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Begeisterte Jung wie Alt: Christian Streich wie man ihn kannte als Trainer des SC Freiburg.

Memmingen – Die Überraschung ist gelungen, als der Memminger Oberbürgermeister Jan Rothenbacher im kleinen Sitzungssaal des Rathauses den Träger des „Memminger Freiheitspreis 1525“ bekannt gibt: der „verflossene“ Fußballtrainer des Sportclubs Freiburg Christian Streich erhält im kommenden Jahr 2025 als sechster Preisträger die Auszeichnung, die sich auf die Erklärung der „Zwölf Artikel“ der aufständischen Bauern vor 500 Jahren in der Kramerzunft der Stadt bezieht. Das Jubiläum im nächsten Jahr gibt dem Preis noch zusätzliche Bedeutung.

Aber sofern eingefleischte Fans des Breisgauer Bundesliga-Clubs glauben, die Auszeichnung sei der Lohn für Streichs oft überschäumende Eskapaden am Spielfeldrand, durch die er nicht selten an das wilde Rumpelstilzchen erinnerte, befinden sich diese auf dem Holzweg. Vielmehr fiel die Wahl der Jury einstimmig aus ideellen Gründen auf den jetzt 59-Jährigen, der am Ende der Saison 2023/24 nach – sage und schreibe – 29 Jahren(!) sich vom Spielbetrieb verabschiedete. Streich war dank seines leidenschaftlichen fußballsportlichen Engagements eine prägende Figur. Aber keineswegs nur wegen der sportlichen Erfolge (viermal im Europapokal), sondern wegen seiner vorbildlich klaren Haltung und seines engagierten Eintretens gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und jede Form von Diskriminierung erhält er die Ehrung. So würdigte OB Rothenbacher den neuen Preisträger mit viel Bodenhaftung: „Er zeigt, dass der Einsatz für gegenseitigen Respekt und demokratische Grundwerte nicht nur in politischen, sondern auch in sportlichen und gesellschaftlichen Kontexten von zentraler Bedeutung ist.“  

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Als Kuratoriumsvorsitzende erläuterten die Dekane Claudia und Christoph Schieder die Entscheidung der Juroren. Sie hoben Streichs Einbringen in gesellschaftspolitische Debatten hervor, in denen er als eine öffentliche Person aktiv Stellung bezieht. Fußball sei für ihn ein „Spielfeld der Gesellschaft“. Auf ihm zeigen sich soziale Herausforderungen wie die Frage nach Integration, Vielfalt und Gleichberechtigung. In welcher Mannschaft auch immer: alle Beteiligte stehen in der Verantwortung, ihren Beitrag zu einem fairen Miteinander zu leisten: „Demokratie ist Mannschaftssport“.

Kulturamtsleiter Sebastian Huber (li) stellte die Eckpunkte des Veranstaltungsprogramms im 500. Jubiläumsjahr der Bauernartikel vor , neben ihm OB Jan Rothenbacher. Foto: Hacker

Der Fußballlehrer reiht sich dabei in einen bunten Reigen von Geehrten ein: Der ersten Preisvergabe 2005 an den ehemaligen ungarischen Außenminister Dr. Gyula Horn folgte 2009 der Autor und Lyriker Reiner Kunze, im Jahr 2013 wurde die pakistanische Menschenrechtlerin Malala Yousafzai ausgezeichnet, 2016 der brasilianische Bischof Dr. Erwin Kräutler und zuletzt im Mai 2022 der Journalist Prof. Heribert Prantl. 

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Im Rahmen eines Festakts am 3. Oktober 2025 wird der Oberbürgermeister den mit 25.000 Euro dotierten Preis in der Martinskirche an Christian Streich verleihen. Bereits am 15. März zu Beginn des Gedenkjahrs „500 Jahre Zwölf Artikel“ erwartet Memmingen Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sowie Bayerns Ministerpräsident Dr. Markus Söder.  

Kulturamtsleiter Sebastian Huber präsentierte Eckpunkte des Programms für das Event- und Gedenkjahr „500 Jahre Zwölf Artikel“. Auftakt ist am 7. März 2025 mit einer multimedial inszenierten Zeitreise auf der Außenfassade jener Kramerzunft, in der die aufständischen Bauern ihre Forderungen zu Papier brachten. Am 15. März wird die Bayernausstellung des Hauses der Bayerischen Geschichte „Projekt Freiheit – Memmingen 1525“ eröffnet. Zusammen mit dem Schwabentag am 3. Oktober wird nach einem „Freiheitssommer“ mit einer großen Vielfalt von Angeboten das Jubiläumsjahr mit der Preisverleihung an Christian Streich als krönendem Höhepunkt abgeschlossen.

Autor: Horst Hacker



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