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Zonierungsentwurf eines möglichen Biosphärengebietes. Grafik: Regierungspräsidium Tübingen.

Oberschwaben – Nicht unumstritten ist das geplante Biosphärengebiet Allgäu-Oberschwaben. Mittlerweile ist öffentlich, wo Gebietsgrenzen und Schutzzonen geplant sind. Karten des geplanten Projektes sind freigeschaltet. Auffallend: Das nahe Allgäu bleibt außen vor.

Jedermann kann sich seit dem 31. März mit Hilfe der im Internet freigeschalteten Karten einen Eindruck von dem geplanten Biosphärengebiet Allgäu-Oberschwaben machen. Sie zeigen mögliche Gebietsgrenzen und Schutzzonen. Es wäre das dritte in Baden-Württemberg: Das Biosphärengebiet Schwarzwald im Südschwarzwald wurde 2016 eingerichtet, bereits acht Jahre älter ist das Biosphärengebiet Schwäbische Alb. 

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Auf rund 70.000 Hektar sollen in Einklang gebracht werden die Interessen der Städte und Gemeinden, des Tourismus, der Landwirtschaft und vor allem der Schutz der Natur.  Das Gebiet wird entsprechen in drei Zonen unterteilt. In den sogenannten Kernzonen hat die Natur Vorrang und soll sich möglichst ungestört vom Menschen entfalten – ähnlich wie in einem Naturschutzgebiet. In den Pflegezonen geht es um eine schonende Landnutzung. Daneben können sie auch für Menschen Erholung in der Natur bieten. In den Entwicklungszonen steht der Mensch im Mittelpunkt. Wert gelegt wird dabei aber auf eine vorbildliche ökologisch ausgerichtete Wirtschaftsentwicklung

Bürger, Kommunen und Unternehmen können auf den Karten nun sehen, in welcher Zone sie wohnen oder wirtschaften. Laut Prozessteam des Biosphärengebietes stellen die Karten eine Diskussionsgrundlage für den weiteren Beteiligungsprozess dar. 

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Lautstarke Kritik

In der Vergangenheit hatten die Pläne für das Biosphärengebiet Allgäu-Oberschwaben immer wieder zu Kritik geführt. Wie auch in BLIX Januar/Februar 2025 dargestellt, wollen Vertreter aus Forst- und Landwirtschaft, die sich in der „ALLIANZ für Allgäu-Oberschwaben“ zusammengeschlossen haben, das Biosphärengebiet verhindern. Was insofern gelungen scheint, alsdass der östliche Teil des Suchraums und damit das nahe Allgäu in der Planung nicht weiter berücksichtigt wird. Auf Nachfrage antwortet Lisa Kathrin Polak vom Prozessteam Biosphärengebiet in Bad Waldsee per Mail: „Hinsichtlich der naturräumlichen Ausstattung ist festzustellen, dass auch das Württembergische Allgäu durchaus über ein beträchtliches Potential an geeigneten Kernzonenflächen verfügt. Allerdings befindet sich nur ein geringer Anteil dieser Flächen im öffentlichen Eigentum. Aufgrund der bestehenden Vorgabe, dass für Kernzonen ausschließlich öffentliche Flächen herangezogen werden dürfen, sind in dieser Region derzeit nur wenige Kernzonen möglich. Sollten jedoch private Eigentümer bereit sein, potentielle Kernzonenflächen einzubringen, würde sich die Situation anders darstellen.“

­­­Letztendlich entscheiden die innerhalb der geplanten Grenzen liegenden Gemeinden, ob sie beitreten wollen. Informationsveranstaltungen in den Gremien sollen ab Ende Juni  stattfinden. Danach könnte es immer noch Veränderungen der Karten geben, die letztlich im Herbst in die Gemeinderäte gehen sollen. Wenn alle Kommunen abgestimmt haben, steht dann fest, ob das Biosphärengebiet kommen kann. Bedingung sind jedoch die drei Prozent der Kernzone. Bekommt das Team die drei Prozent nicht zusammen, weil sich zu viele Gemeinden dagegen stemmen, ist das Projekt Biosphärengebiet gescheitert. 

Übrigens: Das Biosphärengebiet Schwäbische Alb wächst um rund 42 Prozent auf 120.000 Hektar, sechs neue Gemeinden haben sich dem erfolgreichen UNESCO-Bioshärenreservat angeschlossen: Engstingen, Hohenstein, Sonnenbühl, Almendingen, Blaubeuren und Rechtenstein.16 beteiligte Gemeinden weiten ihre Flächen aus.  

Eine kleinere Lösung

Im Kartendienst, der über die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) zur Verfügung gestellt wird, ist der Zonierungsentwurf für den gesamten Suchraum zu sehen. Er  zeigt eine mögliche Abgrenzung von Kern-, Pflege- und Entwicklungszonen bis auf die Flurstücksebene. 

Zur Veranschaulichung wird darüber hinaus – ausgehend von den zwischenzeitlich gewonnen fachlichen Erkenntnissen – eine denkbare Variante eines möglichen Biosphärengebiets als Entwurf dargestellt. Dieser gestrichelte Bereich könnte die Moorkörper Pfrunger-Burgweiler Ried, Blitzenreuter Seenplatte, Wurzacher Ried, Federseegebiet, Riß und Umlachtal sowie den Bereich Nördlicher-Mittlerer Altdorfer Wald beinhalten. Sie hätte eine ungefähre Größe von 65.000 bis 70.000 Hektar mit einem Anteil von 3 Prozent Kernzone mit circa 2.050 Hektar, 17 Prozent Pflegezone mit etwa 11.000 bis 12.000 Hektar sowie 80 Prozent Entwicklungszone mit rund 51.000 bis 56.000 Hektar. Statt dieses exemplarischen Entwurfs sind aber auch andere (auch kleinere) Zuschnitte im westlichen Teil des bisherigen Suchraums denkbar und diskutierbar.

www.pruefprozess-biosphaerengebiet.de

Autorin: Andrea Reck



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