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Jahreskonzert

Die Musikkapelle Haidgau begab sich auf ihren „Höhenflug“



Foto: Ulrich Gresser

Haidgau – Startpunkt ihres Höhenfluges war die Turn- und Festhalle Unterschwarzach. Vorstandssprecher Johannes Wirth freute sich über die vielen Besucher/innen. Neben zahlreichen Ehrenmitgliedern der Kapelle konnte er auch viele Musiker aus der Region und natürlich auch Bürgermeisterin Alexandra Scherer, sowie die Ortsvorsteherinnen von Haidgau Ernestina Frick und Unterschwarzach, Gisela Brodd und diejenige von Gospoldshofen, Marga Loritz, begrüßen.

Moderiert von Anna-Lena Feser und Armin Lupfer

Mit Heartland Sketches des amerikanischen Komponisten Mark Camphouse startete „Pilot“ Alexander Werner in das Konzert. Es ist eine standesgemäße Eröffnungsfanfare mit Anklängen aus dem Iowa Fight Song. Ihm ließen die Musiker „Where never Lark or Eagle flew“ von James Curnow folgen. Dieses beeindruckende Werk für Blasorchester basiert auf einem inspirierenden Gedicht, das ein amerikanischer Pilot im Zweiten Weltkrieg geschrieben hat. Anna-Lena Feser, die gemeinsam mit Armin Lupfer charmant und gekonnt durchs Konzertprogramm führte, zitierte einige Zeilen aus dem Gedicht: „Auf! Auf! Entlang berauschendem und grellen Blau, hat mich mein leichter Sinn in Sturmeshöhn geführt, die keine Lerche und kein Adler je erreicht…“ Schillernde Blechbläserklänge und schwungvolle Holzbläserlinien begleiteten denn auch die Musiker auf ihrem Höhenflug. Und spiegelten die Liebe des jungen Mannes fürs Fliegen und seine Befreiung von den Sorgen der Welt wider.

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Close – A Chorale about love von Stijn Roels ist mehr als nur Musik – es ist ein Ausdruck der Gefühle und Erfahrungen, die viele von uns während der Pandemiezeit geteilt haben. Die Melodie spricht direkt zu unseren Herzen und erinnert uns daran, dass selbst in den dunkelsten Zeiten die Musik Trost spenden kann.

Der belgisch-flanderische Komponist Stijn Roels (Jahrgang 1979) begann seine musikalische Laufbahn an der Musikhochschule von Dendermonde. Dem Choral Close liegt ein universelles Thema zugrunde: die Liebe. Die Menschen, die einem am Herzen liegen, möchte man so nah wie möglich bei sich haben, damit man sie von Zeit zu Zeit umarmen kann. “Close” fängt die Sehnsucht und das Verlangen nach Nähe und Zuneigung ein, das viele von uns in den letzten Monaten gefühlt haben. Mit einfühlsamen Melodien und bewegenden Harmonien nimmt uns Stijn Roels mit auf eine emotionale Reise durch die Herausforderungen und Hindernisse, die uns daran gehindert haben, unsere Liebe auszuleben.

A Hero´s tale von Bert Appermont basiert wie viele seiner Werke auf Legenden und Mythen historischer Ereignisse. A hero´s tale handelt vom Leben des deutschen Reitergenerals Hans Michael Elias von Obentraut (1574 – 1625), der für seine Nervenstärke, seine Loyalität und seinen Mut bekannt war. Die Person von Obentraut ist eng mit der Stadt Seelze verbunden, wo er einen Heldentod starb und ihm zu Ehren ein Denkmal errichtet wurde. Das Werk besteht aus vier Sätzen, in denen verschiedene Aspekte der historischen Persönlichkeit thematisiert werden. Die Musikkapelle Haidgau erreichte beim Wertungsspiel während des letzten Kreismusikfestes in Waltershofen die Note Hervorragend.

Werke von Richard Strauss

Mit der „Festmusik der Stadt Wien“ von Richard Strauss eröffnete Alexander Werner mit seinen 58 Musikern den zweiten Konzertteil. Richard Strauss (1864-1949) wurde vor allem wegen seiner programmatischen Orchestermusik, den sogenannten Tondichtungen bekannt, aber auch für seine zahlreichen Lieder und Opern. Richard Strauss vollendete seine „Festmusik der Stadt Wien“ am 14. Januar 1943. Zwischen 1942 und 1944 verbrachten Strauss und seine Frau die Wintermonate in Wien und während ihres ersten Aufenthaltes wurde Strauss gebeten, ein Werk für den Trompetenchor der Stadt Wien zu schreiben. Gewidmet ist die „Festmusik“ dem Wiener Gemeinderat, als Dank für die Verleihung des Beethoven-Preises. Diese „Festmusik der Stadt Wien“ ist ein bestechendes Beispiel dafür, dass Strauss gerne für Bläser geschrieben hat.

Ehrungen (gesonderter Bericht)

Die Festmusik war die Einstimmung auf die anschließenden Ehrung langjähriger Musiker durch den stellvertretenden Kreisverbandsvorsitzenden Klaus Wachter (siehe gesonderten Bericht).

Der eindrucksvolle Konzertmarsch Mons Solus stammt aus der Feder von Lorenz Eibegger aus der Steiermark. Die Inspiration dazu kam dem jungen Komponisten während einer Schitour auf einem einsamen Berg. Aber die beiden Haidgauer Ansager hatten dafür noch ein weitere Deutung: „Dieser Berg steht sinnbildlich für der Ehrgeiz, der notwendig ist ein Instrument zu erlernen. Und er symbolisiert auch den Willen, in anspruchsvollen Zeiten am Ball zu bleiben den eigenen Gipfel zu erklimmen.“

Mit Halcyon hearts von Katahj Copley feierten die Haidgauer Musiker den absoluten Höhepunkt des Höhenflug-Konzertes: Halcyon bedeutet „die beste, die glücklichste Zeit die man haben kann“. Copley nennt das Stück Ouvertüre für die Liebe, denn darum geht es: „Um den total verrückten Moment, wenn man seine große Liebe gefunden hat.“ Der aus Georgia stammende junge US-amerikanische Komponist Katahj Copley hat 2017 sein erstes Werk Spectra uraufgeführt und seitdem nicht mehr aufgehört zu komponieren. Bis heute hat Katahj über 100 Werke geschrieben, darunter Stücke für Kammerensembles, Bläserensembles und Orchester. Mit „Selctions from Aladdin“ im Arrangement von John Moss wollten die Musiker ihr Konzert beenden. Die zauberhafte Geschichte um Aladdin, den Dschinni und Prinzessin Jasmin – der Disney-Zeichentrickfilm kam 1992 in die Kinos – und entführte die Besucher in die Welt der Arabischen Nächte und der Flaschengeister! Dieses Medley enthält einige der schönsten Melodien dieses orientalischen Abenteuers. Es beeinhaltet unter anderen: Arabian Nights, One Jump Ahead, Wedding Announcement, A Whole New World und Happy Ending.

Doch damit war das Konzert natürlich noch nicht zu Ende. Ansagerin Anna-Lena Feser und Dirigent Alexander Werner entlockten dem „Wunderlämpchen“ noch zwei weitere Stücke als stürmisch geforderte Zugaben. Nach der Polka „Pura Vida“ griffen Feser und Werner noch zum Mikrofon und sangen gemeinsam mit der Kapelle ein großes „Dankeschön“ – natürlich ein Stück von den Fäaschtbänklern – an die Adresse des Publikums.
Text und Bilder: Uli Gresser

Viele Bilder in der Galerie



Fotos: Ulrich Gresser

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