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Jahreshauptversammlung des Partnerschaftsvereins

Nach 22 Jahren als Schriftführerin gibt Beate Ebel ihr Amt in jüngere Hände



Foto: Uli Gresser
Der neue Vorstand des Vereines: v.l. Bürgermeisterin Alexandra Scherer, Gundula Plattner (Luxeuil-les-Bains), Christine König (Wallingford) Thordis Augusta (Schriftführerin), Beate Ebel (ehemalige Schriftführerin), Ulrike Stütze (Vorsitzende) Tobias Ernst (Popielow) und Gisela Rothenhäusler ( Zweite Vorsitzende und Jersey).

Bad Wurzach – Bei der Jahreshauptversammlung des Partnerschaftsvereines Bad Wurzach gab es zwei personelle Veränderungen im Vorstand: Beatel Ebel gab ihr Amt nach 22 Jahren an Thordis Augustat ab, für Norbert Fesseler rückte Tobias Ernst an die Spitze des Popielow-Komitee´s.

Totenehrung

Doch bevor die Vorsitzende Ulrika Stützle in die Tagesordnung einstieg, bat sie die 28 anwesenden Mitglieder sich für die Totenehrung von ihren Plätzen im Sitzungssaal in Maria Rosengarten zu erheben. Die Liste der im vergangenen Jahr verstorbenen Mitglieder war lang und hochkarätig. Angeführt vom Ehrenvorsitzenden Erich Lacher, der langjähriger Vorsitzender des Gesamtvereines und treibende Kraft beim Zustandekommen der Partnerschaft mit Popielow war. Rudolf Sauter, der seit der Gründung des Vereines dabei war und sich besonders im Luxeuil-Komitee engagierte. Dr. Rudolf Ebel, ebenfalls Gründungsmitglied und bis zu seinem Tod lange Jahre Kassenprüfer des Vereines. Er engagierte sich sehr für die Partnerschaft mit Luxeuil. Gretel Bülow, die sich im Jersey-Kommitee engagierte. Und schließlich Maria Motz, die gemeinsam mit ihrem Mann seit der Vereinsgründung dem Verein immer treu geblieben war.

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Rückblick

Ulrika Stützle ging in ihrem Rechenschaftsbericht ein wenig auf die Veranstaltungen des Gesamtvereines ein. Dies waren die Verleihung der Begabtenpreise bei den Schulabschlussfeiern. Die Beteiligung am Friedensgebet auf dem Klosterplatz im Oktober, an dem sich auch Gäste aus Luxeuil und Jersey beteiligten. Auch auf dem Neubürgerempfang war der Partnerschaftsverein präsent. An diesen Veranstaltungen wird sich der Verein auch in diesem Jahr wieder beteiligen. Die Stolpersteinverlegung für Clemens Högg, eine von Gisela Rothenhäusler initiierte Aktion wurde vom Partnerschaftsverein getragen. Dafür dankte sie dem Vorstand und den Komitees für ihre Mithilfe bei der Organisation.

Der Mitgliederbestand betrug zum Tag der Hauptversammlung 172 Mitglieder.

Schüleraustausch mit Wallingford

Christine König, die das Wallingford-Komitee kommissarisch leitet, berichtete vom Schüleraustausch in diesem Jahr. Zufälligerweise fiel der Besuch der Kollegsschüler in diesem Jahr (vom 10. bis 16.März) praktisch auf die Zeit der Unterzeichnung der Partnerschaftserklärung vor 25 Jahren. Und so wehte an diesem 17. März über dem Rathaus in Wallingford eine Wurzacher Flagge. Die Austauschschüler dieses 23. Austausches mit Wallingford wurden dazu auch von einem Gemeinderat im Rathaus empfangen. König beendete ihren Bericht mit einem kleinen geschichtlichen Abriss über die Stadt und berichtete von einigen Besonderheiten wie der Curfew-Bell und dem Bunk-Festival, dem größten Non-profit-Musikfestival Großbritanniens, wenn nicht gar Europas, das alljährlich am letzten Augustwochenende stattfindet.

Popielow

Für das Popielow-Komitee berichtete Tobias Ernst. So besuchte eine Delegation der Feuerwehr im Juni die Partnerstadt anlässlich des 250-jährigen Bestehens des Ortsteils Kaniow und gleichzeitig zum 90-jährigen der Feuerwehr Kaniow. Im August war eine Wandergruppe aus Popielow in Bad Wurzach zu Besuch, der Gegenbesuch wird in diesem Jahr vom 19. bis 23. Juni erfolgen. Vom 11. bis 17. Mai werden Schüler aus Popielow im Rahmen des Schüleraustausches der Realschule in Bad Wurzach weilen, der Gegenbesuch wird im September stattfinden. Ein Fixtermin ist in jedem Jahr der Besuch des Erntedankfestes in Popielow, in diesem Jahr am 7. September.

