Skip to main content
Volkstrauertag 2025

„Wir sind gut beraten, nicht zu vergessen“



Foto: Uli Gresser
Leonie Heine und die Zwillinge Larissa und Angelina Koch bei ihrer Gedichtvisualisierung.

Bad Wurzach – Alljährlich wird in ganz Deutschland und selbstverständlich auch in Bad Wurzach am Volkstrauertag der Opfer von Kriegen und Gewalt gedacht. Bürgermeisterin Alexandra Scherer tat dies in diesem Jahr gemeinsam mit drei Schülerinnen der 9. Klasse der Realschule, Pfarrerin Silke Kuczera von der evangelischen und Pastoralreferentin Anna Katharina Merk von der katholischen Kirchengemeinde sowie der Stadtkapelle und dem Liederkranz Chorioso, welche der Gedenkfeier am vergangenen Sonntag (16.11.) den würdevollen musikalischen Rahmen gaben.

Gemeinsam mit den Fahnenabordnungen der Vereine, großen Abordnungen von Feuerwehr und DRK zogen Bürgermeisterin und Gemeinderäte nach einem ökumenischen Gottesdienst in St. Verena hinauf zur Gedenkstätte für die Opfer der beiden Weltkriege oberhalb des Friedhofes, wo sie Stadtkapelle und Chorioso bereits erwarteten.

ANZEIGE

Die Gedenkrede der Bürgermeisterin

Nach einem von der Stadtkapelle gespielten Eröffnungschoral hielt Bürgermeisterin Alexandra Scherer (Bild) ihre Gedenkrede, die in diesem Jahr im Zeichen der Beendigung des Zweiten Weltkrieges am 8. Mai 1945 stand. „Der Kontinent lag in Trümmern, Millionen Menschen hatten durch diesen Krieg oder durch die Vernichtungsmaschinerie des NS-Staates ihr Leben verloren.“ Der Tiefpunkt der deutschen Geschichte sei damals erreicht gewesen, das Verhältnis zu den europäischen Nachbarn auf „unvergleichbare Weise“ belastet. Schuld, Trauer, Ungewissheit und Zukunftsängste prägten die Stimmung in Deutschland an diesem Tag. „Erst später wurde der Mehrheit der Bevölkerung bewusst, dass der 8. Mai auch für sie ein Tag der Befreiung war.“ Denn das menschenfeindliche Herrschaftssystem des Nationalsozialismus war zerbrochen, seine rassistische und antisemitische Ideologie entmachtet worden. Das die Menschen in Deutschland sich 80 Jahre nach dem Krieg immer noch mit ihm und seinen Folgen auseinandersetzen müssten, zeige wie tief die Wunden dieses Krieges sind. „Die Folgen der Gewalt wirken über Generationen nach. Wir sind gut beraten, dies nicht zu vergessen.“

Städtepartnerschaften als Brücken des Friedens

Bad Wurzach halte die Erinnerung daran durch die Städtepartnerschaften hoch. Der Besuch einer großen Delegation mit Zeitzeugen aus Jersey habe 80 Jahre nach der Befreiung des Schlosses alle Beteiligten tief berührt. Die diesjährige Erinnerung an das Kriegsende falle in eine Zeit, in der in Europa, aber auch im Nahen Osten wieder Kriege stattfinden, aber auch die Demokratie – auch in Deutschland – von innen und von außen angegriffen wird. Daher müssten Fragen von großem Ernst vor diesem geschichtlichen Hintergrund beantwortet werden: „Stehen wir ein für die Demokratie, für Menschenwürde als leitendes Prinzip aller Ordnung und die gleiche Freiheit aller?“ Der diesjährige Volkstrauertag sei wieder einmal Anlass und Auftrag , uns für eine friedliche Gegenwart und Zukunft einzusetzen. „Mit Ihrer Teilnahme an der heutigen Gedenkveranstaltung setzen Sie ein sichtbares Zeichen für Frieden, gegen Gewalt, weltweit.“

Im Anschluss an ihre Rede verlas sie noch das offizielle Totengedenken für alle Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft.

