müssen.
Text und Fotos: Carmen Notz

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Fotos: Carmen Notz

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