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Die Ausstellung im Naturschutzzentrum ist noch bis zum 25. Januar zu sehen

Pater-Egino-Manall-Ausstellung „Inspiration Ried“ eröffnet



Foto: Ulrich Gresser
Sind mit Recht stolz auf eine ambitionierte Wurzach-Ausstellung (v.l.n.r.): Provinzarchivar Pater Michael Overmann, Bürgermeisterin Alexandra Scherer, Provinzial Dr. Friedrich Emde und Dr. Siegfried Roth, Leiter des Naturschutzzentrums.

Bad Wurzach – Am Donnerstagabend (17. Oktober) wurde in “Maria Rosengarten” die Ausstellung „Inspiration Ried“ eröffnet. Gezeigt werden Werke des Salvatorianerpaters P. Egino Manall, der 50 Jahre bis zu seinem Tod im Jahre 2001 in Bad Wurzach lebte und sich von der beeindruckenden Landschaft inspirieren ließ.

Vokalensemble des Salvatorkollegs

Christine Braig, Musiklehrerin am Salvatorkolleg, eröffnete mit dem Vokalensemble der Schule im Gewölbegang, in dem die Bilder ausgestellt werden, die Vernissage mit dem schwedischen Kanon „Livet“ (Leben).

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Landschaftsbilder, nach Jahreszeiten geordnet

Bürgermeisterin Alexandra Scherer, qua Amtes die Vorsitzende des Stiftungsrates des Naturschutzzentrums Wurzacher Ried, übernahm die Begrüßung der rund 80 Vernissage-Besucher, darunter auch ehemalige Schüler von Pater Egino, denn dieser hatte 29 Jahre am Salvatorkolleg Kunst und Sport unterrichtet. „Die Ausstellung zeigt ausgewählte naturalistische Landschaftsbilder des Paters aus rund 50 Jahren seines künstlerischen Schaffens. Die ausgestellten Bilder sind den vier Jahreszeiten zugeordnet, das nach Meinung der Ausstellungsmacher vom Naturschutzzentrum ein harmonisches Farbkonzept ergeben hat. Überzeugen Sie sich selbst.“ Sie dankte den Machern der Ausstellung sowie den jungen Sängerinnen des Vokalensembles und ihrer Leiterin, die mit “Autumn comes”, einem englischen Traditional, antworteten, ehe Provinzial Pater Dr. Friedrich Emde, der lange Jahre in Bad Wurzach als Lehrer und Schulleiter am Salvatorkolleg tätig war, eine kleine Einführung zum Leben und Werk Pater Eginos hielt.

1907 – 2001

Pater Egino wurde als Ernst Manall 1907 in Biberach geboren. Nach der Schulzeit in Lochau führte ihn seine Ordensausbildung nach Passau. Anschließend absolvierte er von 1935 bis 1939 ein Kunststudium in Fribourg in der Schweiz und war danach Kunstlehrer an der Schule der Salvatorianer in Steinfeld in der Eifel. Während der Kriegsjahre war er als Sanitäter tätig. Nach dem Krieg kam er ans Salvatorkolleg Bad Wurzach, wo er als Sport- und Kunstlehrer arbeitet. Sein ganzes Leben lang war er immer auch als Künstler tätig, bis zu seinem Tod im Jahr 2001.

In dieser Zeit schuf er ein vielfältiges Werk, sowohl was Motive als auch was Materialien angeht. Neben religiösen und biblischen Themen auch viele Portraits, Ausdruck seiner Liebe zu den Menschen. Sie hat er häufig gemalt, an der Schule, in Italien oder wo auch immer er sich aufhielt.

Das Fresko an der Bäckerei Räth

Bei den genutzten Materialien sind viele Öl- und Aquarellbilder und Filzstiftzeichnungen dabei. Aber er malte auch Fresken, wie etwa das gegenüber dem Amtshaus am Gebäude der ehemaligen Bäckerei Räth oder das seit langem übermalte Fresko von Maria am Kirchturm von St. Verena, das auf alten Ansichtskarten der Stadt zu sehen ist.

