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Konzert war ein Anziehungspunkt für viele Musiker

Jahreskonzert des MV Harmonie Unterschwarzach mit dem MV Haisterkirch



Foto: Uli Gresser
290 Jahre Ehrenamt beim Musikverein Harmonie Unterschwarzach.

Unterschwarzach – Die beiden benachbarten Musikvereine aus Haisterkirch und Unterschwarzach spielten am Samstag, 23. März, – auf den Tag genau nach 22 Jahren – erstmals wieder ein gemeinsames Konzert. Es wurde in der Festhalle Unterschwarzach zu einem Anziehungspunkt für viele Musiker aus der Großgemeinde und der Region.

Der Musikverein Haisterkirch unter der Leitung von Klaus Wachter begann mit der Eröffnungsfanfare „Olympic Fire“ des österreichischen Komponisten Michael Geisler, die dieser zum 70-jährigen Jubiläum des Tiroler Blasmusikverbandes schrieb. Die Musik changiert dabei zwischen den einzelnen Instrumentengruppen etwa den Holzbläsern und Horn, dann wechseln sich Soloflöte wieder mit Passagen in Tutti ab.

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Auch das zweite Stück, das Klaus Wachter mit seinen Musikern einstudiert hatte, war für ein Jubiläum geschrieben worden: Terra Rossa des italienischen Komponisten Lorenzo Pusceddu schrieb dieser für das 200-jährige Jubiläum des Musikvereins Castellamonte. Der Titel Terra Rosso („Rote Erde“) verweist auf den in der Gegend abgebauten roten Ton, mit dem die ansässigen Keramiker Kunstwerke schaffen, wie etwa die Pignata, einem Terrakottatopf, der zum Wahrzeichen der Stadt geworden ist. Die dreisätzige Suite verweist auf alte Traditionen und Legenden, fröhliche aber auch weniger schöne wie den Schlossbrand vor fast 200 Jahren. Oder den Ort, an dem man Leprakranke „aussetzte“ und ihnen täglich Essen in Terracotta-Schüssel brachte, diese aber aus Angst vor Ansteckung nie wieder abholte …

Mit auf eine musikalische Abenteuerreise nahm der MV Haisterkirch die Konzertbesucher mit auf eine Abenteuerreise: Das Medley „Santiano – Rock von der Küste“ vereint im Arrangement von Hans-Joachim Rogoll die vier größten Hits der Band, die im Jahre 2014 beim Vorentscheid des Eurovision Song Contest einem breiten Publikum bekannt wurde. Mit einer Mischung aus Schlager, Folk und Rock haben die fünf Musiker einen einzigartigen rauhbeinigen Sound geschaffen, der ihnen ein fast schon piratenhaftes Image verschaffte. Verena Maucher, die für den Musikverein Haisterkirch die Moderation übernommen hatte, schickte die Zuhörer denn auch mit einem kräftigen „Ahoi!“ auf die musikalische Reise.

Zum Abschluss des offiziellen Konzertteils hat sich das Schlagzeugregister kräftig in den Vordergrund gestellt: Beim Drummer Splash von Fritz Neuböck konnte das Publikum fünf Drummer, die ansonsten zwar gut hörbar aber selten gut sichtbar sind, vor der Bühne hautnah beim „Bearbeiten“ von blauen Regentonnen und weiteren Percussion-Instrumenten beobachten. Natürlich durften die Schlagzeuger eine spontane Zugabe spielen, wie auch das gesamte Orchester mit dem „Traktorenmarsch“ von Franz Springer aus Schwendi, den dieser 1950 für die Musiker in Uttenweiler komponiert hatte.

Und weil inzwischen hierzulande kaum ein Konzert ohne ein Stück der Schweizer Kultband „Die Fäaschtbänkler“ endet, gab es noch eine zweite Zugabe mit „Ein Leben lang“, bei dem die Musiker/innen auch bewiesen, dass sie auch über ganz ansehnliches Gesangstalent verfügen.

