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Den Gottesberg hinauf

Der Familien-Kreuzweg an Karfreitag zum Gottesberg



Foto: Ulrich Gresser

Bad Wurzach – Gemeinsam mit den Pastoralreferenten Anna Katharina Merk und Raimund Miller sowie Pfarrerin Cora Böttiger von der Evangelischen Kirchengemeinde startete am Karfreitag eine große Zahl von Familien vom Pius-Scheel-Haus hinauf zum Gottesberg, um die Leidensgeschichte Jesu an den 14 Kreuzwegstationen nachzuvollziehen.

Seit mehr als 20 Jahren gibt es diese Tradition, die sich alljährlich immer größerer Beliebtheit erfreut. Neu war in diesem Jahr ein extra dafür gestaltetes Liedheft mit Fotos der einzelnen Stationen. Zum Gedenken an das Sterben Jesu am Kreuz wurde von Firmbewerbern an jeder Station ein Grablicht abgestellt sowie eine Rose abgelegt.

Bereits bei der Begrüßung machte Raimund Miller deutlich, um was es an diesem Vormittag ging: „Unsere Freundschaft mit Jesus führt uns heute Vormittag hier zusammen. Als Freundinnen und Freunde Jesu machen wir uns gleich miteinander auf den Weg. Wir wollen beten und singen und unseren Freund in den dunkelsten Stunden seines Lebens nicht allein lassen.“

Kommunionkinder an der Spitze

Der Kreuzweg stammt aus dem Jahre 1899. Eine unbekannte Künstlerin bzw. ein unbekannter Künstler hatte die 14 Kunstbilder über das Leiden und Sterben Jesu aus glasiertem Ton dargestellt. „Sie nehmen uns mit hinein in das Geschehen vor über 2000 Jahren und lassen uns innehalten.“ Mit den Kommunionkindern, die im Wechsel ein symbolisches Kreuz trugen, an der Spitze setzte sich der Prozessionszug in Bewegung.

An der ersten Station „Jesus wird zum Tode verurteilt“ entspinnt sich ein Dialog zwischen Mutter und Sohn über die Unsicherheit von Pilatus, dem klar war, dass Jesus keine Gesetze gebrochen hatte, sondern aus politischen Gründen verurteilt werden sollte. Denn Jesus war den Mächtigen, vor allem den Hohepriestern, ein Dorn im Auge, weil sie durch ihn an Einfluss zu verlieren drohten.

Bernadette Miller, die Frau von Organisationsleiter Raimund Miller, hatte mit ihren Drittklässlern an der Grundschule die Texte – wie den der ersten Station – neu erarbeitet. Die Texte wurden dann von Bernadette und Raimund Miller, der evangelischen Pfarrerin Cora Böttiger, der Pastoralreferentin Judith Kuhn und einem Kirchengemeinderat und von Erstkommunion-Familien, aber auch einer Konfirmations-Familie, verlesen. Denn neu war auch, dass Raimund Miller auch die evangelischen „Geschwister“ dazu eingeladen hatte. „Von jung bis alt wurde diese Einladung angenommen”, freute sich der Organisationsleiter über die gute Resonanz.

Die zweite Station kommt: „Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern“. „Erhobenen Hauptes nimmt er sein Kreuz an. Er sagt ja zu dem Weg der vor ihm liegt.“ An jeder Station wird von Raimund Miller eine Fürbitte vorgetragen und gemeinsam ein Liedstrophe gesungen.

Ein besonderes Detail fällt an der dritten Station auf: „Jesus fällt das erste Mal unter dem Kreuz“ Während der Soldat Jesus unwirsch auffordert weiterzugehen, steht daneben eine Sonnenblume da, groß, aufrecht und leuchtend, als Symbol für das im Leben oft unbemerkte Dasein Gottes.

An der vierten Station „Jesus trifft seine Mutter“, der sechsten „Veronika reicht Jesus das Schweißtuch“ und der achten Station „Jesus begegnet den weinenden Frauen“ drücken sich Sorge vor dem Abschied aus, gleichzeitig aber auch die Hoffnung, dass – wie mit dem Schweißtuch geschehen – der Glaube auch etwas für die Ewigkeit ist. „Er drückt sein Gesicht fest hinein. Es ist so, als male er es auf den Stoff: Jesu Augen, seine Nase, seinen Mund.“

Die größte Demütigung folgt an Station zehn: „Jesus wird seiner Kleider beraubt“. Die Soldaten würfeln um seine Kleider, während Jesus fast nackt der grölenden Menge ohnmächtig und bloßgestellt ausgeliefert ist.

Dann an Station elf: „Jesus wird ans Kreuz genagelt“ erreicht die Hinrichtung ihren Höhepunkt: „Jesu Hände werden durchbohrt. Hände, die so viel Gutes gewirkt und Wunder getan haben.“

Cora Böttiger las gemeinsam mit Judith Kuhn den ergreifenden Text zu Station 12: „Jesus betet zu seinem himmlischen Vater. Er spricht: “Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.‘“ Dann als er gestorben ist, heißt es: „Der Himmel verdunkelt sich. Alles ist finster. Tiefe Nacht. Es ist vollbracht.“

Bei der nächsten Station entstand ein einzigartiges Bild, das – einer Fotografie gleich – über Jahrtausende immer wieder von Künstlern dargestellt wird: die Pietà oder „Jesus wird vom Kreuz abgenommen und in den Schoß seiner Mutter gelegt.“

Und schließlich die letzte Station, fast an der Schwelle der Gottesbergkirche: „Der Leichnam Jesu wird ins Grab gelegt“, das Bild, das den Karfreitag prägt: „Sie rollen einen großen Stein vor den Eingang der Höhle. So wird die Totenruhe von niemandem gestört. Dann gehen die Freunde traurig weg.“ Und doch der Anfang eines göttlichen Neubeginns.

Großzügige Spende der Gärtnerei Grad

Nur wenige Schritte weiter, dort wo im Juli alljährlich unter einem Baldachin das Heilig-Blut-Fest gefeiert wird, endete diese Prozession: Das von den Kommunionkindern hinaufgetragene Kreuz findet auf roten Samt gebettet seine Ruhestätte. Dank einer großzügigen Blumenspende der Gärtnerei Grad konnte jeder Teilnehmer an der Prozession dieses Kreuz als Symbol von Tod und Auferstehung zu einer wunderbaren, farbenfrohen Glaubensdemonstration gestalten.

Mit dem Dank seitens von Raimund Miller an alle Beteiligten, die in irgendeiner Form zum Gelingen der Prozession beitrugen, endete der diesjährige mit vielen Neuerungen aufwartende Familienkreuzweg.
Text und Fotos: Uli Gresser

Viele Bilder in der Galerie



Fotos: Ulrich Gresser

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