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Musikkapelle Ziegelbach

Ein wunderbares Jahreskonzert mit einem herausragenden Solisten



Foto: Ulrich Gresser
„Der Herr Tubist“ Timo Krug bei seinem Solo mit Dirigent und Moderator Bernd Schosser.

Ziegelbach – Mit dem Konzertmarsch „Ohne Grenzen“ von Jindrich Pravecek im Arrangement von Frank Pleyer von 1970 eröffneten die Ziegelbacher Musiker ihr diesjähriges Jahreskonzert nach der Begrüßung durch Vorstand Freddy Holzmüller. Mit dem Marsch hatten die Egerländer Musikanten bei der Abschiedstournee von Ernst Hutter ihre Konzerte eröffnet, wobei Dirigent Bernd Schosser, der auch durch das Programm führte, betonte, dass es sich in Ziegelbach keineswegs um ein Abschiedskonzert handele.

Die dreisätzige, preisgekrönte Suite „Tirol 1809“ wurde von Sepp Tanzer 1952 geschrieben. Es ist die musikalische Umsetzung des Freiheitskampfes der Tiroler gegen die Franzosen. Es sei in vielerlei Hinsicht ein besonderes Stück, erklärte Bernd Schosser, der neben dem Dirigat auch die Anmoderation der einzelnen Stücke übernommen hatte. Denn bis zu dieser Zeit spielten die Musikkapellen vor allem Militärmärsche oder Adaptionen von klassischen Stücken, für sein innovatives Stück erhielt Tanzer dann einen Blasmusikpreis.

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Das Jahr 1809 wird immer ein Markstein heldischer Freiheitsliebe in der Geschichte Tirols sein. Die Musik beschreibt die dritte von vier Schlachten am Bergisl bei Innsbruck, bei der die Tiroler ihren größten Sieg errangen. Dass es an diesem Tag wie aus Kübeln goss, trug neben dem Geländevorteil mitentscheidend zu dem Erfolg bei. Der nach dem Rückzug Österreichs aus dem Krieg letztlich nur ein Etappensieg war, wie die Geschichte zeigte. Bei der Konzertvorbereitung habe er sich gefragt, ob es bei der aktuellen Weltlage passend sei, so ein Stück zu spielen, das sich „so explizit mit dem Thema Krieg auseinandersetzt“. Ihm sei beim Volkstrauertag, als Alfred Wirth das Gedicht „Krieg und Frieden“ von Ingeborg Görler vortrug, die Erkenntnis gekommen, wie wichtig die Auseinandersetzung mit dem Thema Krieg auch und gerade heute ist. Darin heißt es unter anderem „Krieg ist etwas im Fernsehen, man kann es abschalten, Krieg ist etwas in der Zeitung, man kann Salat darin einwickeln, …Krieg ist weit weg.“ Und zum Thema Frieden: „Frieden beginnt immer ganz nah.“

Solo von Timo Krug

Das nächste Stück, das die Ziegelbacher spielten, war „Der Herr Tubist“ von Harald Cosmar im Arrangement von Willi Löffler. Dabei bot der erst 12jährige Timo Krug als „der Herr Tubist“ eine das Publikum begeisternde und sensationelle Leistung. Tubisten anderer Kapellen fragten sich, wo der „kleine Junge“, dem Bernd Schosser das Instrument zum Dirigentenpult trug, das für diese Leistung erforderliche Luftvolumen hernahm.