Jersey

Gisela Rothenhäusler als Vorsitzende des Jersey-Komitee konnte ebenfalls mit einer Vielzahl an Aktivitäten aufwarten. Gleich an den Beginn ihres Berichtes hatte sie die Verlegung des Stolpersteines für Clemens Högg am 21. Februar gestellt. Sie freute sich, dass der Verein ihre Idee zu dieser Aktion mitgetragen hatte und bedankte sich für die Unterstützung. „Es war eine schöne Sache. Ich habe mich sehr darüber gefreut, wie viele Schüler der Realschule und des Salvatorkollegs dabei mitgemacht haben.“ Daneben war natürlich einer der wichtigsten Punkte der reisemäßig nicht ganz einfache Schüleraustausch mit der Kanalinsel. Ganz begeistert zeigten sich die Realschüler von den Workshops mit dem Youtheatre. Besonders intensiv war 2024 die Feier des Liberation Day, zu dem auch Bürgermeisterin Alexandra Scherer und Martin Tapper nach Jersey reisten, zumal ja auch noch die Ausstellungseröffnung der von Rothenhäusler konzipierten und bereits in Bad Wurzach gezeigten Ausstellung „Reaching across the Barbed Wire“ anstand. Ebenfalls großen Eindruck hinterließen die Brass Souls, die neben Konzerten an der Realschule und im Leprosenhaus auch beim verkaufsoffenen Sonntag und beim Friedensgebet in St. Verena musikalisch tätig wurden. Mit dem Konzert von Bolt & Geoghegan, dem Folk-Duo von der Insel Guernsey, das wie im Vorjahr im Kapitelsaal konzertierte, bekamen die Bad Wurzacher eine „Leihgabe“ des Biberacher Partnerschaftsvereines noch einmal zu hören. Besuche auf privater Basis gab es auch in diesem Jahr. So besuchte eine 91-Jährige, die als Kleinkind interniert wurde, gemeinsam mit ihrem Sohn erstmals seit der Befreiung wieder Bad Wurzach.

Gedenkfeier für verstorbene Internierte

Die im Flyer angekündigte Gedenkfeier für die verstorbenen Internierten zum 80-jährigen Ende des Krieges werde wahrscheinlich um das Heiligblutfest herum stattfinden, erklärte Rothenhäusler zu Beginn ihres Ausblickes auf die Aktivitäten des neuen Jahres. Denn dann wären Gäste aus den Partnerstädten Luxeuil und Popielow ebenfalls in Bad Wurzach. Mit angedacht wäre dann auch ein Besuch des Lagers Lindele in Biberach, von wo aus die Internierten aus Jersey dann nach Bad Wurzach gebracht worden waren. Ebenfalls geplant ist eine Ausstellung moderner Kunst eines Künstlers aus Jersey in Bad Wurzach.

Luxeuil-les-bains

Gundula Blattner ist Komitee-Vorsitzende der ältesten Städtepartnerschaft mit Luxeuil-les-bains. Auch bei dieser Partnerschaft war im abgelaufenen Vereinsjahr einiges geboten. Vom 16. bis 22.03.2024 weilten im Rahmen des Schüleraustausches französische Gäste in Bad Wurzach, während im November Schüler des Salvatorkollegs in Luxeuil weilten. Etwas ganz besonderes war der Ausflug der Stadtkapelle Bad Wurzach zur Feier des französischen Nationalfeiertages. Nach einem Konzert im dortigen Kurpark am Vortag inklusive eines Grillfestes, organisiert vom dortigen Partnerschaftsverein, bekam die Stadtkapelle noch einen Sonderauftrag am Tag des Nationalfeiertages. Weil die auf der Militärbasis bei Luxeuil stationierte Fliegerstaffel, die alljährlich die Nationalfarben Bleu, Blanc Rouge über den Himmel von Paris zeichnen, die bei ihrer Rückkehr immer eine Ehrenrunde über Luxeuil dreht, Verspätung hatte, durfte die Stadtkapelle die Wartezeit musikalisch überbrücken. Am 29. August war die Vernissage des deutsch-französischen Künstler-Duos Dominique Jolibois (Saint-Sauveur) und Uta Oberneder aus Bad Wurzach, die danach einige ihrer Werke in der Woche darauf auf der großen internationalen Kunstmesse in Luxeuil präsentierte. Am 29./30. September weilte eine Delegation aus Bad Wurzach zu den letzten Konzerten von Yves Martin, dessen Petit Fugue die Geschichte der Partnerschaft mit Luxeuil stark mitprägte, in der Partnerstadt. Michel Raison, der ehemalige Bürgermeister von Luxeuil, präsentierte am zweiten Oktoberwochenende auf dem auf dem Klosterplatz veranstalteten Bauernmarkt leckere Spezialitäten aus seiner Heimat. Dass Rudolf Ebel in der französischen Partnerstadt sehr bekannt und beliebt war, zeigte die große Anteilnahme an seinem Begräbnis am 05.11.2024.

