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Ein Pilz kommt selten allein

Moor-Momente: Heimliche Herrscher



Foto: NAZ
Ein Pilz kommt selten allein: Als Zersetzer von morschem Holz spielen Pilze eine extrem wichtige Rolle im Ökosystem

Bad Wurzach – Mit den Pilzen ist das so eine zweischneidige Sache: Von den einen werden sie als Speisepilze geliebt, von den anderen als Giftpilze gefürchtet. Dabei gibt es in Mitteleuropa nur etwa zehn tödlich giftige Arten, ebenso viele wie bei den Pflanzen.

Doch fangen wir erstmal von vorne an. Schon die Frage, was ein Pilz eigentlich ist, ist nicht ganz einfach zu beantworten. Sie sind sesshaft, wie die Pflanzen, können jedoch keine Photosynthese betreiben und müssen sich durch die Aufnahme organischer Substanzen ernähren, ebenso wie Tiere. Sie besitzen eine Zellwand aus Chitin, der Stoff, der auch das Außenskelett von Insekten aufbaut, aber lagern als Speicherstoff Stärke ein, wie es die Pflanzen tun. Bereits der schwedische Naturforscher Carl von Linné hat Pilze im 18. Jahrhundert in ein eigenes Reich gestellt und das ist bis heute so geblieben. Nach heutiger Kenntnis sind Pilze sogar näher mit Tieren verwandt als mit Pflanzen.

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Die oberirdisch sichtbaren Teile werden im Sprachgebrauch meist als Pilz bezeichnet, sind aber nur die Fruchtkörper. Der eigentliche Pilz lebt in Form von feinsten fadenförmigen Versorgungsbahnen, den Hyphen, im Verborgenen: Im Boden, im Holz oder in der Laubstreu. In ihrer Gesamtheit bezeichnet man die Hyphen als Myzel. Pilzmyzele können eine gewaltige Ausdehnung und ein hohes Alter erreichen. So gilt das Myzel eines Hallimasch-Pilzes in den USA mit einer Fläche von neun Quadratkilometern und einer Masse von rund 600 Tonnen als das größte Lebewesen der Erde, für das ein Alter von mindestens 2.400 Jahren errechnet wurde.

Pilze bauen auf Partnerschaft. Im Laufe von Jahrmillionen hat sich in der Evolution zwischen Pilzen und Pflanzen eine faszinierende Lebensgemeinschaft zu beiderseitigem Vorteil entwickelt. Sie wird als Mykorrhiza bezeichnet, was so viel wie „Pilzwurzel“ bedeutet. Inzwischen geht man davon aus, dass über 95 Prozent aller Pflanzen Mykrorrhizapartner haben. Der Pilz erhält von der Pflanze Stoffwechselprodukte, insbesondere Zuckerverbindungen, als Nahrung, während er im Gegenzug den Pflanzen eine bessere Wasserversorgung mit den darin gelösten Nährstoffen ermöglicht und zusätzliche Wuchsstoffe liefert. Gerade auf extremen Standorten ist diese Symbiose für viele Pflanzen überlebenswichtig.

Pilze haben nahezu alle Lebensräume der Erde besiedelt. Auch unter den extremen Bedingungen eines Hochmoores finden sich Arten wie der Apfel-Täubling, der Moor-Hallimasch oder der Sumpf-Häubling, der zwischen Torfmoosen gedeiht.

Pilze werden häufig unterschätzt, doch sind sie die heimlichen Herrscher und aus der Welt der Menschen nicht mehr wegzudenken. Sie spielen eine elementare Rolle bei der Zersetzung organischer Stoffe und verhindern, dass wir unter Bergen von Totholz versinken. Ohne Pilze kein Käse, keine Limo und kein Brot. Und keine Penicilline, deren Entdeckung und Isolierung aus verschiedenen Pilzarten die medizinische Therapie revolutionierte.

Viele Pilz-Fruchtkörper sind mit dem ersten Frost bereits verschwunden. Doch einer leuchtet jetzt noch ganz besonders in den Baumbeständen entlang des Riedes: Der Fliegenpilz. Seinen Namen verdankt er der Tatsache, dass er früher mit Milch und Zucker übergossen und als Fliegenfalle ausgelegt wurde. Jedoch könnte sein Name auch auf das berauschende Gefühl des Fliegens zurückzuführen sein, das durch die enthaltenen Substanzen mit psychotroper Wirkung verursacht werden kann. Noch heute sorgt der Fliegenpilz für Verwirrung, ob er nun giftig sei oder nicht. Probieren Sie es lieber nicht aus, sondern erfreuen Sie sich an den bunten Farbtupfern in der Herbstvegetation.




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