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„Gott zur Ehr’, dem Nächsten zur Wehr“

Neues Feuerwehrhaus in Eintürnen eingeweiht



Foto: Ulrich Gresser
Es war eine beeindruckende Prozession von der Kirche in den Ort hinab zum neuen Feuerwehrhaus.

Eintürnen – Es war ein großes Fest in Eintürnen: Mit einem Festgottesdienst in St. Martin auf dem Eintürnenberg begann die große Feier der Feuerwehrabteilung Eintürnen, dem ein beeindruckender Festzug hinunter in die Ortschaft zum neuerbauten Feuerwehrgerätehaus in der Arnacher Straße 12 und die Segnung durch Pfarrer Patrick Meschenmoser folgte. Es endete mit Grußworten und Gastgeschenken, aber auch mit Essen und Trinken und Frühschoppenmusik durch die Musikkapelle im großen Festzelt daneben.

Mit einem Böllerschuss wurde das Fest vor dem Kirchgang lautstark eingeleitet, als sich die 16 Fahnen und Abordnungen der verschiedenen Feuerwehrabteilungen und Vereine samt Pfarrer und Ministranten unter den Klängen der Musikkapelle vom Gemeindehaus St. Martin auf den Weg zur Kirche machten. Dort empfing die zahlreichen Feuerwehr-Uniformträger und die anderen Gottesdienstbesucher der Kirchenchor unter der Leitung von Alexander Dreher musikalisch.

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Zu dem Festgottesdienst, an dem sich die Führungsspitze der Eintürner Floriansjünger mit Lesung und Fürbitten aktiv beteiligte, hatte Pfarrer Meschenmoser einen Heiligen St. Florian aus der Kapelle in Oberschwarzach „ausgeliehen“. In seiner Predigt ging der Pfarrer auf das Thema Nächstenliebe, die in der Bibel unter dem Begriff Agape, also Dienst am Nächsten, erläutert wird. Er kam dabei zu dem Schluss, dass die Agapefeier sehr gut das beschreibt, was die Feuerwehrleute tun: Dienst am Nächsten, unabhängig von Stand und gesellschaftlicher Position.

Ein besonderes Highlight lieferte Berthold Leupolz – Ortsvorsteher, Kirchengemeinderat und Sänger des Kirchenchores und Liederkranzes – als er zu seiner Dankesrede ansetzte. Denn bevor er allen dankte, die zum Gelingen des Gottesdienstes beigetragen hatten, stimmte er einen Geburtstagsgruß für Patrick Meschenmoser an, der in der letzten Woche seinen fünfzigsten Geburtstag gefeiert hatte, in den die Feuerwehrleute und weitere Mitglieder der Blaulichtfamilie begeistert mit einstimmten.

Nachdem die Musikkapelle mit „Großer Gott wir loben Dich“ die Messe beendet hatte, formierte sich vor der Kirche die beeindruckende Prozession hinunter zum neuerbauten Feuerwehrhaus, um es mit der christlichen Weihe zu versehen. Nach einem gemeinsam gebeteten Vater Unser machte sich Pfarrer Meschenmoser in Begleitung von Abteilungskommandant Alfons Riether, Gesamtkommandant Rolf Butscher und Bürgermeisterin Alexandra Scherer auf den Weg durch die Räume, die zu besichtigen am Nachmittag alle Gäste die Gelegenheit hatten. Nach einer Stärkung im daneben aufgebauten Festzelt war es Zeit für Grußworte und Danksagungen.

Grußworte

Den Reigen der Grußworte eröffnete Bürgermeisterin Alexandra Scherer.Sie betonte die Wichtigkeit der Feuerwehr für die Ortschaft, die sich im vergangenen Jahr beim Hochwasser wieder einmal erwiesen hatte und der es gelungen war, die Schäden für die Bürgerschaft gering zu halten. Egal ob bei Brandeinsätzen, technischen Hilfeleistungen oder Unfällen, die gut ausgebildeten Feuwerwehrmänner und -frauen schützen Leib und Leben und helfen in der Not. Auf sie sei immer Verlass.

„Wir als Stadt sind sehr dankbar, dass wir in allen Ortsteilen eine leistungsfähige Freiwillige Feuerwehr haben.“ Diese bräuchten eine gute Ausrüstung und Unterbringung. „Deshalb hat der Gemeinderat am 6. März 2023 einen Neubau für das bisherige Feuerehrhaus beschlossen.“ Am 2. November 2023 war Spatenstich, am 12. April 2024 Richtfest und nun am 18. Mai 2025 – zwei Jahre nach Baubeschluss –konnte die Einweihung des Hauses gefeiert werden. Der vorgegebene gesetzliche Kostenrahmen von 1,885 Millionen Euro sei eingehalten worden und das sogar inklusive der PV-Anlage auf dem Dach. „Entstanden ist ein funktionales Haus, das allen Ansprüchen der Feuerwehr gerecht wird. Und trotzdem: stattlich, ansprechend und es fügt sich sehr gut ins Ortsbild ein.“ Nicht weniger als 10 Planungs– und Beratungsbüros und 22 Firmen seien an der Bauausführung beteiligt gewesen, denen ihr großen Dank gelte. Diese Koordinationsaufgabe zu meistern, dafür gebühre Christian Harscher als verantwortlichem Planer vom Stadtbauamt großer Dank.

