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Gebühren auf Dauer-Parkplätzen

Rathaus soll Vorschläge erarbeiten



Kißlegg – “Der Gemeinderat stimmt der Einführung einer Parkraumbewirtschaftung im Kernort zu.” So beschlossen es die Ratsmitglieder am Mittwochabend, 8. Oktober, bei ihrer Sitzung im Esther-Saal des Neuen Schlosses Kißlegg. Wie das genau aussehen soll, dazu erwartet der Rat Vorschläge aus der Verwaltung. Es ist daran gedacht, Dauerparker ab der dritten Stunde zur Kasse zu bitten. Wie hoch die Gebühr sein wird, dazu wird die Verwaltung einen Vorschlag ausarbeiten.

“Wenn man uns nicht ruft, dann brauchen wir nicht kommen.” So Bürgermeister Dieter Krattenmacher am Mittwochabend. Allerdings rief der Gemeinderat. Denn – so Krattenmacher: “Parkplätze sind in der Tat Mangelware.” Oder könnten es bald werden.

“Wollen wir der Parkplatz vom Flughafen Memmingen sein?”

Bis dahin beibt’s aber erstmal bei der Regel, dass auf öffentlichen Stellplätzen in Kißleggs Kernort zwei Stunden kostenlos geparkt werden kann. Problem dabei: Die Autos, die  l ä n g e r auf Stellflächen im Gemeindeeigentum stehen. Etwa auf dem Kiesplatz am Bahnhof. Dort gibt es keine zeitliche Abstell-Beschränkung. Daher bietet diese Fläche sich denen an, die per Flugzeug von Memmingen aus eine Reise antreten wollen – und dafür per Bahn vom Bahnhof Kißlegg aus hinfahren. Deren “heiligs Blechle” nehmen dann anderen Autos Platz weg. Daher stellte der Bürgermeister die Frage: “Wollen wir der Parkplatz vom Flughafen Memmingen sein?”

N o c h  seien solche Langzeit-Parker kein unlösbares Problem. Denn allein am Bahnhof und nahe des Feuerwehrhauses breiten sich rund 170 kostenlose Stellplätze aus. Da aber immer mehr Autos in Kißlegg-Kernort stehen, stellt Bürgermeister Krattenmacher die Frage: “Wollen wir das weiter so laufen lassen?”

Zwei Stunden, ja – dann aber gebührenpflichtig

Nein. So offenbar die Antwort der Ratsmehrheit. Wer in Kißlegg-Mitte das Auto abstellen wolle, könne dies weiter zwei Stunden kostenlos tun. Anschließend aber sollen künftig bald Gebühren anfallen. Dass sich dann mit dieser Regelung mehr freie Stellflächen ergeben, glaubt die Verwaltung aufgrund der Erfahrungen vom Strandbad. Seitdem dort Parkgebühren verlangt werden, “sind mehr Leute auf’s Rad umgestiegen”, berichtet Bürgermeister Krattenmacher. Folge: Stets genug freie Stellplätze für Autos.

Stimmen aus dem Rat

Trotzdem sieht CDU-Fraktionschef Christoph Dürr eine grundsätzliche Tendenz: “Weniger wird es nicht.” Denn: “Die Menschheit ist gern mobil.” Mit ein Grund dafür, dass die Kißlegger Union dem Verwaltungsvorschlag zustimme, Gebühren für längeres Parken einzuführen.

Monika Dobler (SPD) hielt dagegen. Es müsse kostenlose Stellplätze für die Autos jener Leute geben, die – etwa aus Gesundheitsgründen – nur (noch) schlecht gehen können. Und mehr. So sei sie als Schwangere selbst auf Behindertenparkplätze ausgewichen, berichtete Dobler. Und forderte Mitgefühl. Denn: “Es gibt sehr viele Schmerzpatienten.”

Bürgermeister Dieter Krattenmacher riet dagegen zu festen Regeln. Fast jede und jeder finde schließlich eine Begründung dafür, warum jemand gerne kostenlos parke. So komme man nicht wirklich weiter. Sinnvoller sei da schon die Frage, “ob die Leute immer (persönlich) aufs Amt kommen müssen”. Stichwort: digitale Kontakte. Andererseits beruhigte der Rathauschef: “Wir finden pragmatische Lösungen. Wer Parkregeln “nicht zumutbar” finde, solle sich vorher beim zuständigen Sachbearbeiter auf dem Rathaus melden.

“Parken bar bezahlen – das ist nach wie vor möglich”

Digital vereinfachen. Das regte CDU-Fraktionshäuptling Christoph Dürr an. Das sei schon am Standbad möglich – mit “easy parking”, erklärte die stellvertretende Hauptamtsleiterin Eva Sauter. Silke Monk (Grüne) warnte vor allzuviel digitaler Technik: “Es gibt tatsächlich noch Leute ohne Smartphone”. Eva Sauter beruhigte, gesetzlich vorgeschrieben sei, dass Parkgebühren nach wie vor auch mit Bargeld bezahlbar sein müssten.

Wie soll dann die “Parkraumbewirtschaftung” funktionieren? Einzelheiten dazu könne der Gemeinderat jetzt noch nicht beschließen, sagte Michael Fick (CDU). Denn dazu müsse die Verwaltung erst noch detaillierte Vorschläge erarbeiten. Bei 1 Enthaltung stimmten alle Ratsmitglieder diesem Vorgehen zu.
Julian Aicher

Im Ortskern Kißlegg sind derzeit folgende öffentliche Parkplätze ausgewiesen (blau markiert; die roten Markierungen bezeichnen öffentliche Gebäude). Karte: Gemeinde Kißlegg (Sauter)

Die Schloss-Straße ist hier nicht blau markiert. Sie und weitere Straßen – hier mit Nr. 5 gekennzeichnet – sind nicht Gegenstand der neuen Parkraumbewirtschaftungsüberlegungen. Im Nr.-5-Bereich gilt nach wie vor: gebührenfreies Parken für 2 Stunden montags bis freitags jeweils von 8.00 Uhr bis 18.00 Uhr und samstags von 8.00 Uhr bis 12.00 Uhr mit Parkscheibe auf gekennzeichneten Flächen.

1. Bahnhofsparkplatz (gebührenfreier Dauerparkplatz)
2. Schloss- und Feuerwehrparkplatz (gebührenfreier Dauerparkplatz)
3. Turn- und Festhallen Parkplatz (einrichtungsbezogener Parkplatz)
4. Parkplatz am Schulzentrum (einrichtungsbezogener Parkplatz)
5. Eingeschränkte Halteverbotszone direkt in der Ortsmitte (gebührenfreier Parkplatz; Mo. bis Fr. 8 – 18 Uhr und Sa. 8 – 12 Uhr mit Parkscheibe für die Dauer von 2 h auf gekennzeichneten Flächen)
6. Parkplatz Strandbad (gebührenpflichtiger Parkplatz)


Unter “Downloads” haben wir den Parkplatz-Plan im PDF-Format hinterlegt



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