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Bad Wurzacher Torfwerkshockete mit internationalem Flair

Lok aus Dornbirn mit Gabelstapler aufs Gleis gesetzt



Foto: Uli Gresser
Mit dem Bähnle durchs Wurzacher Ried

Bad Wurzach – Die diesjährige Torfwerkshockete des Heimatvereines Wurzen und der Torfbähnlesfahrer am 10. August bot Einiges an Attraktionen: Neben einem ganz besonderen Besuchervölkchen aus der benachbarten närrischen Hochburg Bad Waldsee bekam die Veranstaltung auch durch den Besuch von Bernd Dietrich aus Dornbirn mit seiner Jenbach-Pony-Lok einen internationalen Anstrich.

Alte Bekannte – nämlich das Maischberger-Duo aus Leutkirch (Bild) – sorgten auch in diesem Jahr wieder für die musikalische Begleitung der Veranstaltung. Eine weitere musikalische Gruppe waren die Jagdhornbläser Bad Wurzach, für die das Torfmuseum aufgrund ihrer monatlich stattfindenden Veranstaltungen bereits zur zweiten Heimat geworden ist. Dass sie nicht nur auf festem Grund tonsicher sind, bewiesen Sie auch bei ihrer Fahrt mit dem Torfbähnle, wo sie die bahnbedingten Unebenheiten elegant auszugleichen wussten.

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Die Jagdhornbläser auf festem Boden …

… und im ruckelnden Waggon.

Apropos Bahn: Zeitweise war es richtig voll auf den Gleisen des im Stundenrhythmus verkehrenden Torfbähnles, denn neben dem Hauptzug fuhr ein zweiter etwas kürzerer Zug hinterher, dem dann noch die Jenbach-Pony-Lok mit Stefan Greiner am Steuer und Besitzer Bernd Dietrich in der Kipp-Lore folgte.

Viel Verkehr auf schmalen Gleisen.

Stefan Greiner und Bernd Dietrich waren am Morgen mit ihrem Steyr-Militärlaster von Dornbirn über die Autobahn heraufgefahren gekommen und hatten ihre Lok beim Torfmuseum mit einem Gabelstapler auf die Schienen gesetzt. Dort diente Dietrich dann einige Bretter als „Thron“. Auf die Frage, ob dies auf der holperigen Riedstrecke nicht sehr unbequem sei, antwortete dieser: „Das ist bequemer als es aussieht.“

Der Platz in der Lore ist “bequemer als es aussieht”: Stefan Greiner am Steuer und Besitzer Bernd Dietrich in der Kipp-Lore.

Draußen beim Haidgauer Torfwerk erhielten die Passagiere dann auch noch ein wenig Geschichtsunterricht zum Thema Torfabbau. Denn aus den beiden Torfwerken entstanden ja vor vielen Jahren das oberschwäbische Torfmuseum und dank der zahlreichen fleißigen Handwerker im Verein dann auch das Torfbähnle mit seiner Fahrstrecke entlang des Kanals.

Fasnetsgruppe aus Bad Waldsee fuhr mit dem Bähnle

Ganz besonders gut getroffen hatten es mit ihrem Bähnlesfahrt-Termin die Mitglieder einer Fasnetsgruppe aus einer Narrenhochburg der schwäbisch-alemannischen Fasnet, nämlich aus Bad Waldsee. Seit zwei Jahren hatten sie es vor, einmal das Torfbähnle zu nutzen, nun hatten sie gleich so einen prominenten Termin bekommen, erzählten sie beim Verzehr des Torfstecher-Essens, also von „Backstein-Käse“ mit Quark, Schnittlauch, Zwiebeln und Kartoffeln. Und hatten sich dafür extra ein wenig in fastnächtliche Schale geworfen, denn: „Bei uns ist das ganze Jahr Fasnet!“

Dir fröhlichen Besucher aus Bad Waldsee ließen sich das Torfstecher-Essen schmecken.