Ausblick auf Termine

Bereits im November trafen sich die beiden Delegationen aus Luxeuil und Bad Wurzach im „Himmelreich“ bei Freiburg, um die Programme der beiden Vereine aufeinander abzustimmen. Vom 5.bis 11. April weilen Gastschüler aus Luxeuil in Bad Wurzach, der Gegenbesuch der Bad Wurzacher ist für den Herbst vorgesehen. Im Juni wird eine Jugendfußballmannschaft aus Arnach am Lux-Cup teilnehmen. Zum Heiligblutfest wird der Gemeindepfarrer Bad Wurzach besuchen. Am 25. Juli wird das Dinner en blanc auf dem Klosterplatz stattfinden, zu dem sich die Verantwortlichen eine bessere Resonanz erbitten, auch weil dieses gleichzeitig mit den Luxeuiler Freunden stattfinden soll, wozu eventuell auch eine Live-Schalte geplant ist. Auch in diesem Jahr wird Uta Oberneder bei der Kunstmesse mit 160 Ausstellern und etwa 50.000 Besuchern ausstellen. Ebenfalls geplant für den Herbst bzw. Anfang 2026 der Gegenbesuch der Stadtkapelle aus Luxeuil in Bad Wurzach.

Kassenbericht

Karlfried Spieler stellte der Versammlung für die verhinderte Kassierin Charlotte Schick den Kassenbericht vor. Dieser erbrachte für das abgelaufene Vereinsjahr aufgrund zahlreichen Aktivitäten ein Minus im niedrigen vierstelligen Bereich. Kassenprüfer Karlfried Spieler hatte gemeinsam mit Rainer Baier als Ersatz für den verstorbenen Rudolf Ebel die Kasse geprüft. Er bescheinigte der Kassenverwalterin eine hervorragende Kassenführung, so dass Rainer Dewor, der traditionell die Entlastung leitet, diese vorschlagen konnte.

Grußwort der Bürgermeisterin

Davor bekam Bürgermeisterin Alexandra Scherer Gelegenheit, ein Grußwort an die anwesenden Mitglieder zu richten. Sie habe sich auf diese Hauptversammlung gefreut und fand diese Vorfreude durch die spannenden und unterhaltsamen Berichte bestätigt. Es sei ja nicht einfach, vier lebendige Partnerschaften zu händeln. „Wir, die Stadtverwaltung und der Gemeinderat, unterstützen sie gerne.“ Dass gleich Besucher aus zwei Partnerstädten während des Heiligblutfestes in Bad Wurzach sein werden, sei für sie ein Zeichen der Verbundenheit. Sie dankte den Beteiligten für deren Engagement, was keine Selbstverständlichkeit sei.

