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Im Zeichen großer und kleiner Helden und einer Premiere

Musikkapelle Eintürnen eröffnet traditionell am Vorabend von Allerheiligen die Saison der Herbstkonzerte



Foto: Ulrich Gresser
Roland Schmid, der vor kurzem die Dirigentenprüfung bestanden hat, dirigierte ein Stück und wurde vom Publikum gefeiert.

Eintürnen – Das diesjährige Konzert der Musikkapelle Eintürnen stand ganz im Zeichen großer und kleiner Helden und einer Premiere.

Thomas Stärk übernahm für das Vorstandsteam die Begrüßung. Er freute sich, dass so viele Besucher sich für das Konzert interessierten; kurz vor Konzertbeginn mussten noch zusätzliche Stühle herangeschafft werden. Ein Großer Dank ging vom Vorstandssprecher auch an die Sponsoren, welche die einzelnen Stücke für die Musikkapelle finanziert haben.

Mit „Music for a Hero“ aus dem Jahre 2013 von Thomas Doss eröffnete Dirigent Alexander Dreher das diesjährige Herbstkonzert. Music for a Hero ist all jenen Helden gewidmet, die sich für eine Sache engagieren, weil sie fest daran glauben, Träume und Ideale haben und dafür eintreten. Und schließlich den „Helden des Alltags“, die ihre kleinen Heldentaten oft im Verborgenen verrichten und mit diesem ihnen gewidmeten Werk nun endlich ins verdiente Rampenlicht geholt werden. Die beiden charmanten Ansagerinnen Sophia Weber und – erstmals – Tabea Stephan schlossen in dieses Heldentum auch ihren Dirigenten mit ein, der das abwechslungsreiche Programm in nur sechs Wochen mit den Musikern zur Konzertreife gebracht hatte.

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„In nomine“ vom österreichischen Komponisten Otto M. Schwarz ist ein umfangreiches, brandneues Konzertwerk. Wie oft wurde eigentlich schon „Im Namen…“ etwas gerechtfertigt, verkündigt oder gesegnet? Wie kann es sein, dass „Im Namen….“ Waffen und Kriegsgegner gesegnet werden? die Thematik ist nach wie vor brandaktuell, wie der Konflikt im Nahen Osten zeigt.

In der Geschichte verschiedener Glaubensrichtungen zieht sich dies wie ein roter Faden durch. Gutes wurde geschaffen aber auch Böses verbrochen und alles „Im Namen….“. Dies finden wir auch in der Geschichte der Prämonstratenser-Abtei Wadgassen. Im 12. Jahrhundert wurde eine Abtei auf unwirtschaftlichen, wüstem Gebiet inmitten einer Moorlandschaft errichtet, die sich später zur mächtigsten Glaubensgemeinschaft des Saarlandes entwickeln sollte. Im Jahre 1789 – Abt Bordier befindet sich im zehnten Jahr seiner Herrschaft – als die Franzosen im Rahmen der französischen Revolution die Abtei stürmen. Die Klosterkirche steht in Flammen. Durch einen Geheimtunnel führt Abt Bordier eine Handvoll Brüder aus dem Inferno. Sie sind am Leben, ihre Existenz zerstört. Der Abt wird zum Helden, er führt seine Mitbrüder nach Prag in das Kloster Strahov, während die Abtei Wadgassen geschliffen wird und später als Steinbruch genutzt wird. Doch die Wüste erblüht von Neuem. Auf den Fundamenten der Abtei entsteht wenige Jahrzehnte später neues Leben in Form einer Glashütte, die den Menschen nach dem Frieden in der Region auch Arbeitsplätze und neue Visionen beschert.

Schöner Sologesang von Tabea Stephan und Rosa Schöllhorn

Die Komposition Welt in Farbe von Thiemo Kraas entstand im Dezember 2019. Sie ist im Stil einer Singer-Songwriter-Ballade geschrieben und bietet besonders viele Möglichkeiten: So ist das Stück als reine Blasorchesterfassung spielbar, kann jedoch auch mit zusätzlichem Solo-Gesang wie in Eintürnen mit den beiden Sängerinnen Tabea Stephan und Rosa Schöllhorn interpretiert werden.