Ross Roy ist der Name einer monumentalen Villa in Brisbane, Australien, in der 1945 das St. Peter Lutheran College gegründet wurde. Im Auftrag von dessen Schulorchester komponierte der niederländische Komponist Jacob de Haan dieses Konzertwerk, das 1997 erschien und nur so von Metaphern strotzt. Aber dieses Haus ist nicht nur ein Gebäude, sondern auch nach wie vor eine Schule, in der das Leben pulsiert. Lange Zeit fragte sich Bernd Schosser, im Hauptberuf Lehrer, warum Ross Roy eines seiner konzertanten Lieblingsstücke war, bis er eines Tages die Hintergrundinformationen dazu gelesen hatte…

Mit der Polka Ehrenwert, die der österreichische Musiker und Komponist Martin Scharnagl aus Anlass des 55jährigen Jubiläums des Musikverlags Rundel im Jahre 2019 schrieb, kehrten die Musiker aus der Pause zurück. In dieser Zeit unterstützte der Verlag zahlreiche Kapellen bei der Gestaltung ihres Repertoires mit Werken aus allen Bereichen der Blasmusik. „Im Wandel der Zeiten hat es dabei eine stetige, lebendige Entwicklung gegeben, die mit dem heutigen Tag nicht endet und auch in Zukunft wertvolle Traditionen nicht aus dem Auge verlieren wird,“ schrieb der Verlag damals. Diese konzertante Polka verbinde meisterhaft Elemente der traditionellen Blasmusik mit Einflüssen aus Sinfonik und Pop – ganz im Sinne der Verlags-Philosophie, dass Vision und Tradition einander nicht ausschließen.

Ehrungen – gesonderter Bericht

Was passe wohl besser nach der Ehrung verdienter Musiker (siehe gesonderter Bericht), als die Pop Hymne „Music“ von John Miles, erklärte Schosser. „Music was my first love“ – Musik war meine erste Liebe und sie wird meine letzte sein! Ich möchte dieses Stück einfach euch widmen,“ sprach er seine Musiker direkt an. „Music“ wurde von John Miles im Jahr 1976 in seinem Album Rebel publiziert. Der Song wurde lange Zeit noch von Miles selbst bei der populären Konzertreihe “Night of the Proms” gesungen. Das Stück zeichnet sich durch große Vielfalt aus: Es wechseln sich langsame, feierliche Teile und schnelleren Teile im Rock-Stil ab.

Der aus der Gegend von Memmingen stammende Komponist und Arrangeur Kurt Gäble hat bei „Best of Beatles Lennon & McCartney“ einige der bekanntesten Lieder die legendären „Pilzköpfe“ aus Liverpool, die das Jahrzehnt der 1960er Jahre die Musikwelt beherrschten wie keine andere Pop-Band, in einer Adaption für Blaskapelle zu einem einzigartigen Medley zusammengefasst. Und so ertönten Eight days a week – With a little help from my friends – When I’m sixty-four – Let it be – Lady Madonna – Yesterday – Obladi Oblada im vollbesetzten Dorfstadel in Ziegelbach. Mit Folgen: Das begeisterte Publikum forderte vehement eine Zugabe und erhielt dafür „Regiomontanus“ (übersetzt: der Königsberger), einen Konzertmarsch von Klaus Rambacher im Arrangement von Alexander Pfluger. Er beschreibt die interessante Persönlichkeit von Johannes Müller aus Königsberg in Franken, der einer der großen Denker der Renaissance war. Astronom, Mathematiker, Forscher – ein Mensch mit dem Blick ständig nach oben, zu den Sternen. Eine Musik voller Energie, Kontraste und klarer Strukturen. Mal kraftvoll und vorwärtsdrängend, mal weit und fast schwebend – so, als würde man zwischen Rechenbrett und Sternenhimmel hin- und herwechseln.

Und weil das Publikum noch nicht genug hatte, gab es noch eine zweite Zugabe „Abendmond“. Thiemo Kraas schrieb das Stück im Gedenken an Antonie Rundel, der Seniorchefin des Rundel-Verlags. „Ich möchte das letzte Stück all denen widmen, die wir heute gerne in unseren Reihen im Konzertsaal dabei gehabt hätten und die nicht mehr dabei sind, weil sie diese Welt in diesem Jahr verlassen mussten,“ sagte Bernd Schosser nach dem Dank an seine Musiker und das Publikum.
Text und Bilder: Uli Gresser

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Fotos: Ulrich Gresser

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