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Einfallsreich: Eine Güllegrube in Zußdorf wurde mit tatkräftiger Hilfe des örtlichen Theatervereins in einen Schwimmingpool umfunktioniert. Fotos: Kameramann Conrad Lobst im Auftrag fürs ZDF


Hintervorderbach – Wo, um Himmels Willen, liegt Hintervorderbach? Na ja, Hintervorderbach ist Zußdorf, dort, wo Tschappel lebt. Und Tschappel ist der Held der gleichnamigen Serie, die demnächst im ZDFneo läuft. Außerdem ist Tschappel irgendwie auch Marius Beck, der wie sein Cousin Paul Beck aus Zußdorf stammt. Und die beiden zusammen haben sich vorgenommen, ihr Heimatdorf, das nicht nur drei Ortsteile, sondern zusammen auch rund 1000 Einwohner hat, weltberühmt zu machen. Und BLIX – schon weltbekannt! – enthüllt vorab, wo Zußdorf alias Hintervorderbach liegt und warum Tschappel sich fragt: Gibt es ein Leben nach dem Dorf?

Marius (30) und Paul (29) Beck, die beiden Cousins, können diese wegweisende Frage mit einem klaren Ja beantworten. Schließlich haben die beiden Buben aus Zußdorf es bis nach München geschafft, haben dort studiert und sich 2021 mit einer Produktionsfirma selbstständig gemacht. Am Filmgeschäft haben sie großen Gefallen gefunden und sich nach einem Kurzfilm „Mach’s Licht aus!“ (2022) gleich an eine Fernsehserie gewagt, die ab 3. Juni in acht Folgen die Republik auf Schwäbisch darüber aufklärt, wie das Leben in einem kleinen oberschwäbischen Dorf so spielt, wenn man Tschappel heißt und schwäbisch schwätzt. Das Drehbuch stammt von Marius Beck, das vom SWR wegen des Dialekts abgelehnt, dafür vom ZDF angenommen wurde.

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Die Zwei aus Zußdorf alias Hintervorderbach: Marius (links) und Paul Beck sind Cousins und in Zußdorf aufgewachsen, bevor sie 2021 in München ihre gemeinsame Produktionsfirma Apollonia Film GmbH gründeten und Tschappel produzierten. Foto: privat

Für Nicht-Schwaben und die, die unsere Hochsprache nie gelernt haben, wird’s erklärt: „Tschappel“, so nennt man im Schwäbischen liebevoll einen Trottel, und ein solcher ist in der Comedy-Serie der 18-jährige Carlo Brenner (Jeremias Meyer). Gemeinsam mit seinen besten Freunden Blabla (Sebastian Doppelbauer) und Aydin (David Ali Rashed) hängt er in der oberschwäbischen Heimat ab. Carlo ist auf der Suche nach sich selbst, weiß nicht, was er mal werden soll und hatte noch keinen Sex. Dafür hat er sehr viele Ideen, wie man sich die Langeweile auf dem Dorf vertreiben kann. Ein Leben zwischen Partys, Ministrieren und den existenziellen Fragen: Gibt es ein Leben nach dem Dorf und wird „love interest“ Pia (Mina-Giselle Rüffer) den verliebten Carlo erhören?

Carlo Brenner (Jeremias Meyer) ist wegen seiner Hodentorsion bei seinem langjährigen Kinderarzt Dr. Mauersberger (Harald Schmidt). Während der Arzt ihm gut gelaunt gute Besserung wünscht, ist Carlo die Situation sichtlich unangenehm.

Dabei war der Plan ein anderer. Das Leben nach dem Dorf sollte gleich nach dem Abi im fernen Australien beginnen, wohin sich Carlo mit „work & travel“ auf den Weg machen wollte. Genau das macht nämlich sein Schwarm Pia. Davon erhofft sich der Schlaumeier all das, was ihm die schwäbische Provinz bisher vorenthielt: Surfen, Sex und Selbstbestimmung. Doch der Traum zerplatzt, als er in der Nacht des Abiballs den geliebten Oldtimer seines Vaters schrottet. Zum Abstottern des Schadens wird Carlo zu einem Sommer mit Work-ohne-Travel in der Gastwirtschaft seiner Eltern verdonnert. Maultaschen statt Muscheln stehen auf der Karte. Wenn es wenigstens mit dem Sex und der Selbstbestimmung klappen soll, muss Carlo eben dort neu anfangen, wo alles immer beim Alten ist. In seiner Heimat Hintervorderbach. Hilfe bekommt er dabei unter anderem von seiner spleenigen Tante Gabi (Nina Gnädig) und seinen besten Freunden Aydin und BlaBla, ein Quartett der besonderen Art. Unter der Regie von Marc Philip Ginolas und Carly Coco wirken 35 SchauspielerInnen und 15 KleindarstellerInnen bei der Dorf-Serie mit, ein Teil kam nicht umhin, schwäbisch zu lernen. Das hatte Bernd Gnann, gebürtiger Aulendorfer, in seiner Rolle als Vater von Carlos ebenso wenig nötig wie Harald Schmidt, geboren in Neu-Ulm, der einen Kinderarzt mimt und genauso wie die 250 Komparsen aus der Region fließend „schwäbisch schwätza ka“. Es war ein Riesenrummel als die 50 Mimen mit ihrer ganzen Entourage und Technikcrew – das gleicht einer Marsmission – im Sommer 2024 sieben Wochen lang im beschaulichen Zußdorf den „Bären“ okkupierten, um das fiktive Hintervorderbach in Szene zu setzen. In Tschappels Revier kennen die beiden Cousins jeden krummen Nagel und jede tropfende Nase. Es ist eine triumphale Heimkehr zum Leben im Dorf.

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Melissa (Tijan Marei) will einen Schritt weiter gehen, als Carlo (Jeremias Meyer) bereit ist – die Spannung steigt in seinem Kinderzimmer.

Ach, es fehlt ja noch die Enthüllung: Wo liegt Zußdorf alias Hintervorderbach? Ganz einfach: in der Nähe von Hasenweiler im Zockerland südlich von Wilhelmsdorf am Fuße des Höchsten. Weithin bekannt ist das Nest wegen der Waldbühne Zußdorf. Das Freilichttheater, das alle vier Jahre (das nächste Mal 2026), die Theaterwelt staunen lässt, wurde einst von Marius’ und Pauls Väter aus der Taufe gehoben und bestimmt seitdem den Lebensrhythmus im Dorf: nach dem Theater ist vor dem Theater und das ganze Dorf ist ein großes Theater, wo die Cousins, die Becks Buba, laufen lernten und sich irgendwann die Frage stellten: Gibt es ein Leben nach dem Dorf? Tschappellot!

Seine alten Kumpels Locke (Paul Faßnacht) und Schwarzer (Martin Umbach) wollen Konne (Gerhard Jilka) in geheimer Mission an seinem alten Lieblingsort begraben – Gabi (Nina Gnädig) und Carlo (Jeremias Meyer) sind eher unfreiwillig Teil des Plans.

Ausstrahlung: Ab Freitag, 23. Mai 2025, 10.00 Uhr, alle Folgen im ZDF streamen. Ab Dienstag, 3. Juni 2025, 21.45 Uhr, wöchentlich in Doppelfolge im ZDFneo.

Transparenzhinweis: Seine Autorensporen hat Marius Beck einst als Praktikant bei BLIX erworben. Eine echte Talentschmiede.

Autor: Roland Reck



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