„Ich hoffe Ihnen, Ihren Musikern und Ihrem Publikum mit diesem Stück die Welt für einen kleinen Moment ein wenig bunter machen zu können,“ schrieb der Komponist im Juni 2020 dazu. Dem Publikum in der vollbesetzten Halle auf dem Eintürnenberg gefiel die Interpretation mit den beiden Sängerinnen ausgezeichnet.

Stefan Braun am Klavier und Amelie Stephan mit der Querflöte

„Into the Joy of spring“ von James Swearingen ist wunderbares Stück Programmmusik in drei Sätzen. James Swearingen malt ein musikalisches Bild des Wechsels der Jahreszeiten: von der Wut des Winters, dem Frühlingserwachen bis hin zur Feier der Sommerfreuden. Kein Wunder, dass sich die Klarinetten-Mädels der Kapelle so sehr in das wunderbare Musik-Stück verliebt haben, dass sie es selbst gesponsert haben. Als Solisten konnten sich dabei Stefan Braun am Klavier und Amelie Stephan mit der Querflöte auszeichnen.

Der „Marsch der Titanen“ von Michael Schiegg ist die Erkennungsmelodie der jungen Unterallgäuer Formation „5er Blech”. Aufgrund der wunderbar eingängigen Triomelodie ist der Marsch schon jetzt ein Klassiker. Mit diesem flotten Marsch verabschiedeten sich die Musiker in ihre wohlverdiente Pause, während das Publikum sich an den berühmten „Pausen-Saiten“ gütlich tat.

Mit dem etwas getrageneren King Robert Marsch von James L. Hosay meldeten sich die Musiker aus der Pause zurück. Die Melodie des Soldatenmarsches „Robert the Bruce“ erklang erstmalig im Rahmen der Krönungszeremonie von Robert I zum König von Schottland im Jahr 1306. Diese festliche Musik erstrahlt in der vorliegenden Ausarbeitung als »King Robert March« für Blasorchester von James L. Hosay in einem neuen, prächtigen Gewand. Beim Schreiben seines »King Robert March« hatte James L. Hosay gewiss große Paraden, Festakte und Freiluftkonzerte vor Augen, bei denen das Werk besonders gut zur Geltung kommt.

Viele bekannte Melodien der britischen, 1998 gegründeten Kult-Band Coldplay. Bert Appermont ist vor allem für seine Originalwerke für Blasorchester bekannt. Mit „Coldplay in Symphony“ verpasste er Coldplay eine symphonische Note und kombiniert seinen filmischen und sinfonischen Kompositionsstil mit den genialen melodischen Elementen der größten Hits von Coldplay: „Viva La Vida“, „Sky Full of Stars“, „Clocks“ und „The Scientist“.

Stabwechsel für ein Stück

Mit der „Trailermusik“ des jungen deutschen Komponisten Alexander Reuber erlebten die Konzertbesucher eine Premiere mit getauschten Rollen: Dirigent Alexander Dreher spielte den Horn-Part von Roland Schmid und dieser übernahm – kurz nachdem er seine Dirigentenprüfung bestanden hatte – bei dem einen Stück den Dirigentenstab und wurde danach vom Publikum gefeiert.

Mit den Highlights der schönsten Filmmelodien aus dem Disney-Animationsfilm „Die Eiskönigin – Frozen II“ aus dem Jahre 2019 feierten die Eintürner Musiker weitere „Film-“Helden, ehe sie zum Finale mit „Jump, Jive an´ Swing“ zur Big-Band mutierten. In dem Medley im Arrangement von Paul Murtha konnten sich noch einmal sämtliche Register musikalisch austoben und so manchen im Publikum juckte es in den Beinen, aufzustehen und zu tanzen.

Logisch, dass danach noch nicht Schluss sein konnte und so entließen die „Proben Heros“ (O-Ton Thomas Stärk) die Gäste nach zwei Zugaben in den Allerheiligen-Feiertag.
Siehe Bilderalbum



Fotos: Ulrich Gresser

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