Mit der „Black River Overture“ von Thomas Doss stiegen Dirigent Manfred Bachmor und seine Musiker des Musikverein Harmonie Unterschwarzach in das Konzert ein. Diana Heine, die für den Musikverein Unterschwarzach die Moderation übernommen hatte, lud das Publikum zu einer Reise auf dem „Black River“ ein. Die Musik dieser Overture spiegelt die Vielfalt und Schönheit der Natur wider, die man am Flusslauf eines Gebirgsflusses findet: mal ruhig und majestätisch wie ein ruhiges Gewässer, dann wieder wild wie Stromschnellen und Wasserfälle.

Ehrungen

Nach seinem Dirigat mit dem MV Haisterkirch war für Klaus Wachter der Arbeitstag noch nicht zu Ende: Als stellvertretender Kreisverbandsvorsitzender des Blasmusikverbandes Ravensburg hatte er noch die Ehre (und das Publikum das Vergnügen), langjährige Musiker der Unterschwarzacher für 290 Jahre Musizieren mit Ehrenzeichen und Urkunden auszuzeichnen:

Für 10 Jahre aktives Musizieren wurden Sophia Straßer und Lisa Birk mit der Ehrennadel in Bronze ausgezeichnet. Für 20 Jahre erhielten Stefanie Schneider und Tobias Ness die Ehrennadel in Silber. Für 30 Jahre erhielten Andreas Humm, Andreas Herle, Paul Kibler die Ehrennadel in Gold samt Urkunde. Für 40 Jahre Aktivität im Musikverein erhielten Erika Gütler, Daniela Miehle, Irmgard Grösser die Ehrennadel in Gold mit Diamant samt Ehrenbrief aus den Händen von Klaus Wachter überreicht. Verbunden mit der Einladung beim Kreisseniorenorchester mit zu spielen. Die Förderermedaille in Bronze mit Urkunde für 10-jährige Tätigkeit im Vorstandsteam erhielten Carola Schad und Felix Maucher, die beide gemeinsam als Vorstandsteam im Jahre 2014 die Geschicke des Vereins in ihre Hände genommen hatten.

Um ein ganz anderes Thema als die Naturschönheit ging es beim zweiten Stück des Musikvereines: der „Midway March“ von Filmmusik-Altmeister John Williams. Er erinnert an die Schlacht bei den Midway Inseln, die 1942 zwischen den USA und Japan stattfand und die dem Krieg im Pazifik eine entscheidende Wende gab. Es ist eine Hymne an den Mut und die Entschlossenheit der Menschen in deren schwersten Stunden, sich ihren Herausforderungen zu stellen.

„In 80 Tagen um die Welt“ frei nach Jules Verne, hat bereits jeder einmal gelesen oder im Fernsehen gesehen. Bei dem Werk von Otto M. Schwarz, bei dem die Halle in Unterschwarzach für eine Bildershow fast komplett abgedunkelt wurde, gab es für das Publikum neben den bildlichen Szenen auf der Leinwand auch ‚Kino für die Ohren“. Da wurde das Stampfen der Dampfrösser bei den Eisenbahnfahrten oder das Tröten der Elefanten musikalisch sehr plastisch dargestellt.

Mit „La Storia“ von Jacob de Haan nahmen Manfred Bachmor und seine Musiker die Konzertbesucher mit auf eine Zeitreise zu den großen Momenten der Menschheitsgeschichte. Von den antiken Ruinen Roms über die Majestätischen Schlösser des Mittelalters, von Revolutionen des 19. Jahrhunderts bis zu großen Triumphen der Neuzeit, diese Symphonie ist eine musikalische Hommage an viele unvergessliche, unsere Welt prägende Ereignisse.

Natürlich durften auch die Musiker des Musikvereines Harmonie Unterschwarzach nicht ohne Zugabe von der Bühne: Auch sie spielten mit „Unsere Reise“ einen Hit der Schweizer Kultband und weil es so schön war ging es noch „Im Eilschritt nach St. Peter“, dessen Noten dem Verein von Karl-Josef Menig gespendet worden waren.

Viele Bilder in unserer Galerie.



Fotos: Uli Gresser

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