Bei der Sichtung seines Nachlasses, die in den letzten Monaten und Jahren von Provinzarchivar Pater Michael Overmann durchgeführt wurde, traten zwei Besonderheiten zutage. Zum einen thematisierte Pater Egino in seinen Bildern seine zweite Liebe, den Sport, ein für die damalige Zeit sehr seltenes Motiv in der bildenden Kunst. Und dann natürlich: das Wurzacher Ried. Und das ist natürlich in der Kunst ein Thema auch bei vielen anderen Künstlern wie etwa bei Sepp Mahler.

Pater Eginos Ried

Das Ried für P. Egino eine wichtige Quelle der Inspiration. In den mehr als 50 Jahren, die er in Bad Wurzach lebte, ist eine große Fülle von Bildern dieser besonderen Landschaft entstanden. „In kräftigen Farben hat er seine unterschiedlichen Facetten dargestellt”, so Pater Friedrich in seiner Laudatio. Das Ried habe zu jeder Jahreszeit seinen Reiz und der Künstlerpater habe dies in seinen Werken dazustellen gewusst.

Verdienstvoll: das nun angelegte Werkverzeichnis

Seit dem Tod von Pater Egino 2001 gab es mehrere Versuche, sein Werk zu ordnen und zu dokumentieren. Pater Michael Overmann habe nun vor drei Jahren „energisch die Initiative ergriffen“, in dem Wissen, dass die Salvatorianer für das Werk Verantwortung tragen. Auch mit der Erkenntnis, dass nicht alle Werke bei den Salvatorianern verbleiben können, wurde ein möglichst vollständiges Werkverzeichnis erstellt. Pater Michael habe intensiv nachgeforscht und war überrascht, wo überall Werke von Pater Egino vorhanden sind. Im Verlauf dieser Arbeit wurden Kontakte zu Museen und Archiven aufgenommen, die eventuell Interesse an Bildern haben könnten. Überraschend war dabei auch, dass manche Pfarrgemeinden, deren Kirchen der Pater ausgemalt hatte, Interesse an den Entwürfen zeigten, nachdem die Wandgemälde teilweise nicht mehr vorhanden waren.

Viele überraschende Kontakte ergaben sich auf diesem Weg. Und ein solcher führte nun auch zu der jetzt gezeigten Ausstellung im Naturschutzzentrum.

Pater Michael und seine Helfer

Pater Friedrich nannte als Unterstützer für die Arbeit von Pater Michael einige Personen namentlich: Dr. Uwe Degreif, ehemals stellvertretender Leiter des Museums Biberach für seinen fachmännischen Rat. Robert Häusle ehemaliger Schüler und Schulleiter des Salvatorkollegs, der sich viel Arbeit mit der Werkssichtung machte, Dr. Hermann Schmid, ehemaliger Schüler und passionierter Kunstsammler, der neben seiner Expertise dem Projekt auch Wege in die Kunstszene eröffnet hat. Und Pater Josef Mayer, der die mühselige Arbeit auf sich genommen hatte, die Werke fotografisch zu dokumentieren. Und schließlich die Verantwortlichen des Naturschutzzentrums, die es möglich machten, die Bilder auszustellen.

“… dann hätten meine Predigten und Bilder keinen Sinn“

Pater Friedrich beendete seine Laudatio mit einem Zitat von Pater Egino: „Wenn es nicht mein Anliegen wäre, die Menschen zu begeistern mit der Fülle des Lebens aus Gott, dann hätten meine Predigten und Bilder keinen Sinn.“

Bei einem Gläschen Wein gab es noch lange nach der Ausstellungseröffnung intensive Gespräche im Gewölbegang und den Räumen der Bad Wurzach-Info (BWI).

Die Ausstellung ist noch bis zum 25. Januar 2025 zu den Öffnungszeiten von BWI und Shop des Naturschutzzentrums zu sehen.
Text und Fotos: Uli Gresser

Viele Bilder in der Galerie



Fotos: Ulrich Gresser

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