Für das feuerwehrtechnische Know-how sorgten Alfons Riether und seine Truppe sowie Rolf Butscher. Auch Ortsvorsteher Berthold Leupolz habe sich sehr in Planung und Umsetzung eingebracht, wofür ihm ebenfalls großer Dank gebühre. Mit dem bekannten Feuerwehrgruß „Gott zur Ehr, ´dem Nächsten zur Wehr“ beendete sie ihre Rede, nicht ohne zuvor allen Beteiligten an Bewirtung und Organisation ein großes Dankeschön auszusprechen.

Der schon angesprochene Ortsvorsteher Berthold Leupolz freute sich jetzt, nach vielen Jahren der Diskussion – den Bestand zu richten oder einen Neubau zu erstellen – dieses Haus nun einzuweihen. Er hoffe nun, dass es im Feuerwehrbedarfsplan nicht mehr heiße: „Eintürnen hat das schlechteste Feuerwehrhaus, sondern jetzt das beste aller Ortswehren im ganzen Kreis Ravensburg.“ Ein großer Dank ging an den Ortschaftsrat, der das Feuerwehrhaus priorisierte und sich dafür ausgesprochen hatte, die Sanierung von Sanitäranlagen und Küche in der Halle noch zurückzustellen. Darüber sei er jetzt glücklich, denn die Feuerwehr sei schon so oft vertröstet worden. Ein weiterer Dank ging an den Gemeinderat, der die finanziellen Mittel bereitgestellt hatte. Ein dickes Lob ging an das Architekturbüro Schwarz für die Gestaltung: „Das Haus passt so perfekt ins Ortsbild, als sei es schon immer da gewesen.“ Er dankte auch der Nachbarschaft für ihr Verständnis für den Baulärm während der Bauzeit.

Gesamtkommandant Rolf Butscher sagte in seiner Ansprache, die er auch im Namen des ebenfalls anwesenden Kreisbrandmeister Oliver Surbeck hielt, dass die ersten Planungen und Vorgespräche im Januar 2017 stattgefunden hatten. Seit damals und der jetzigen Fertigstellung seien viele fachlichen Gespräche erforderlich gewesen. Das jetzt entstandene Haus mit Umkleiden, Spinden, Duschen, einem direkten Zugang zur Fahrzeughalle mit Werkstatt und Lagerraum, mit dem Lehrsaal im Obergeschoss und dem Büro für den Kommandanten, sei ein schöner Mittelpunkt von Eintürnen geworden, ein Haus für Jugendfeuerwehr und eine aktive Altersabteilung. Es sei auch für Notfälle gerüstet und könne auch einen Notbetrieb aufrecht erhalten. Sein Dank ging an Gemeinderat, Stadtverwaltung und das Bauamt. Ein besonderer Dank ging an Oliver Surbeck, der einen guten Zuschuss herausgeholt hatte, sowie an alle beteiligten Firmen. Der Abteilung Eintürnen wünschte er gute Proben im und um das Haus und eine allzeit gute Heimkehr von Einsätzen in das Haus.

Alfons Riether, unter dessen Führung als Kommandant nun das Haus realisiert werden konnte, erklärte in seiner Dankesrede: „Die Eintürner Floriansjünger bedanken sich bei allen Entscheidungsträgern, Planern und Handwerkern für das Umsetzen des Projektes.“ Ein ganz besonderes Vergelt´s Gott ging an Ortvorsteher, Ideengeber und „Bauinspektor“ Berthold Leupolz.

Werbung für die Jugendfeuerwehr

Die Feuerwehrleute hielten das Haus für sehr gelungen. „Wir freuen uns auf die Übungen, Weiterbildungen, aber auch auf die kameradschaftlichen Aktivtäten in diesem Haus.“ Er rührte auch die Werbetrommel für die Jugendfeuerwehr, denn mit dem Neubau steige auch die Attraktivität. „Wir würden uns über Kinder und Jugendliche freuen, die in die Jugendfeuerwehr Bad Wurzach hineinschnuppern möchten.“

Befreundete Feuerwehr aus der Schweiz

Ganz besonders freute sich Riether, dass eine Delegation der Feuerwehr aus Grenchen in der Schweiz die 250 km lange Fahrt auf sich genommen hatte, um bei der Eröffnung dabei zu sein. Die beiden Wehren verbinde seit nunmehr 49 Jahren eine enge Freundschaft. Einer der Grenchener Kameraden, Peter Zawallen, war bereits bei der Einweihung der umgebauten Käserei als Feuerwehrhaus im Jahre 1977 Gast in Eintürnen gewesen.

Ein großer Dank von Riether ging an die anderen Eintürner Vereine sowie an die Familien der Wehrleute, die alle beim Fest so tatkräftig mit anpackten.

Der Architekt Michael Schwarz, vom ausführenden Architekturbüro PSP Architekten hatte als Geschenk zur Einweihung ein historisches Modell eines Feuerwehrautos aus den 30er oder 40er Jahren mitgebracht. August Hartmann, stellvertretender Vorsitzender des DRK-Ortsvereines Bad Wurzach, hatte als Mitglied der Blaulichtfamilie ein ganz pragmatisches Geschenk dabei: Eine kleine erste Hilfetasche. Die Kameraden aus Grenchen hatten da ein schwergewichtigeres Geschenk dabei: einen echten Baustein, verziert mit einer Gedenktafel den beiden Wappen der Wehren, mit einem Seil mit fachmännischem Freundschaftsknoten verknüpft.

Viele Bilder in der Galerie



Fotos: Ulrich Gresser

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