Der Beitrag der Schüler

Nach einem gesungenen ersten Choral des Chorioso zeigten auf ungewöhnliche Weise die drei Schülerinnen Larissa und Angelina Koch sowie Leonie Heine der 9. Klasse der Realschule Bad Wurzach die Ergebnisse ihrer Gedanken zum Thema, das sie im Geschichtsunterricht mit ihren Lehrern Angelika Miller und Dietmar Bähr erarbeitet hatten, wie Schulleiter Dietmar Schiller in seiner kurzen Einführung erläuterte. Die Schülerinnen hatten nämlich das Gedicht „Ich kenne keinen Krieg“ von Janina Bodendörfer in Bildern visualisiert. In dessen letzter Strophe heißt es unter anderem: „Ich kann seine Schrecken nur benennen … Ich wünschte, ein jeder würd´ ihn wie ich nur noch vom Hörensagen kennen.“

Die Toten mahnen“

Mit dem Kirchenlied „Möge die Straße uns zusammenführen“ leitete Chorioso zum Gebetsteil über. Die evangelische Pfarrerin Silke Kuczera (Bild) dankte Gott für das Ende des Krieges vor 80 Jahren: „Der Preis für den Frieden in unserem Land war hoch. Junge Männer aus Amerika und Europa sind dafür gestorben. Die Toten mahnen uns noch heute.“  Und weiter: „Die Menschen aus von Deutschen verwüsteten Ländern haben uns die Hand gereicht. Das Ende von Feindschaft bleibt eine kostbare Gabe. Du treuer Gott, wir danken dir für allen Neuanfang nach Hass und Zerstörung.
Es zeugt von Mut und Ehre
genauso wie von unserem Vertrauen,
immer wieder den Frieden zu suchen.“

Anna Katharina Merk verband die Fürbitten für die Opfer der Weltkriege mit der Bitte um Versöhnung bei den Feindseligkeiten unserer Zeit.

Die Nationalhymne intoniert

Nachdem Spielen der Nationalhymne durch die Stadtkapelle hatten Anwesenden und die an der Feier direkt Beteiligten Gelegenheit, an dem Mahnmal den Toten von Kriegen, Terror und Gewalt zu gedenken.
Text und Fotos: Uli Gresser

Viele Bilder in der Galerie



Fotos: Uli Gresser

NEUESTE BEITRÄGE

Bad Wurzach
Fastenpredigt in der Stadtpfarrkirche St. Verena

Am 27. März mit Pater Friedrich Emde

Bad Wurzach – Den Glauben der Kirche als Quelle der Freude entdecken. Vielfach bricht die Weitergabe des Glaubens in unserer Zeit ab. Wie bekommt der Glaube die Chance, wieder zum Thema zu werden in den Familien und in anderen Lebensbereichen? Erste Voraussetzung ist, dass aus dem Glauben Freude erwächst. In der Freude liegt immer eine Kraft, die von innen kommt. Ein Satz aus dem Buch Nehemia bringt es auf den Punkt: „Die Freude am Herrn ist euere Stärke.“
Fastenpredigten in der Stadtpfarrkirche St. Verena

Am 20. März mit Pater Wolfgang Sütterlin

Bad Wurzach – Den Glauben der Kirche als Quelle der Freude entdecken. Vielfach bricht die Weitergabe des Glaubens in unserer Zeit ab. Wie bekommt der Glaube die Chance, wieder zum Thema zu werden in den Familien und in anderen Lebensbereichen? Erste Voraussetzung ist, dass aus dem Glauben Freude erwächst. In der Freude liegt immer eine Kraft, die von innen kommt. Ein Satz aus dem Buch Nehemia bringt es auf den Punkt: „Die Freude am Herrn ist euere Stärke.“
Stadt setzt auf erneuerbare Energien

2025 wurden fünf neue Solaranlagen auf kommunalen Dächern installiert

Bad Wurzach – Bad Wurzach holt die Sonne vom Dach: Im Jahr 2025 wurden auf fünf öffentlichen Gebäuden in Bad Wurzach insgesamt 168 Kilowatt-Peak (kWp) an Solaranlagen installiert. Mit diesem Schritt setzt die Stadt ein deutliches Zeichen für eine nachhaltige Energieversorgung und den Klimaschutz.
Ab 13. März

