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Kommentar

Das mildere Mittel



Zum in der Gemeinderatssitzung am 2. Juni vorgelegten Radverkehrskonzept

Radwege planen heißt: Ein dickes Brett bohren.

Radwege planen heißt: Heute Konzepte entwickeln, damit sich langfristig etwas verändert.

Deshalb ist die Stadt zu loben, dass sie sich analytisch mit der Radwegsituation in der Großgemeinde befasst und sich dabei unter anderem auf Erkenntnisse aus einem von ihr veranstalteten Workshop sowie auf Bürger-Vorschläge aus einer Online-Sammlung stützt.

Wir wollen aus der Fülle an Vorschlägen und Aufgabestellungen die Problematik des Schulweges von Arnach nach Bad Wurzach herausgreifen, der bekanntlich zwei besonders markante Gefahrenstellen hat: die Querung der Landesstraße Arnach – Brugg auf Höhe des Metzger-Hofes und die Querung der Bundesstraße in Truschwende beim „T4“.

Für die Risiko-Vermeidung in Truschwende haben wir vor kurzem den Vorschlag gemacht, die Geboldinger Bundesstraßen-Unterführung für den Radverkehr zu erschließen und auf der Ostseite der Bundesstraße ab jener Unterführung einen Radweg bis Truschwende zu bauen. Das wären kaum mehr als 1000 Meter. Wir möchten das als die Kleine Lösung bezeichnen.

Die Große Lösung – wie sie im Kartenmaterial des Büros „top plan“ eingezeichnet ist – nämlich einen Radweg vom Wohnplatz Paradies nach Brugg und von dort bis Truschwende zu bauen, ist ein ganz dickes Brett; bis ein solches Vorhaben realisiert ist – dreimal so lang wie die Kleine Lösung – geht noch viel Wasser die Ach hinab.

Die Kleine Lösung wäre der erste Schritt zur Großen Lösung. Man könnte relativ schnell mit relativ geringem Aufwand eine deutliche Sicherheitsverbesserung für die Schulkinder, für alle Radler erreichen.

Die Kleine Lösung wäre ein Baustein für die Große Lösung.

Ein zentraler Bestandteil der Großen Lösung ist die Unterführung in Brugg.

Die Unterführung in Brugg unter der B465 ist im Bad Wurzacher Radwegenetz schon jetzt ein neuralgischer Punkt. Der Radverkehr steht an dieser Stelle in einem Konflikt zum örtlichen Kraftverkehr.

Bei der Würdigung der verkehrlichen Funktion der Brugger Unterführung muss man auf ihre Entstehungsgeschichte zurückgehen. Die Brugger Unterführung wurde Ende der 1970er-Jahre ausdrücklich für die Nutzung durch den Kraftverkehr ausgelegt – im Unterschied zur benachbarten Geboldinger Unterführung, die ein reiner Viehtrieb ist, der in einer Wiese endet. Belege für die Kfz-Auslegung der Brugger Unterführung sind: der im Vergleich zur Geboldinger Unterführung größere Querschnitt der Röhre und die Anbindung an das Straßen- und Wegenetz nach Geboldingen und Arnach sowie Trollis. Die Brugger Unterführung und die anschließenden Wege wurden nie auf landwirtschaftlichen Verkehr beschränkt.

Wenn der Radverkehr durch die Unterführung zunimmt, muss man dringend Sicherungsmaßnahmen treffen. Eine Schließung für den Kraftverkehr wäre unverhältnismäßig. Solange es ein milderes Mittel gibt, darf man nicht schließen. 

Das mildere Mittel, der nicht unverhältnismäßige Eingriff in den örtlichen Verkehr: eine Ampellösung. 

Im Brugger Fall – bei alles in allem schwachem Unterführungsverkehr – empfiehlt sich die Bedarfsampel. Üblich dabei ist, dass der Kraftverkehr Vorrang – also grundsätzlich Grün – hat und Radler und Fußgänger per Tastendruck für sich die Grünphase, für den Kraftverkehr die Rotphase anstoßen. Es gibt aber auch Lösungen, bei denen Radfahrer und Fußgänger Dauergrün haben und erst dann Rot bekommen, wenn ein durch Sensoren erfasstes Kraftfahrzeug Grün erhält. In Hamburg gibt es eine solche Bedarfsampel: Der Kraftfahrzeugverkehr, der grundsätzlich Rot hat, wird von Wärmesensoren erfasst und erhält nach einer kleinen Wartezeit Grün. Das dauert im Beispielsfall 9 bis zu 22 Sekunden, was akzeptabel ist.

Eine solche Lösung wäre allemal weniger einschneidend als eine Schließung der Unterführung für den Kraftverkehr.

Spätestens dann, wenn die Große Lösung kommt, muss eine Regelung bei der Nutzung der Brugger Unterführung durch Radler und örtliche Kraftfahrer gefunden werden.

Bei einem Millionen-Projekt wie der Großen Lösung muss eine Lichtzeichenanlage drin sein.
Gerhard Reischmann

Transparenz-Hinweis: Der Kommentator ist wohnhaft in Brugg und Nutzer der Unterführung.

Die vom Büro „top plan“ erarbeitete Karte zeigt den Radfahrwege-Bestand (rot) und in Blau gewünschte Radwege. Hier ist zwischen Truschwende, Brugg und dem Wohnplatz Paradies (nördlich von Arnach) in Blau die Große Lösung eingezeichnet. Entnommen der im Gemeinderat in öffentlicher Sitzung gezeigten Präsentation.

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