„Vinne“ und sein Team

Aber das Torfstecher-Essen war nicht das einzige kulinarische Highlight, das Markus „Vinne“ Vincon, der Capo der Bähnlesfahrer, und sein rund 30-köpfiges Arbeits-Team für die zahlreich zum Torfbahn-Bahnhof gepilgerten Besucher vorbereitet hatte. Neben den bei solchen Festen üblichen Steaks und Grillwürsten gab es auch noch selbstgebackene Kuchen zum Nachmittagskaffee.
Text und Fotos: Uli Gresser

Viele Bilder in der Galerie

Fahrtage und Fahrzeiten

Die Torfbahn fährt von Frühling bis Herbst jeden Monat zweimal eine Runde durch das Bad Wurzacher Torf. Die Öffnungszeiten des Museums sind an die Abfahrtszeiten der Bahn geknüpft. Die nächsten Fahrten: Samstag, 23. August; Sonntag, 14. September; Samstag, 27. September; Sonntag, 12. Oktober und Samstag, 25. Oktober. Es gibt immer drei Fahrten pro Tag. Diese finden zu folgenden Uhrzeiten statt: 13.30 Uhr, 14.30 Uhr, 15.30 Uhr. Es ist keine Reservierung möglich! 

Sonderfahrten sind nach Vereinbarung jederzeit möglich. Hierzu bitte über E-Mail bzw. Telefon Kontakt zu uns aufnehmen.

Kontakt

0151/50743888 
vincon@torfbahn.de 
info@oberschwaebisches-torfmuseum.de 

Öffnungszeiten Museum

An den Tagen an denen die Bahn fährt, hat auch das Torfmuseum von 13.00 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet.

Zur Geschichte der Torfbahn

Als im Jahr 1996 der kommerzielle Torfabbau endete, blieben die Maschinen und Gleise an ihren ursprünglichen Arbeitsstellen im Torfabbaugebiet zurück. Nach Gründung des Heimatvereins „Wurzen“ entstand die Idee, eine Museumsbahn im Bereich des Zeiler Torfwerkes zu betreiben. Es entstand eine Kooperation zwischen den „Bähnlesbauern“ und dem Naturschutzzentrum, auch aus ökologischen Gründen, die Maschinen und Gleise aus dem Naturschutzgebiet zu entfernen und zu bergen. Teilweise mussten die Dieselloks, Bagger und sonstige Arbeitsmaschinen unter schwierigen Bedingungen wieder gangbar gemacht werden. Die Lokomotiven wurden auf dem Gelände des Zeiler Torfwerkes restauriert, die Gestelle der alten Torfloren wurden zu Personentransportwagen umgebaut. Die Torfbahn in der jetzigen Form wurde ab dem Jahre 2001 von vorwiegend im Ruhestand sich befindlichen Mitgliedern des Kultur- und Heimatverein Bad Wurzach neu gebaut.

2004 die erste Fahrt

Bereits 2004 konnte im Bereich des Zeiler Torfwerkes, das auf dem Gebiet der Stadt Bad Wurzach liegt, auf einer kleinen Gleisanlage die ersten Fahrten durchgeführt werden. Für einen Weiterbau musste erst das Naturschutzzentrum gewonnen werden, um über einen Kanal in das Naturschutzgebiet Wurzacher Ried bis zum Ziel Haidgauer Torfwerk  letztendlich fahren zu können. Die Bahnstrecke führt nun vom Zeiler Torfwerk entlang des Achkanals über eine neu gebaute Brücke entlang des Stuttgarter Sees (ehemaliger Torfabbau) zum Haidgauer Torfwerk. Dort befindet sich die Wendeschleife, die unter der alten Verladestelle liegt. Die Streckenlänge beträgt nun 1,5 km und wurde schließlich im Jahr 2014 mit dem Bau der Wendeschleife im Zeiler Torfwerk fertiggestellt, auch mit Unterstützung örtlicher Firmen und Vereine.
(entnommen der Webseite https://torfbahn.de des Kultur- und Heimatpflegevereins „Wurzen“ e.V.)



Fotos: Uli Gresser

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