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Der Künstler und Aktivist Hermnn Weber gibt trotz Anfeindungen nicht auf, sich für Natur- und Artenschutz zu engagieren. Fotos: privat

Berg in der Pfalz – Kaum war der Besuch fort, kam die Unbill. Der Künstler Hermann Weber ist Bauernjunge aus Mettenberg bei Biberach und lebt und arbeitet in Berg in der Pfalz, nahe der französischen Grenze. Es ist für den 65-Jährigen mit seinem Hund Bruno ein Rückzugsort, wo er gerne auch Gäste empfängt.

Am 2. November war dies der Fall. Eine Reisegruppe aus Biberach, organisiert vom Biberacher Museum zum Thema „Kunst und Küche“, verbrachte den Tag mit dem Künstler im Atelier und am Küchentisch beim gemeinsamen Essen von „einem dreigängigen veganen Menü aus der ZEN-Küche“, lässt der Hobbykoch wissen. Webers Thema ist unsere Ernährung und die Produktion von Lebensmitteln, die wir dafür verwenden. Seine Kritik richtet sich gegen die konventionelle Landwirtschaft, die mit Hilfe der Agrarindustrie die Natur und damit unsere Lebensgrundlage zerstöre. Das gefällt nicht allen, wie sich zeigt.

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In seiner Kunst thematisiert Hermann Weber die Frage, wie wir als Menschen mit uns, der Natur und ihren Lebewesen umgehen. Mit seinen vielschichtigen Werken, die abstrakte Malerei und aktivistische Kunst umspannen, möchte er die Betrachtenden zum Nachdenken anregen, aber auch zum Handeln auffordern. Der vielfach ausgezeichnete Künstler, darunter der Kulturpreis des Landkreises Biberach (2021), versteht seine Kunst als Einmischung, so wie er sich auch als Aktivist versteht, der konkreten Natur- und Artenschutz betreibt und nicht nur darüber räsoniert. 

Die Botschaften seiner Plakatkunst sind drastisch, mit denen Hermann Weber die Passanten an seinem Grundstück konfrontiert. Die Kunstfreiheit respektierten nicht alle und zerstörten einige der Plakate. Weber hat sie ersetzt und ergänzt.

Als er auf die Idee kam, seine Hofmauer als „Outdoor Gallery“ zu nutzen, indem er fünf großformatige Plakate aus seiner Serie „Das Anthropozän – das große Sterben“ daran ausstellte, darunter auch welche, die die konventionelle Landwirtschaft mit fürs Artensterben verantwortlich machten, wurden mehrere davon zerstört. Das kunstfeindliche Verhalten fand Eingang in eine Anfrage der CDU im Ortschaftsrat, die Bilder könnten verstörend wirken, „vor allem für Kinder“, hieß es zur Begründung, die Verwaltung wurde aufgefordert zu prüfen, ob die Plakataktion zulässig ist. Sie sei es, befand das Landratsamt, und die Regionalzeitung berichtete ausführlich.

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Hermann Weber will mit seiner Kunst auch Anstoß erregen. Das ist ihm in seinem kleinen Dorf gelungen. Das ist gut so, befindet er mit einem gewissen Unbehagen, denn die Zerstörung seiner künstlerischen Arbeit ist eine inakzeptable Grenzüberschreitung – wehret den Anfängen! „Für uns geht kein einfaches Jahr zu Ende“, schreibt Weber kurz vor Weihnachten. Bruno war an einer Vergiftung schwer erkrankt, und Webers Aktionismus wird auch in der Kunstszene nicht sonderlich goutiert, aber der sture Oberschwabe ist von seiner Mission überzeugt. „Meine Antwort ist ein weiteres Plakat: Erst sterben die Vögel, dann sterben wir.“ Das Thema lässt den Bauernsohn in Erinnerung an seine Eltern und deren tiefen Glauben an die göttliche Schöpfung nicht mehr los.

Autor: Roland Reck



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