Skip to main content
Ortstermin

Gemeinderat besichtigte die „Löwen”-Baustelle



Foto: Julian Aicher
Am Fachwerk von 1785 nagte der Zahn der Zeit.

Kißlegg – „Unsere Empfehlung ist: Schindeln auf allen vier Seiten.” So Architekt Wolff Christian Stottele am Mittwochnachmittag, 21. Mai, im „Löwen”. In die Baustelle dort hatte Bürgermeister Dieter Krattenmacher um 16.00 Uhr den Gemeinderat und die Presse vor der eigentlichen Ratssitzung eingeladen. Zusammen mit Zimmerer Daniel Veser führte Stottele die Räte „in eine spannende Zeitreise”. 

Der eingerüstete “Löwen”.

Gerüststufen rauf – Gerüststufen runter. Begleitet vom Verkehrslärm der Herren- und Schlossstraße. Die „Löwen”-Baustelle bewegt sich derzeit um und in einem Gebäude mit 800 Quadratmetern Fläche – „ohne Keller”, erklärt Dieter Krattenmacher. “Der ,Löwen’ ist das letzte von vier Gasthäusern in unmittelbarer Nachbarschaft”, erläutert Architekt Stottele aus Ravensburg. Stottele: „Wenn das mal verloren geht, ist es für immer weg.”

Schäden wurden unterschätzt

Problem bei der „Löwen”-Sanierung: Die Schäden waren vor Erhaltungs-Beginn „unterschätzt” worden. Erst, nachdem Zug und Zug „die Flächen freigelegt” worden seien, habe man alles fachlich einschätzen können. Schon auf dem Baugerüst unter freiem Himmel weist Stottele am Mittwochnachmittag auf beschädigtes Fachwerk hin. Angegriffen durch Nässe. In Kißlegg durch die „Schlagregenklasse 3″. Bürgermeister Krattenmacher übersetzt’s: „Bei uns regnet’s flach.” Nässe zerstöre vor allem dann das Holz, wenn zum Beispiel Lkw im Winter Salzwasser von der Schneeräumung an die Hauswand dringen lassen. So führt es Architekt Stottele aus.

Spannende Zeitreise in ein 1785 errichtetes Anwesen mit über 800 Quadratmetern Innenfläche. Kißleggs Gemeinderatsmitglieder ließen sich vor ihrer Sitzung am Mittwochabend (21. Mai) von Architekt Wolff Christian Stottele (hier mit Bürgermeister Dieter Krattenmacher) durch die “Löwen”-Baustelle führen.

Überblick. Was wo wie zerstört oder beeinträchtigt ist, habe man inzwischen weitgehend erfasst, erklärt Wolff Christian Stottele den Gemeinderatsmitgliedern. Risiken lägen allenfalls noch im Dachstuhl. Dieser sei wiederum durch mehrere Gutachter beäugt worden. Er zeigt sich weitgehend frei – also nicht versteckt durch spätere Nach-Einbauten. Ebenfalls vergleichsweise genau hin chauen die Denkmalbehörden von Kreis und Land. Von ihnen sei den Bau-Aktiven vor Ort im „Löwen” gesagt worden: „Für uns steht Substanz-Erhalt im Vordergrund.” Sprich: Originalteile sichern. Deshalb die Devise der aktiven Bauleiter im „Löwen”. „Wir brauchen eine Bau-Hilfs-Konstruktion”. Also eine weitere Holz-Ständer-Wand, die die alten Teile entlastet. Ein „neuer Fachwerkaufbau” zusätzlich um den original-alten. Eine „Vorsatz-Schalung” sorge dann mit speziellem Dämmaterial (womöglich aus Glas-Bestandteilen) für einen „geringeren Energiebedarf”. Also: Langfristige Folgekostensenkung.

