Skip to main content
Würdiges Gedenken

150 Jahre Krieger- und Soldatenkameradschaft Unterschwarzach



Foto: Ulrich Gresser
Vorstand Robert Hoch bei seiner Rede am Kriegerdenkmal.

Unterschwarzach – Mit einem von Pfarrer Patrick Meschenmoser zelebrierten Festgottesdienst feierte die Krieger- und Soldatenkameradschaft Unterschwarzach am Sonntag, 27. Oktober, ihr 150-jähriges Bestehen.

Angeführt von der Musikkapelle Eggmannsried zogen die Fahnenabordnungen der verschiedenen Kriegervereine aus der Umgebung vom 1921 zum Andenken an die Unterschwarzacher Gefallenen des Ersten Weltkrieges errichteten Kriegerdenkmals bei der Aussegnungshalle zum Gottesdienst in die Kirche.

ANZEIGE

Pfarrer Meschenmoser nahm in seiner Predigt Bezug auf das Evangeliumswort des Markus-Evangeliums, als der Jesus den blinden Bartimäus in Jericho heilt. Dieser sieht trotz aller Widerstände als Einziger, wer Jesus wirklich ist, nämlich der Sohn Gottes. Unbeirrt verfolgt er sein Ziel, mit Jesus zu sprechen und ihn um die Heilung zu bitten. „Was willst du, was kann ich für Dich tun?“, fragt Jesus den Blinden und damit uns Christen. „Er lädt uns ein, auf ihn zuzugehen”, erläutert Pfarrer Meschenmoser in seiner Predigt. „Was hoffst Du bei mir zu finden?“ Als Jesus den Blinden berührt, kann dieser sofort sehen: „Geh! Dein Glaube hat dich geheilt!“ Und Bartimäus folgte Jesus nach.

Bezogen auf den Anlass des Gottesdienstes fragte der Pfarrer: „Was haben die Soldaten der Weltkriege über Gott gedacht und gefragt.“ Dafür existierten viele verschiedene Antworten. In Jesus werde der bedingungslose Glaube spürbar, der Sicherheit und Vertrauen gibt. Meschenmoser untermauerte dies mit einem Zitat des Philosophen Anselm von Canterbury: „Ich glaube, um zu sehen (Erkennen)!“

Wichtiger Erinnerungsdienst

Der Krieger- und Soldatenverein Unterschwarzach erfülle einen wichtigen Dienst an der Gemeinschaft: „Sie bewahren das Andenken an die Vorfahren, die in den Weltkriegen für andere ihren Kopf hingehalten haben.“ Kaum jemand habe bis vor kurzem geglaubt, dass wir uns wieder intensiv mit dem Gedanken an die Schrecken von Kriegen auseinandersetzen müssen, wie jetzt in der Ukraine oder im Nahen Osten.

Dementsprechend galten die Fürbitten auch außer für den Krieger- und Soldatenverein hauptsächlich den Menschen, die in Kriegsgebieten leben und den Gefallenen der Weltkriege.

Ergreifende Rede am Mahnmal

Nach dem Gottesdienst zog der Zug der Fahnenabordnungen und Gottesdienstbesucher wieder zum Ausgangspunkt zurück, wo der Vorstand der Krieger- und Soldatenkameradschaft, Robert Hoch, als äußeres Zeichen der Ehrerbietung für die gefallenen Unterschwarzacher einen Kranz niederlegte und eine ergreifende Rede hielt. „Den Toten die Ehre, den Lebenden in unserem Land die uneingeschränkte Freiheit auf Lebenszeit.“ Mit diesem ein wenig abgewandelten Zitat wies Hoch auf den dünn gewordenenen Faden des Friedens im heutigen Europa hin. „Die vielen gefallenen und vermissten Soldaten der Weltkriege sowie alle Opfer von barbarischen Auseinandersetzungen müssen und sollen uns jetzt und auch in weiterer Zukunft eine ernste Mahnung sein, dass durch Gewalt mit der Waffe der Menschheit viel Elend aufgebürdet wurde.“ Obwohl alle gesagt hatten, „von deutschem Boden darf niemals wieder ein Krieg ausgehen“, sehe die Realität anders aus: „Immer näher kommt der Tag, an dem deutsche Soldaten wieder mit Kriegseinsätzen konfrontiert werden.“ Er stellte die Frage, ob hier nicht auch der Staat und die Waffenindustrie dabei befangen seien.

