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Vor 75 Jahren eingesegnet

Neun Kronjuwelen-Konfirmandinnen feierten mit der Nikolai-Gemeinde in Isny



Foto: Otto Ziegler
Feierten vor 75 Jahren ihre Konfirmation: Ruth Durach, Waltraud Enzler, Gerhilde Fleischer, Uta Geiger, Christa Janzer, Marianne Karbe, Dr. Ingeborg Krauß, Ruth Stotter, Brigitte Zirn (mit Pfarrer Dietrich Oehring).

Isny – Gemeinsam mit der Gemeinde feierten neun Konfirmandinnen im Sonntags-Gottesdienst Judika (6. April) in der Evangelischen Nikolaikirche in Isny nach 75 Jahren ihre Kronjuwelen-Konfirmation, ein Fest, das so in der Evangelischen Landeskirche Württemberg nur ganz selten gefeiert wird.

Pfarrer Dietrich Oehring verwies zu Beginn in seiner Predigt – anschaulich mit dem Konfirmandenregister in der Hand – auf den besonderen Schatz der Kirchengemeinde. „An den Tagen wie diesen weiß ich besonders, dass dieser Schatz in die Gemeinde gehört und nicht in ein kirchliches Zentralarchiv in Stuttgart. Da sind die Spuren von denen, die vor uns in unserer Ev. Nikolaikirche gebetet, gesungen und Kraft geschöpft haben.“

In seiner Predigt zeichnete Pfarrer  Oehring viele Stationen der Veränderungen im kirchlichen Leben seit den Tagen der Konfirmation im Jahre 1950 auf. Dabei etwas ganz wesentliches: Wie wir Abendmahl feiern. Hier Kernsätze aus der Predigt:

Aus der Predigt

„In Ihrer Jugend, da war das Abendmahl ganz überwiegend noch etwas Strenges, etwas Ernstes und manchmal gar Düsteres. Theologisch stand fast ausschließlich der Gedanke an die Sünde im Mittelpunkt; andere, freundliche Aspekte wie Gemeinschaft, Stärkung oder Wegzehrung, verschwanden dahinter völlig. Gefeiert hat man das Abendmahl selten, in vielen Gemeinden fast nur am Karfreitag oder anderen Bußtagen.

Und natürlich waren Kinder noch nicht dazu eingeladen. Die Begründung damals: Nur wer versteht, was da passiert, kann das Abendmahl würdig feiern – und das traute man Kindern nicht zu. Tatsächlich war es die Konfirmation, die zugleich die Eintrittskarte zum Abendmahl war – und auch bei Ihnen wird das Abendmahl bei oder rund um die Konfirmation das erste in Ihrem Leben gewesen sein.

In diesem Fall denke ich nun: Das hat sich zu Recht geändert! Wer einmal mit Kindern Abendmahl gefeiert hat, der weiß: Sie verstehen sehr wohl, dass Gott sich ihnen da zuwendet, sie haben ein tiefes und instinktives Gefühl für das Heilige. Natürlich „verstehen“ sie das Abendmahl anders als Erwachsene – aber ich bin sicher, auch Sie würden das, was Ihnen Abendmahl bedeutet, heute anders beschreiben als damals vor 75 Jahren.

Gleichzeitig meine ich zu wissen: Es bedeutet Ihnen etwas, dass wir auch heute, wie damals bei Ihrer Konfirmation, miteinander Abendmahl feiern; dass wir am Tisch des Herrn die Gemeinschaft feiern, die er unter uns gestiftet hat; dass wir miteinander verbunden sind, weil wir in seinem Namen Brot und Wein teilen.“

Gerhild Fleischer blickte zurück

Gerhilde Fleischer aus Isny, Initiatorin dieses Tages, vielen auch als Jakobsweg-Expertin bekannt, blickt in ihrer Ansprache im Gottesdienst zurück:

„Liebe Gemeinde, da sitzen nun neun Frauen ganz vorne, alle etwa 89 Jahre alt, also nicht mehr ganz taufrisch, aber froh und zuversichtlich. 75 Jahre ist es her, dass wir konfirmiert wurden, es war im Jahre 1950, gerade fünf Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Zum Abschluss sagte uns der Pfarrer: In 50 Jahren, im Jahr der Jahrtausendwende, könnt Ihr dann Eure Goldene Konfirmation feiern.“ Wir lachten und dachten, „wer weiß, ob wir überhaupt so alt werden!“

Unsere Kinderzeit war geprägt durch den Zweiten Weltkrieg, die Väter im Krieg, unsere Mütter haben den Mangel an allem – Lebensmitteln, Kleidung … so gut wie möglich verwaltet. Hunger an allen Tagen! Jahre später, bei Klassentreffen, nahm die damals so undenkbare Idee, im Jahr der Jahrtausendwende unsere Goldene Konfirmation zu feiern, konkrete Gestalt an, weil es uns mit dem Austausch von Erinnerungen immer mehr bewusst wurde, wie gut es uns geht und wie das, was uns mit dem christlichen Glauben auf unserem Lebensweg mitgegeben wurde, gerade in schwierigen Zeiten immer wieder Orientierungshilfe und Kraftquelle war. Wir waren uns einig: Das ist ein Grund zu feiern und so haben wir vor 25 Jahren hier in der Ev. Nikolaikirche in Isny mit über 20 Konfirmanden unsere Goldene Konfirmation gefeiert, vor fünf Jahren die Eiserne Konfirmation (70 Jahre) und nun heute 75 Jahre – unsere Kronjuwelen-Konfirmation.

Es ist uns ein Bedürfnis, aus Dankbarkeit dieses besondere Jubiläum zu feiern. Damit erfüllen wir auch einen Auftrag, den der Apostel Paulus schon vor über 2000 Jahren der jungen Christengemeinde in Philippi gegeben hat: „Freuet in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet Euch!“ Ja, wir haben allen Grund, uns zu freuen: Nach einer vom Krieg geprägten Kindheit durften wir nun 80 Jahre in Frieden und Freiheit leben. Dass das nicht selbstverständlich ist, erleben wir Tag für Tag in den Nachrichten.“

Fürbitten

In den Fürbitten der Jubilare wurde unter anderem auch an die Konfirmanden in diesem Jahr gedacht:
Herr, wir bitten dich für die junge Menschen, die noch am Anfang stehen:
Am Anfang ihres Weges durch diese Welt
und am Anfang ihres Weges mit dir.
Zeige ihnen gute Wege für ihr Leben,
lass sie neugierig und zuversichtlich ihre Welt entdecken.
Gib ihnen Kraft, wenn sie müde werden,
und gehe ihnen nach, wenn sie sich verlaufen haben.
Behüte sie und gib ihnen die Freiheit,
ihre eigenen Wege zu finden.“

Das gemeinsame Schlusslied „Nun danket alle Gott“  beendete diesen bewegenden Gottesdienst.

Beim gemeinsamen Mittagessen beim Inder und anschließender Kaffeerunde im Haus „Sonnenhalde“ wurden noch viele Erinnerungen an die gemeinsame Konfi-Zeit und darüber hinaus ausgetauscht.
Text und Foto: Otto Ziegler




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