Schindeln als Schlagregenschutz

Problem-Lösung? Die Wünsche des amtlichen Denkmalschutzes nach Original-Sicherung beantworteten die Praktiker vor Ort im „Löwen” so: „Unsere Empfehlung ist: Schindeln auf allen vier Seiten.” Demnach wäre das alte Fachwerk dann von den umliegenden Straßen aus nicht mehr sichtbar – aber geschützt. Schindeln als Schlagregenschutz. Das bedeute eine „saubere, dauerhafte Konstruktion”. So Architekt Stottele. Würde stattdessen das Fachwerk der Witterung ausgesetzt, müsste es jährlich überprüft werden. Direkt an den Balken. Die Kosten dafür beziffere die Zimmerei Veser auf rund 5000 Euro pro Jahr. Diese könne man sich mit den Schindeln sparen. Dass Schindeln schützen, bestätigt auch Gemeinderätin Monika Dobler (SPD). Sie kenne ein altes Haus mit solcher Holz-Verkleidung: „Das hebt lange”, sagt Dobler. 

Daniel Veser, Juniorchef der Zimmerei Veser.

Durch die Schindelschalung „fällt auch die Wärme-Dämmung weg”, sagt Architekt Stottele. Also auch hier: Dauerhafte Nutzungskosten einsparen. Den immer wieder staunenden Ratsmitgliedern sagt Architekt Stottele. „Von außen sieht ein Haus immer kleiner aus.” Sagt’s – und zeigt ganz Neugierigen noch die inzwischen freigelegen Kellergewölbe. Sie erweitern die 800 Quadratmeter „Löwen”-Innenfläche nochmals.

Noch am gleichen Mittwoch, 21. Mai, tagte der Gemeinderat wie üblich im Esther-Saal des Neuen Schlosses. Was dort zum „Löwen” besprochen und beschlossen wurde – dazu mehr im Folgebericht hier in der Bildschirmzeitung.
Text und Fotos: Julian Aicher




NEUESTE BEITRÄGE

Kisslegg
Gemeinderatssitzung am 11. März

Es geht um Haushalt, Wasserversorgung, kommunale Wärmeplanung

Kißlegg – Der Gemeinderat kommt am Mittwoch, 11. März, in öffentlicher Sitzung zusammen (ab 17.00 Uhr, Neues Schloss, Esthersaal). Auf der Tagesordnung steht unter anderem der Doppelhaushalt für 2026/2027. Weiter steht ein Beschluss zur Wärmewende an. Anfragen aus der Bürgerschaft können um ca. 19.15 Uhr nach TOP 3 in öffentlicher Sitzung gestellt werden. Es besteht die Möglichkeit, Fragen und Anliegen vor der Sitzung schrriftlich über den Bürgermeister an den Gemeinderat einzureichen. Nachst…
Raritäten beim Kißlegger Schlosskonzert

„Frohe Lieder“ zu einem außergewöhnlichen Instrument der Wiener Klassik

Kißlegg – Raritäten aus der Zeit der Wiener Klassik standen auf dem Programm des Kißlegger Schlosskonzerts am 6. März. Neben den Klaviertrios und Liedern von „Beethoven & Friends“ zählten dazu auch die vom „Hassler Consort“ unter Leitung von Franz Raml gespielten Instrumente.
Das März-Blatt in Bernd Mauchs Alt-Kißlegg-Kalender

Bilder von Wiggenreute, wie es früher war

Kißlegg-Wiggenreute – Das März-Blatt in Bernd Mauchs Alt-Kißlegg-Kalender ist dem Kißlegger Teilort Wiggenreute gewidmet. Ortsheimatpfleger Bernd Mauch schreibt:
Landtagswahl in Kißlegg

CDU mit 39,2 % klar vor den Grünen (24,8 %)

Kißlegg (rei) – Anders als im Land, verwies die CDU um Raimund Haser in der Gemeinde Kißlegg die Grünen klar in die Schranken; die Christdemokraten holten in Kißlegg (gesamt) 39,2 Prozent und lagen damit deutlich vor den Grünen (24,8 Prozent). Bei den Erststimmen konnte Raimund Haser mit 48,6 Prozent seinen persönlichen Stimmenanteil im Vergleich zu 2021 um sage und schreibe 12 Prozentpunkte steigern. In seinem Heimatwahlbezirk Immenried toppte der 50-jährige Politiker sogar die 50-Prozent-…
Zeugen gesucht