Brot statt Bomben

Und weiter: „Terror“ sei eine unberechenbare Sanktion, der unangemeldet zuschlage und unschuldige Opfer fordere. Diesem ein Ende zu setzen, sei ein schwieriges Unterfangen, dies hätten Kameraden der Gemeinschaft immer wieder erzählt, die während des Krieges den Partisanen- und Häuserkampf miterlebt hatten. „Es wäre doch viel besser, täglich Brot zu verteilen anstatt todbringende Bomben abzuwerfen.“ Dazu bedürfe es eines ehrlichen Vorsatzes, einander die Hand zu reichen, um in einem friedlichen Miteinander in wahrer Freundschaft zu leben.

Die Bitte des 82-jährigen Vereinsvorstandes

„Möge doch der Herrgott der ganzen Menschheit seinen Segen geben!“, bat der 82-jährige Vereinsvorstand am Ende seiner Rede, die er mit einem Zitat von einem Sterbebildchen eines jungen gefallenen Freundes beendete.

Nachdem die Fahnenabordnungen und die anderen Gottesdienstteilnehmer, allen voran Bürgermeisterin Alexandra Scherer, den Gefallenen der Kriege ihre Ehrerbietung erwiesen hatten, zog die nunmehr weltliche Prozession in die Festhalle hinauf, wo die Musikkapelle zum festlichen Frühschoppen mit einigen überraschenden lukullischen Genüssen aufspielte.
Text und Fotos: Uli Gresser

Viele Bilder in der Galerie



Fotos: Ulrich Gresser

NEUESTE BEITRÄGE

Bad Wurzach
Fastenpredigt in der Stadtpfarrkirche St. Verena

Am 27. März mit Pater Friedrich Emde

Bad Wurzach – Den Glauben der Kirche als Quelle der Freude entdecken. Vielfach bricht die Weitergabe des Glaubens in unserer Zeit ab. Wie bekommt der Glaube die Chance, wieder zum Thema zu werden in den Familien und in anderen Lebensbereichen? Erste Voraussetzung ist, dass aus dem Glauben Freude erwächst. In der Freude liegt immer eine Kraft, die von innen kommt. Ein Satz aus dem Buch Nehemia bringt es auf den Punkt: „Die Freude am Herrn ist euere Stärke.“
Fastenpredigten in der Stadtpfarrkirche St. Verena

Am 20. März mit Pater Wolfgang Sütterlin

Bad Wurzach – Den Glauben der Kirche als Quelle der Freude entdecken. Vielfach bricht die Weitergabe des Glaubens in unserer Zeit ab. Wie bekommt der Glaube die Chance, wieder zum Thema zu werden in den Familien und in anderen Lebensbereichen? Erste Voraussetzung ist, dass aus dem Glauben Freude erwächst. In der Freude liegt immer eine Kraft, die von innen kommt. Ein Satz aus dem Buch Nehemia bringt es auf den Punkt: „Die Freude am Herrn ist euere Stärke.“
Stadt setzt auf erneuerbare Energien

2025 wurden fünf neue Solaranlagen auf kommunalen Dächern installiert

Bad Wurzach – Bad Wurzach holt die Sonne vom Dach: Im Jahr 2025 wurden auf fünf öffentlichen Gebäuden in Bad Wurzach insgesamt 168 Kilowatt-Peak (kWp) an Solaranlagen installiert. Mit diesem Schritt setzt die Stadt ein deutliches Zeichen für eine nachhaltige Energieversorgung und den Klimaschutz.
Ab 13. März

Brückenerneuerung zwischen Kurpark und Ried: Zeitweise Umleitung erforderlich

Bad Surzach – Die Brücke im Kurpark, die auf Höhe des Wanderparkplatzes an der B465 (Biberacher Straße) liegt, wird ab Freitag, 13. März, erneuert. Sie dient als direkte Verbindung zwischen dem Wurzacher Ried und dem Kurpark. Im Rahmen der Modernisierung der touristischen Infrastruktur wird sie durch eine Stahlkonstruktion ersetzt. Aufgrund der Bauarbeiten ist der Hauptverbindungsweg in diesem Zeitraum gesperrt. Eine Umleitung für Wanderer und Fußgänger ist vor Ort ausgeschildert. Die Bauarbe…
Taekwondo