Wahlen

Die Wahl unter der Wahlleitung von Peter Dewor erbrachte folgende, einstimmige Ergebnisse: 1. Vorsitzende bleibt Ulrika Stützle und Gisela Rothenhäusler wird ihre Stellvertreterin. Als Schriftführerin konnte Thordis Augustat gewonnen werden, die damit Beate Ebel nachfolgt, die diesen Posten 22 Jahre innehatte und im Luxeuil-Komitee sich weiterhin als Beisitzerin engagiert. Kassierin bleibt Charlotte Schick, die an der Versammlung nicht teilnehmen konnte. Die Komiteevorsitzenden bleiben für Luxeuil Gundula Blattner und für Jersey Gisela Rothenhäusler. Das Wallingford-Komitee verantwortet weiterhin kommissarisch Christine König. Für Norbert Fesseler übernimmt Tobias Ernst, der bei seiner Vorstellung erklärte, dass Fesseler ihn für den Partnerschaftsverein begeistert habe, den er selbst auch im Rahmen der Schüleraustausche erlebt habe. Weiterhin dem Vorstand angehören werden Matthias Winstel als Vertreter der Kirchen und Angelika Walther als Vertreterin der Vereine. Das Luxeuil-Komitee besteht neben Gundula Blattner aus Jochen Martiny als ihr Stellvertreter, Ingrid Dewor als Schriftführerin, Christine Spieler und Beate Ebel als Beisitzer. Für Jersey zuständig ist neben Gisela Rothenhäusler Simone Menig als Stellvertreterin, Schriftführerin ist Christel Baier und Beisitzerinnen sind Dagmar Fimpel und Christine König. Die Farben Popielows vertreten zukünftig neben Tobias Ernst Josef Utz als Stellvertreter der Schriftführerin Ulrika Stützle sowie Beata Gohm und Christine Hierlemann als Beisitzerinnen.

Unter Punkt Verschiedenes gab Ulrika Stützle bekannt, dass zu der Archivierungsschulung, die Stadtarchivar Michael Wild Vertretern von Vereinen anbietet, sinnvollerweise die langjährige Schriftführerin Beate Ebel sich angemeldet habe. Martin Tapper gab bekannt, dass aktuell die Planungen für das Jubiläum 500 Jahre Bauernkrieg laufen, wo Bad Wurzach mit der Schlacht beim Leprosenberg eine wichtige Rolle gespielt hat.

Am 8. April wird Stadtarchivar Michael Wild einen Vortrag zu diesem Thema in Maria Rosengarten halten. Am Montag den 14. April wird um 14.00 Uhr beim Leprosenhaus eine Gedenktafel zu der genannten Schlacht enthüllt. Diese begann am 14. April, dem Karfreitag des Jahres 1525, um diese Uhrzeit. Zum Thema werde es ein buntes Programm das ganze Jahr über geben. Der Flyer dazu werde nächste Woche erscheinen.

Laudatio auf Beate Ebel

Dass Beate Ebel nach 22 Jahren als Schriftführerin aufgehört hat, durfte natürlich nicht ohne entsprechende Würdigung seitens der Vorstandschaft bleiben. In ihrer Laudatio auf Beate Ebel hob Ulrika Stützle ihre perfekt und transparent verfassten Protokolle hervor, die den Vorstand auf dem Laufenden hielten und alle sich gut informiert fühlten. „Ein Protokoll ist eben nicht nur eine Ansammlung von Worten, sondern sorgt im Verein auch für Transparenz und Ordnung.“ Ebenso bewunderte Stützle ihre Kreativität etwa bei den Weihnachts- und Neujahrsgrüßen an die Mitglieder, was sie an den vielen positiven Rückmeldungen ablesen konnte. Mit ihr verliere der Vorstand nun auch seine langjährige zweite Vorsitzende. „Dein Wort hatte immer Gewicht im Vorstand.“ Auch bei praktischen Dingen: So war Ebel vor drei Jahren aufgefallen, dass die Schilder mit den Namen der Partnerstädte an den Ortseingängen verblasst und kaum noch lesbar waren. Flugs wurden sie gründlich überarbeitet und erstrahlten bald wieder im alten Glanz. Ganz wichtig sei ihre Präsenz bei den Begegnungen gewesen und ihr Organisationstalent etwa bei Bürgerreisen. „Du hast Großes für die Verbundenheit zwischen den Menschen von Bad Wurzach und Luxeuil geleistet.“ Mit einem viersprachigen Dankeschön: Vielen Dank –Merci Beaucoup – Thank You – Dziekuje! übergab sie die Präsente an Beate Ebel.

Diese bedankte sich für die Geschenke und die Würdigung ihrer Arbeit. Auch sie dankte für die gute Zusammenarbeit. Ein solches Ehrenamt koste viel Arbeit und viel freie Zeit. Aber: „Es bedeutet keinesfalls, dass es eine Einbahnstraße ist – denn es ist viel Ehrendes zurückgekommen.“ Sie habe viele Menschen in dieser Zeit kennengelernt, von denen viele zu Freunden geworden seien. Das Engagement sei auf jeden Fall eine Bereicherung für sie gewesen, wofür sie sehr dankbar sei.

Die Versammlung endete mit der Verteilung der Programm-Flyer mit dem Jahresprogramm des Partnerschaftsvereines und seiner Komitees.




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