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Nordic Walking und Wandern beugt Osteoporose und Altersdiabetes vor, aktiviert den Hormonhaushalt und stärkt das Immunsystem.

Die Umstellung auf gesunde Ernährung fällt vielen Menschen nach einem mehrtägigen Heilfasten leichter als ohne diese Zäsur. 

Alkohol, Schokolade, Fleisch, Auto, Handy: Fasten und Verzicht sind vielfältig und vor allem in der Zeit nach Aschermittwoch im Trend. Seit Jahrhunderten praktizieren Menschen in aller Welt das Fasten – früher vor allem aus religiösen Motiven. Heute empfinden Viele den bewussten Verzicht als Bereicherung ihres Lebens. Im Christentum beginnt die Fastenzeit am Aschermittwoch und endet am Ostersamstag, also nach 46 Tagen. In diesem Jahr dauert sie vom 5. März bis zum 26. April. Traditionell sind die sechs Sonntage vom Fasten ausgenommen, so dass 40 Fastentage bleiben – das entspricht der Zeit, die Jesus der Bibel zufolge nach seiner Taufe fastend in der Wüste verbrachte.

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Schon im frühen Mittelalter bereiteten sich die Christen mit Fasten auf Ostern vor. Erlaubt war nur eine Mahlzeit am Tag, Alkohol, Fleisch, Eier, Milch, Butter und Käse waren verboten. Im 16. Jahrhundert wurden die strengen Regeln gelockert. 

Heute fasten auch kirchenferne Menschen bevorzugt in der Zeit vor Ostern. Manche verzichten auf Süßigkeiten oder Fernsehen. Oder sie verzichten tatsächlich auf feste Nahrung, dabei spielen vor allem gesundheitliche Gründe eine Rolle. 

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Manch einem graut davor, ein paar Tage konsequent auf feste Nahrung zu verzichten, er fürchtet Schlappheit und Magenknurren. Doch die Angst ist unbegründet, wenn man es richtig angeht. Vielen fällt es in der Gemeinschaft leichter. Landauf, landab werden Fastenkurse angeboten etwa von Frauenkreisen, Kirchengemeinden oder im Umfeld von Bioläden. Oft ist hier ein beratender Arzt in der Runde. Einige Hotels, auch im Allgäu, haben sich auf Fastenwochen etwa nach Dr. Buchinger oder sogenanntes Basenfasten, also den Verzicht auf säurebildende Lebensmittel, spezialisiert. Das kostet dann gerne mal tausend Euro. Reiseveranstalter kombinieren das Fasten gerne mit moderaten Wanderungen. 

Es gibt viele Anleitungen für Fasten-Neulinge, die gesunden Menschen ausreichende Hilfe bieten. Wer chronisch krank oder stark übergewichtig ist, sollte sich unbedingt mit seinem Hausarzt besprechen. Auch Kinder, Jugendliche und Schwangere sollten nicht fasten.

Literatur zum Thema Heilfasten gibt es viel, etwa von dem aus Bad Waldsee stammenden Prof. Andreas Michalsen, Chefarzt der Abteilung Innere Medizin und Naturheilkunde am Immanuel Krankenhaus Berlin. Er bietet auch einen hilfreichen online-Kurs an.

Das Fastenbrechen beginnt oft mit einem Apfel.  Foto: Andrea Reck

Recyclingprogramm im Körper

Fasten hilft nicht nur beim Abnehmen. In der Naturheilkunde ist der vorübergehende Verzicht auf feste Nahrung schon lange als Therapie anerkannt. Studien zeigen, dass die Unterbrechung der Nahrungsaufnahme auch die Selbstreinigung der Zellen (Autophagie) fördert. Je mehr Autophagie in einem Organismus abläuft, desto älter wird er und desto gesünder bleibt er. Durch Fasten lässt sich die Autophagie stimulieren. Dies gilt auch
für das Intervall-fasten. Intervallfasten (auch intermittierendes Fasten genannt) ist keine Diät im klassischen Sinne, vielmehr handelt es sich um eine dauerhafte Ernährungsform, bei der regelmäßig tage- oder stundenweise, also in Intervallen gefastet wird.

Autophagie bedeutet übersetzt Selbstverdauung und ist eine Art Recyclingprogramm: Die Zellen umschließen den im Laufe der Zeit in ihnen angesammelten Müll mit einem dünnen Häutchen und zerlegen ihn mithilfe von Verdauungsenzymen und Säuren in Einzelteile. Diese Bruchstücke werden zur Energiegewinnung recycelt oder ausgeschieden. 

Ein Pionier des Heilfastens war der Militärarzt Dr. Otto Buchinger (1878-1966), der mit Heilfasten sein schweres Rheuma heilte. Sein Heilfastenkonzept propagiert eine Vorbereitungsphase, eine Interventionsphase und eine Endphase. Schließlich sollte man nicht einfach schlagartig auf Essen verzichten und nur noch trinken.

Eigentlich ist der Gewichtsverlust nur ein positiver Nebeneffekt, für Viele allerdings sehr wichtig. Ohne Aufsicht sollte man nicht länger als eine Woche fasten. Der Körper greift durch die geringe Kalorienzufuhr auf seine Reserven zurück und baut Fett ab, es kommen sehr positive Prozesse in Gang, doch droht auf längere Zeit gesehen Mangelernährung. 

Zwar verliert man durch die gründliche Darmentleerung zu Beginn (etwa mit Glaubersalz) und die geringe Energieaufnahme einige Kilo, doch die sind schnell wieder drauf, wenn man hinterher zu den alten Ernährungsgewohnheiten zurückkehrt. Doch genau hier liegt die Chance, sein Essverhalten längerfristig umzustellen. Selten hat man etwa einen wohlschmeckenderen Apfel genossen als nach eine Woche des Verzichts. Die Geschmackssinne wurden geschärft und der Verzehr industriell stark bearbeiteter, gezuckerter und mit Geschmacksverstärkern versetzter Lebensmittel ist keine Option mehr. Nach dem Fasten sollte man auch ganz bewusst langsam und gründlich kauen und sich (seufz!) auch langfristig kleinere Portionen auf dem Teller anrichten. 

Keine Sorge, während des Heilfastens fühlt man sich nicht schlapp und müde. Etwas mehr Zeit für sich ist zwar sehr wohltuend, etwa um mal mittags einen Leberwickel zu machen oder einen langen Spaziergang, aber man muss nicht eine ganze Woche Urlaub einplanen fürs Fasten. Wobei Fasten und Wandern eine ideale Kombination sind …

Moslems verzichten übrigens in diesem Jahr vom 1. – 29. März von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang auf Essen und Trinken. Sie feiern Ramadan. 

Autorin: Andrea Reck



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