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Kultumzug in Hummertsried

Auch Wetterkapriolen mindern den Spaß nicht



Foto: Ulrich Gresser
Die Breschdling aus Eggmannsried.

Hummertsried – Wenn ein Dorf plötzlich ein mehrfaches seiner Einwohner bekommt, dann ist Fasnetssamstag und damit Umzugszeit in Hummertsried. Auch in diesem Jahr drängten sich die Umzugsbesucher trotz Schmuddelwetter am Samstag in Hummertsried am Straßenrand, um den kultigen Umzug rund ums „Rössle“ – besser bekannt als „Beim Wiese“ – mit seiner sehr langen Tradition mitzuerleben.

Denn in Hummertsried geht es nicht darum, kunstvoll geschnitzte Larven von in Zünften organisierten Hästrägern zu bewundern. Der Fasnetsumzug in Hummertsried kam auch in diesem Jahr mit vielen politischen Botschaften, ähnlich den großen Karnevalszügen mit ihren politischen Motivwagen im Rheinland. Garniert wurden die Botschaften mit „Hummel, Hummel – mit Humor“ dem Narrenruf des veranstaltenden Brauchtumsvereines.

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Die Ehrengast-Tribüne, wie immer gegenüber der Gastwirtschaft war auch in diesem Jahr gut besetzt unter anderem mit dem Eberhardzeller Bürgermeister Guntram Grabherr und Alexander Wild vom Präsidium des ANR(!).

Den Stromausfall in Berlin etwa nahm der Füramooser Walter Fleischer zum Anlass, Strom, umweltfreundlich produziert von einem Balkonkraftwerk aus Oberschwaben, dem Not leidenden Berlin zu liefern. Der Mitbegründer und erster Zunftmeister der Bellamonter Budelhond war mit seinem Motivwagen bereits am Gumpigen beim Nabada in Eberhardzell erfolgreich gewesen. Sehr edelgewandet kamen die Geishas von Audi-Claudi daher. Familie Kiebler wiederum nahm das diesjährige Datum des Umzuges – nämlich am Valentinstag – zum Anlass, den (Ehe-)Männern noch an ein Geschenk für ihre Liebsten aus ihrem Bauchladen anzubieten. Ihr Motto: Love is in the Air.

Mit der kleinsten Narrenzunft Süddeutschlands waren die Füramooser am Start: Zwei Teufelinnen und ein großer Teufel setzten das Motto um: In Füramoos isch dr Deifl los. Auch die Nachbarschaft aus Eggmannsried war mit seiner besonderen Breschlings-Kultur unterwegs. Inklusive einer männlichen Erdbeerkönigin im roten Negligée…

Angeführt wurde der närrische Lindwurm wie immer vom Musikverein Mühlhausen, angekündigt vom Büttel mit seiner Schelle. Apropos Musik: Auch die Lumpenkapelle der Stadtkapelle läßt sich diesen Kultumzug niemals entgehen, während der Fanfarenzug Hummertsried ein Heimspiel hat.

Pinguine schießen

Wie in jedem Jahr wurde beim Hummertsrieder Umzug wieder die Politik eines strohblonden Herrn jenseits des Atlantiks aufs Korn genommen. „Grönlands Pinguine schießen zurück“, unter diesem Motto „verschossen“ diese Gummibärchen und andere Süßigkeiten mit einem Katapult ins Publikum.

Ein Wikingerschiff vollbesetzt mit wilden Nordmännern (und -Frauen) drehte ebenso zwei Dorfrunden wie die wandelnden Tic-Tac-Boxen. Das berühmte Ally Pally, in dem alljährlich die Darts-WM stattfindet, war ebenso mit dabei wie ein Biertaxi, in dessen „Anhänger“ (dem hinteren Teil eines Ford Ka) dann die „Bierleichen“ abgelegt wurden. Eine neue Olympische Idee feierte auch in Hummertsried Premiere: Der Sechser-Bob. Vermutlich könnte Deutschland damit seine Medaillenbilanz weiter aufpolieren, weil die Kufenflitzer bei jeder Olympiade zu den Medaillengaranten zählen. Aus Unterschwarzach kam der Motivwagen „Vorsprung durch Technik“, der sich des neuen Formel Eins Teams von Audi annahm. Allerdings waren mit den Bobby-Cars nur sehr frühe Entwicklungsstufen zu sehen.

Die Ampfelbronner Holzwürm und die Neideck Hexen vertraten in diesem Jahr die Narrenzunft Eberhardzell. Für die Zeller Zunft ist es jedes Jahr Ehrensache, am Hummertsrieder Umzug teilzunehmen. Dasselbe gilt auch für Musikkapelle Eberhardzell.

Ungeziefer auch mit dabei

Das Bad Wurzacher „Ungeziefer“ das in seiner nunmehr 32-jährigen Geschichte noch keinen Umzug in „Hummerts“ ausgelassen hat, vertrat die Farben der Riedstadt und ist in diesem Jahr als Japan-Käfer und dem Narrenruf: „Hosch Angschd vorm Uziefer – Ja Panisch.“

Alle an dem Umzug beteiligten Gruppen, dessen Aufstellungsordnung üblicherweise erst kurz vor Beginn bekannt wurde, aufzuzählen würde den Rahmen sprengen.

Traditionell auch der Abschluss: Das gemeinschaftliche Musizieren nach dem Umzug, das wie so oft mit dem Zeller Narrenlied eröffnet wurde. Aber auch so Stücke wie „Der Delphin im Zug“ gehören zum Repertoire der Kapellen, die da in lockerer Runde auf dem Parkplatz beim „Wiese“ für Stimmung sorgten, ehe es für Besucher und Musiker zu den diversen Party-Locations ging.
Bericht und Bilder: Uli Gresser

Viele Bilder in der Galerie



Fotos: Ulrich Gresser

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