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Ab August 2026 gibt es für Erstklässler einen Rechtsanspruch

Gemeinderat befasste sich mit Ganztagsbetreuung für Grundschüler



Kißlegg – „Wir können feststellen, dass das Thema des Ganztags bei Ihnen in guten Händen ist.” Derart lobend äußerte sich bei der Gemeinderatssitzung am Mittwochabend (25. Juni) im Esther-Saal des Neuen Schlosses Ratsmitglied André Radke von den Freien Wählern Kißlegg gegenüber Hauptamtsleiter Markus Wetzel. Grund: Was der Bundesgesetzgeber für solche Betreuung jetzt vorschreibt, „das hat Kißlegg schon seit 30 Jahren”. So Wetzel. Rund 80 Schülerinnen und Schüler seien damit mittags versorgt.

Ab 1. August 2026 gilt’s: das GaFöG. Also das „Ganztagsförderungsgesetz” des Bundes. Eltern haben dann Anspruch darauf, dass ihr Nachwuchs in Grundschulen (zunächst in Klasse 1; ab dem Schuljahr 2029/30 für alle Grundschüler) mittags betreut wird. Und zwar von Montag bis Freitag insgesamt 8 Stunden lang. Ob die Mamas und Papas dies dann annehmen, bleibt deren Entscheidung. In Kißlegg können dafür bis zu 85 Kinder versorgt werden. In Obhut der Leutkircher St.-Anna-Stiftung. Diesen Hort gibt es seit 30 Jahren. Damit sei Kißlegg seiner Zeit drei Jahrzehnte voraus, betont Hauptamtsleiter Markus Wetzel.

„Es gibt noch keine Vorgabe. Wir tun uns da echt schwer”

Allerdings: „Der Platzbedarf ist sehr schwer vorherzusagen.” Zwar fände sich für drei betreute Gruppen grundsätzlich Raum. Genaueres dazu hätte Gemeinderätin Stefanie Halder von den Freien Wählern Kißlegg dazu gerne erfahren. Bauamtsleiter Manfred Rommel sichert ihr aber zu, dass die Planung zum Bau entsprechender Räumlichkeiten fertig sei. Der Bau selbst lasse sich in etwa einem Jahr ausführen. Allerdings fehlten von höherer Stelle (Bund/Land) noch Zuschusszusagen. Hauptamtsleiter Markus Wetzel: „Es gibt noch keine Vorgabe. Wir tun uns da echt schwer.” Bürgermeister Dieter Krattenmacher erwartet deshalb für die Ganztagsbetreuung „finanziell schwierige Zeiten”. Und zwar umso mehr, als Bund und Land bisher nur „Baumaßnahmen” bezuschussen wollten – nicht aber die dann folgenden Betriebskosten.

Da Kißlegg aber seit 30 Jahren mit der Leutkircher St.-Anna-Stiftung den Hort vertrauensvoll und bewährt betreibe, genieße der Mehr-Seen-Ort eine „besonders bequeme Situation”, lobt Gemeinderatsmitglied André Radke von den Freien Wählern. Das sei „sehr beruhigend”. So hält Hauptamtsleiter Markus Wetzel denn auch eine Gebühren-Obergrenze von 185 Euro pro Kind und Monat für machbar. Über „soziale Härten” könne dann im Einzelfall immer noch gesprochen werden, sagt André Radke.
Julian Aicher




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