Unfallflucht

Kißlegg – In der Nacht von Samstag auf Sonntag hat ein bislang unbekannter Pkw-Lenker in der Schlossstraße einen geparkten Pkw touchiert und anschließend Unfallflucht begangen. Durch die Eindellung am hinteren rechten Radkasten entstand ein Sachschaden von rund 1.000 Euro. Das Polizeirevier Wangen ermittelt und bittet unter Tel. 07522/984-0 um sachdienliche Hinweise zum Verursacher.

MEISTGELESEN

Kißlegg
Etliche Bürger haben eine Nachricht auf ihr Mobiltelefon bekommen

Opfer verliert bei Betrug knapp 2.000 Euro

Isny – “Hallo Mama, ich habe eine neue Nummer…”. Etliche Bürger haben in den vergangenen Wochen und Monaten eine Nachricht mit diesem oder ähnlichem Wortlaut auf ihr Mobiltelefon bekommen.
“Sextortion”

Mit Nacktaufnahmen erpresst

Wangen im Allgäu – Nachdem er im Glauben an einen Flirt Nacktaufnahmen von sich an eine unbekannte Chatpartnerin im Internet verschickt hatte, wurde ein 49-Jähriger mit diesen Fotos erpresst.
In der Wangener Straße 6

Trost im Trauer-Café 

Kißlegg – Trauernde dürfen und sollen sich die Zeit nehmen, ihre Trauer zu leben. Das Trauercafé, eine Initiative der Hospizgruppe Kißlegg, möchte diese Trauer ernst nehmen und lädt am heutigen Donnerstag, 22. Februar, von 15.00 bis 17.00 Uhr ins Hospizstüble in der Wangener Straße 6 in Kißlegg ein.
Unterstützung jenseits der Fallpauschalen

Geburtshilfen in Wangen und Ravensburg erhalten Bundesmittel

Stuttgart / Wangen / Ravensburg – Die geburtshilfliche Versorgung in den Krankenhäusern in Baden-Württemberg wird, wie bereits im Vorjahr, mit rund 15,65 Millionen Euro aus Bundesmittel gefördert. Dies soll die Geburtshilfe unabhängig von der leistungsorientierten Fallkostenpauschale finanziell absichern und die Fachabteilungen für Geburtshilfe in den Krankenhäusern unterstützen. Dies teilte Landes-Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) am Dienstag (2. April) in Stuttgart mit. Die Geburtshil…
Bodo legt neue Busfahrpläne vor (gültig ab 12. April)

Kleine Veränderung bei der Linie Bad Wurzach – Kißlegg

Arnach / Kißlegg – Am Samstag, 12. April, treten mit Beginn der Tourismussaison neue Busfahrpläne im bodo-Verbundgebiet in Kraft. Die größten Änderungen stehen im Bodenseekreis an. Aber auch im Landkreis Lindau und im Landkreis Ravensburg gibt es Neuigkeiten. Alle haben eines gemeinsam: Sie machen das Nahverkehrsangebot noch besser.

TOP-THEMEN

Kisslegg
Arnach / Diepoldshofen – Nach dem misslungenen Diebstahl eines Geldautomaten in der Nacht von Freitag auf Samstag (6….
Kißlegg-Wiggenreute – Das März-Blatt in Bernd Mauchs Alt-Kißlegg-Kalender ist dem Kißlegger Teilort Wiggenreute gewid…
Kißlegg (rei) – Anders als im Land, verwies die CDU um Raimund Haser in der Gemeinde Kißlegg die Grünen klar in die S…

Einzelhandel, Dienstleistungen und Handwerk in Allgäu-Oberschwaben

VERANSTALTUNGEN

Kisslegg