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Interessante Geschichten und ein wenig Grusel

Erste Halloween-Stadtführung



Foto: Carmen Notz
Schaurig-schön war sie, die Stadtführung an Halloween.

Leutkirch – Ein Feuer lodert im Hof hinter dem Gotischen Haus. Stadtführer Stephan Wandinger erwartet hier, im Kostüm von Jack the Ripper, seine Gäste zur nächtlichen Stunde. Im Feuerschein treffen immer mehr Interessierte ein, denn die Nachfrage für diese Halloween-Führung war groß.

Im Feuerschein beginnt Wandinger zu erzählen, vom ältesten Haus in Leutkirch, dem über 600 Jahre alten Gotischen Haus, ein Holzbau, dem das Alter nur von der Rückseite anzusehen ist. Ein paar Lichter brennen innen, die Gruppe steigt die Stiegen zum zweiten Stock hinauf. Hier ist nicht mehr alles im Lot, der Holzboden knarrt ein wenig unheimlich. Tatsächlich – ein Aufschrei – hier spukt der gotische Geist in einem abgelegenen Raum, ein Arm langt nach neugierigen Besuchern. Huch.

Weiter geht es die Marktstraße entlang zum nördlichen Stadttor oder Memminger Tor, wo einst ein Stadtgraben und eine Brücke waren. Später entstand hier der Viehmarktplatz, stumme Zeugen sind eine Kuh mit Kalb als Skulptur aus Stein. Nun wird der Obere Graben bestiegen, an der Stadtmauer entlang führt der Weg zum Wahrzeichen Bockturm, der mal ganz anders aussah und Blaserturm genannt wurde. Warum? Hier wohnte der Turmwächter mit seiner Familie und musste nach eventuellem Feuer in der Innenstadt Ausschau halten, schließlich waren viele Häuser aus Holz gebaut. Dann blies er das Horn zur Warnung. Die Witwe des letzten Wächters wohnte noch bis 1910 im Turm, wo ganz unten sogar noch immer ein Verließ ist.

Durch ein Tor geht es auf den Gänsbühl, den Hauptplatz und Schauplatz vieler Veranstaltungen in Leutkirch, die Stadtmitte, umrahmt von namhaften Gebäuden, darunter das Rathaus und das einstige Kaufhaus Gollowitsch.

Plötzlich poltert es

Spannend wird es wieder im Rathaus bei Nacht. Spärliche Beleuchtung und seltsame Geräusche verheißen nichts Gutes. Stephan Wandinger erklärt das Gebäude und wie es zu den Leutkircher Stadtfarben blau-gelb kam. Plötzlich poltert es hinter Türen, das Licht geht kurz aus. Dann großes Staunen: Der Schwörsaal mit seiner wundervollen Stuckdecke – ein wahres Schmuckstück, der ganze Raum in stilvollem Ambiente. Viele Paare haben hier schon geheiratet, auch einige aus dieser illustren Halloween-Gruppe.

Nochmals geht es bergauf – zur Schneegasse, zur Weberdunk. Auweia – das ist ja ohne Halloween schon unheimlich. Im hellen Licht sieht man einen traditionellen Webstuhl, Leinenkleider hängen an der Wand. Plötzlich öffnet sich eine Seitentüre und knallt wieder zu – der schwarze Mann.

Da, eine Hexe!

Am Oberen Graben angekommen, wird die große Grundschule erklärt, mit dem wohl schönsten Ausblick aufs Umland. Dann führt ein schmaler Weg zum Marienplatz. Die St. Martinskirche, das Kloster und der Platz sind in orangenes Licht getaucht. Wandinger erzählt von den armen Franziskanerinnen, spricht über den Pulverturm, über die Leutekirche. Der Mond lugt hinter der Wilhelmshöhe hervor. Passend zur Stimmung geht es nun um Hexenverbrennungen in der Region. Ein Aufschrei. Eine Hexe schleicht sich durch die Gruppe und wie ein kurzer Spuk ist sie auch schon wieder verschwunden.

Die alte Spitalkirche wird besichtigt und es gibt Leutkircher, die noch nie drinnen waren, denn die Gelegenheit ist selten. Dann ist die Gruppe auf dem großen „Handelsweg zwischen den Meeren“ angelangt, am Postplatz zur Marktstraße hin. Wandinger berichtet von der Blütezeit der Freien Reichsstadt, als es etliche Brauereien, Brennereien, Metzger, Bäcker und gar über 30 Wirtshäuser in Leutkirch gab. Für heutige Verhältnisse unvorstellbar, obwohl die Einwohnerzahl um das Zehnfache gestiegen ist.

Es geht nun die Bachstraße entlang, wo einst der Stadtbach floss. Am Traditionsgasthaus „Zum goldenen Lamm“ vorbei erreicht die Gruppe bald das Kornhaus, wo einst ein Badehaus war. Noch sind es ein paar Schritte zum dunklen Gerberviertel. In der Gasse Rote Lache taucht ein unheimlicher Geselle auf, der seine Felle anbietet. Leider hat niemand Gulden dabei, nur Euro.

Übers liebliche Paradiesgässle geht es dann zum Torhaus zurück, wo das Ende der ganz schön-gruseligen Halloween-Stadtführung ist. Die Gruppe zeigte sich sehr zufrieden und bedankte sich bei Stephan Wandinger und seinem „dunklen Gesellen“ für die spannenden Geschichten.

Bitte vormerken

Die nächste Themen-Stadtführung ist eine Weihnachtsmarktführung mit Heißgetränk am 30. November. Adventsführungen gibt es am 7. und 14. Dezember mit Lebkuchen und Heißgetränk. Infos: www.leutkirch.de. Bitte vormerken
Siehe Bilderalbum



Fotos: Carmen Notz

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