Erfolgreiche Prüferlizenz für das Taekwondo-Sportabzeichen

Bad Wurzach – Die drei Taekwondo-Trainer von links Ferat Ersöz (2. Dan.) Peter Stein (4. Dan.) und Werner Hoch (2. Dan.) haben erfolgreich die Prüferlizenz für das Taekwondo-Sportabzeichen erworben.
ANZEIGE

MEISTGELESEN

Bad Wurzach
Kostenlos

Broschüre “Jahresrückblick 2023” liegt aus

Bad Wurzach – Auch in diesem Jahr hat die Stadt Bad Wurzach wieder einen Rückblick mit einer Zusammenstellung wichtiger Ereignisse aus kommunaler Sicht für 2023 erstellt. Die entsprechende Broschüre ist an den üblichen Auslagestellen am Rathaus, bei der Bad Wurzach-Info oder den Ortsverwaltungen kostenlos erhältlich.
Sängerabend am Samstag, 20. April

Männerchor Haisterkirch sucht Mitsänger für Projektchor

Haisterkirch – Auch für dieses Jahr ist der Männerchor Haisterkirch wieder in den Planungen für einen Sängerabend am Samstag, 20. April. Zum Konzert soll, wie bereits in den vergangenen Jahren, ein Projektchor mitwirken. Hierzu sind alle sangesfreudigen Männer jeder Altersstufe herzlich eingeladen.
Kleintierzüchter Bad Wurzach

2023 war die erfolgreichste Schausaison in der Geschichte des Vereins

Bad Wurzach – Auf der 36. Bundeskaninchenschau in den Messehallen von Leipzig am 16. und 17. November 2023 konnte der Kleintierzuchtverein Bad Wurzach mit einem super Ergebnis überzeugen.
Sieben Neuzertifizierungen im Landkreis Ravensburg

58 Handwerksbetriebe aus der Region sind TOP-Ausbilder

Ulm – In der Region gibt es viele Handwerksbetriebe, denen die Ausbildung junger Menschen besonders am Herzen liegt und die sich maßgeblich engagieren. Über das Qualitätssiegel „TOP-Ausbilder“ der Handwerkskammer Ulm können sie sich das hohe Engagement in Sachen Nachwuchsfachkräfte zertifizieren lassen. Ganz aktuell haben im Kammergebiet weitere 19 Ausbildungsbetriebe das Zertifikat erhalten: davon befinden sich sieben im Kreis Ravensburg, vier im Landkreis Biberach, drei im Bodenseekreis, zw…
Unterstützung jenseits der Fallpauschalen

Geburtshilfen in Wangen und Ravensburg erhalten Bundesmittel

Stuttgart / Wangen / Ravensburg – Die geburtshilfliche Versorgung in den Krankenhäusern in Baden-Württemberg wird, wie bereits im Vorjahr, mit rund 15,65 Millionen Euro aus Bundesmittel gefördert. Dies soll die Geburtshilfe unabhängig von der leistungsorientierten Fallkostenpauschale finanziell absichern und die Fachabteilungen für Geburtshilfe in den Krankenhäusern unterstützen. Dies teilte Landes-Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) am Dienstag (2. April) in Stuttgart mit. Die Geburtshil…

TOP-THEMEN

Bad Wurzach
Bad Wurzach – Bad Wurzach holt die Sonne vom Dach: Im Jahr 2025 wurden auf fünf öffentlichen Gebäuden in Bad Wurzach …
Arnach / Diepoldshofen – Nach dem misslungenen Diebstahl eines Geldautomaten in der Nacht von Freitag auf Samstag (6….
Arnach – Von der Kommune zum mittelständischen Unternehmen: Beim Begegnungsnachmittag im Gemeindehaus St. Ulrich in A…

Einzelhandel, Dienstleistungen und Handwerk in Allgäu-Oberschwaben

VERANSTALTUNGEN

Bad Wurzach