Brückenerneuerung zwischen Kurpark und Ried: Zeitweise Umleitung erforderlich

Bad Surzach – Die Brücke im Kurpark, die auf Höhe des Wanderparkplatzes an der B465 (Biberacher Straße) liegt, wird ab Freitag, 13. März, erneuert. Sie dient als direkte Verbindung zwischen dem Wurzacher Ried und dem Kurpark. Im Rahmen der Modernisierung der touristischen Infrastruktur wird sie durch eine Stahlkonstruktion ersetzt. Aufgrund der Bauarbeiten ist der Hauptverbindungsweg in diesem Zeitraum gesperrt. Eine Umleitung für Wanderer und Fußgänger ist vor Ort ausgeschildert. Die Bauarbe…
Taekwondo

Erfolgreiche Prüferlizenz für das Taekwondo-Sportabzeichen

Bad Wurzach – Die drei Taekwondo-Trainer von links Ferat Ersöz (2. Dan.) Peter Stein (4. Dan.) und Werner Hoch (2. Dan.) haben erfolgreich die Prüferlizenz für das Taekwondo-Sportabzeichen erworben.
ANZEIGE

MEISTGELESEN

Bad Wurzach
Bilanz unserer Berichterstattung

Das Heiligblutfest und „Der Wurzacher“

Bad Wurzach (rei) – Bad Wurzach hat Einiges zu bieten: Mit dem Ried und dem Literaturpreis besitzt man Alleinstellungsmerkmale von überragender Bedeutung. Auch die Freundschaft zu Jersey ist mehr als eine gewöhnliche Städtepartnerschaft. Ist der Anknüpfungspunkt auch ein trauriger, ist diese Brücke doch etwas Außergewöhnliches. Barocktreppenhaus und Stadtpfarrkirche sind Zeugnisse großer regionaler Baukunst. Und dann ist da ja noch das Heiligblutfest, der Höhepunkt im Bad Wurzacher Jahreskrei…
 Rehabilitationsklinik Bad Wurzach

Mit orthopädischer Rehabilitation zu neuer Lebensqualität und Lebensfreude

Bad Wurzach – Der Rehamediziner und Orthopäde Dr. Reinhard Huber komplettiert seit 1. Oktober das Chefarzt-Trio in der Rehabilitationsklinik Bad Wurzach.
Ein persönlicher Nachruf auf Manfred Thierer

Er war mein Lehrer

Am 20. Juni 2024 starb Prof. Dr. Manfred Thierer. Er wurde 82 Jahre alt. Gerhard Reischmann, Jahrgang 1958, kannte ihn länger als ein halbes Jahrhundert. Ein ganz persönlicher Nachruf:
Pfarrer Stefan Maier war Firmspender im Auftrag des Bischofs

62 junge Katholiken erhielten das Sakrament der Firmung 

Bad Wurzach – Pfarrer Stefan Maier spendete am 28. Juni bei zwei Firmungsgottesdiensten insgesamt 62 Firmbewerbern das Sakrament der Firmung. Er war hierzu von Bischof Dr. Klaus Krämer beauftragt. Der St. Verena-Jugendchor umrahmte die feierlichen Gottesdienste mit seinen Liedern.
mit Bildergalerie
veröffentlicht am 9. Juli 2025
Leiterin der Sprachheilschule Arnach verabschiedet

Ein Hoch auf Heidi Doubek

Arnach – Mit einer fulminanten Feier verabschiedete sich die Schulgemeinschaft der Sprachheilschule Arnach, die Geschäftsführung des Hör-Sprachzentrums der Zieglerschen, Bürgermeisterin Alexandra Scherer, Schulrat Steffen Rooschütz, Andrea Müller vom Landkreis Ravensburg und Schulleiterkollege André Radke von der langjährigen Schulleiterin Heidi Doubek. Gleichzeitig wurde das neue Schulleiterteam, bestehend aus Iris Kunzendorf und Sandra Weder, herzlich begrüßt.

TOP-THEMEN

Bad Wurzach
Bad Wurzach – Bad Wurzach holt die Sonne vom Dach: Im Jahr 2025 wurden auf fünf öffentlichen Gebäuden in Bad Wurzach …
Arnach / Diepoldshofen – Nach dem misslungenen Diebstahl eines Geldautomaten in der Nacht von Freitag auf Samstag (6….
Arnach – Von der Kommune zum mittelständischen Unternehmen: Beim Begegnungsnachmittag im Gemeindehaus St. Ulrich in A…

Einzelhandel, Dienstleistungen und Handwerk in Allgäu-Oberschwaben

VERANSTALTUNGEN

Bad Wurzach